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Donnerstag, 25. Mai 2017

Kreativität als Prinzip, üben...

Während ich auf die Entscheidung des Landratsamtes in Bezug auf die Arbeitserlaubniss für einige Mitglieder 'meiner' Klasse warte (für über die Hälfte ist alles in Ordnung, aber einige der Schüler bangen noch, und ich mit ihnen), ist das Stricktuch schon ein bisschen weiter gewachsen.

Außerdem habe ich meinen Beitrag für die alljährliche SAQA Benefit Auction auf den Weg gebracht:

Play of  Lines 40: Crossing the Red Line

Es ist eine Rückkehr zu der Serie Linienspiele, aber diesmal ist der Titel Englisch, erstens, weil das gute Stück in die USA geschickt wurde, und zweitens, weil im Englischen der Titel zweideutig ist. "To cross the line" ist ja das Überschreiten einer Linie, und in der Politik ist in den letzten Jahren in Bezug auf die Kriege in den verschiedenen Regionen im Nahen Osten immer wieder davon gesprochen worden. Hier sind aber auch 'crosses' über der roten Linie - diese Zweideutigkeit ist auf Deutsch leider nicht ausdrückbar.
Außerdem habe ich zwei Quilts für die Serie text messages fertiggestellt. Einen hatte ich vor zwei Jahren in Prag bei meiner Demonstration am Bernina-Stand angefangen und war eigentlich davon ausgegangen, dass der ab Juni mit der T bis M reisen würde, als Beitrag eines Jury-Mitgliedes. Da er aber nicht mit Foto im Katalog der Ausstellung vertreten ist, weil er zu dem Zeitpunkt, als die Fotos eingereicht werden mussten, noch nicht fotografierbar fertig war, habe ich mich mit Barbara Lange nun darauf geeinigt, dass der im Katalog abgebildete gezeigt wird. Wo ich den neuen zeigen oder einreichen werde, habe ich noch nicht entschieden, deshalb zeige ich jetzt erstmal noch kein Gesamtbild.

text messages 10: Hommage an Oskar Pastior, Detail

Der zweite jüngst fertiggestellte ist meine Einreichung für die SAQA-Ausschreibung "Made in Europe II", die ich als eine der letzten Aktivitäten als Co-Rep für SAQA noch mit auf den Weg gebracht habe. Auch hier erst nur ein Detail, da die Auswahl noch nicht stattgefunden hat.

text messages 12: Artikel 1

Bei diesem Quilt habe ich ein bisschen geschummelt - das Top ist ein Teil eines vor längerer Zeit während meines Aufenthalte bei Nancy Crow auf der Farm genähten Tops, das nie gequiltet wurde. Darauf habe ich den Text "Die Würde des Menschen ist unanantastbar" gestickt, in Variationen. Mein derzeitiges Thema...
Mit dem Rest des Tops werde ich auch noch etwas Weiterverarbeitendes anfangen. Auch das wird eine Fortsetzung der Linienspiele sein, denke ich, und eine weitere Idee schmort noch. Allerdings muss ich mich z.Zt. mühsam wieder in einen Modus versetzen, wo die Ideen sprudeln. Eine Zeitlang , bevor ich angefangen habe, zu unterrichten, war es ja so, dass mir ständig Ideen kamen. Jetzt ist das viel spärlicher, wenig Zeit, viele andere Dinge, die mich beschäftigen...

Aber spielerisch kreativ werden kann man auch im Kleinen. Als ich neulich ein neues T-Shirt fast ruiniert habe, weil ich wie bei allen T-Shirts als erstes das Schildchen entfernt habe, und dabei den Jersey verletzt habe, habe ich einfach eines meiner Nähmschinenmäuschen draufgesetzt. Nur an der Seitennaht, viel dabei gedacht habe ich mir erstmal nicht. Einer meiner Schüler meinte dann aber "Warum machst Du nicht mehr drauf?" - und ich fand, dass er eigentlich recht hatte. Jetzt ist das T-Shirt etwas anders.

Mäuschen als Aufpepper...

Ich habe viele Mäuschen dieser Art - vielleicht lassen sich noch andere Kleidungsstücke verändern. Zugegeben, die Idee war nicht wirklich meine. Und besonderes Aufsehen habe ich gestern damit auch nicht erregt, als ich das Shirt so zum ersten Mal getragen habe. Aber mir gefällt es. Und wenn sich Verwendungen für diese Mäuschen finden lassen, bin ich immer glücklich. Resteverwerterin bis zum letzten... Wie auch bei dem Quilt für die Benefit Auction. Der ist entstanden, weil es mich dauerte, auf der Longarm-Maschine so lange Fäden-Abschnitte zu haben und ich die erstmal alle aufgehoben habe. "Waste no Thread!" sollte er ursprünglich heißen. Aber das kann der nächste ja auch noch.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Kreativität als Prinzip



Ich arbeite ja gar nicht gerne nach irgendwelchen Anleitungen - vielleicht auch ein Grund, weshalb ich bisher nicht richtig ins Kleidung-Nähen eingestiegen bin. (Und ein Grund, weshalb ich gar nicht gerne Anleitungen schreibe, aber das ist ein anderes Thema.) Allerdings bin ich der Meinung, dass meine kreativen Abweichungen von Anleitungen zu durchaus interessanten Ergebnissen führen können. Vielleicht bin ich gerade mal wieder an so einer Sache dran, diesmal im Hobbybereich Stricken.
Ich habe ein ganz tolles Buch mit englischen Anleitungen,


aus denen ich mir eine ausgeguckt hatte, die wollte ich machen:


Natürlich mit dünnerer Wolle - das bedeutet Maschenzahl umrechnen, oder auf gut Glück drauflos stricken… Angefangen hatte ich schon vor einiger Zeit, und die ersten zwei Vorderteile waren zumindest in Teilen schon fertig.



Aber dann haben Bedenken eingesetzt, ich hatte keinen Drang mehr, das Teil als Jacke nach dieser Anleitung fertig zu stricken - und beschloss, es umzuwandeln, zu einem Schal . Der Entschluss kam noch bevor das zweite Vorderteil genau so weit gediehen war, wie das erste. Also konnte ich da schon anfangen, Veränderungen einzubauen. Die Farbfolge umdrehen ist eine, ein bisschen rot noch einbauen eine andere. Prompt stieg wieder die Lust, dieses Strickzeug in die Hand zu nehmen.
Jetzt bin ich gerade in einer Phase, die etwas Geduld erfordert: die zwei Teile noch miteinander zu verbinden ist eine etwas mühselige Angelegenheit. Danach kann dann wieder jedes einzelne  Teil angestrickt werden, aber zuerst muss die Verbindung hergestellt werden. 



Das Stricken beruhigt meine Nerven ein bisschen, während wir darauf warten, wie die Entscheidungen des Landratsamtes in Bezug auf die Arbeitserlaubnisse der Senegalesen in der Klasse ausfallen werden. Nächste Woche soll es so weit sein, und die Anspannung ist täglich greifbarer zu spüren. Da sind ein paar gestrickte Reihen eine willkommene Ablenkung.