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Sonntag, 3. Februar 2013

Ein neues UFO?


Seit Anfang Januar unterrichte ich einen Patchworkkurs für Anfänger an der Volkshochschule Landshut. Jahrelang hatte ich ‚aus der Ferne’ (wir wohnen etwas über 20 km von Landshut entfernt) verfolgt, ob da mal ein Kurs angeboten würde, weil ich ja niemandem aus dem Ort in die Quere kommen wollte. Stattdessen habe ich mich auf die Kurse hier bei uns im Ort konzentriert. Letztes Jahr habe ich einfach mal an der VHS angerufen und angeboten, dass ich einen Kurs halten könnte, und die Fachbereichsleiterin war sofort angetan.
Zwar gestaltete es sich etwas schwierig, einen passenden Termin zu finden, weil der Nähraum der VHS mit den regulären Nähkursen ziemlich ausgelastet ist. Deshalb hat der Kurs, der rein technisch im Wintersemester 2012/13 angekündigt war, erst begonnen, als bereits das Programm für das Sommersemester 2013 vorlag und auch losging.
Aber er findet statt, und ist mit 7 angemeldeten Teilnehmerinnen ausreichend gut angenommen worden, dass über eine Fortsetzung des Angebotes im Herbst nachgedacht werden kann. Das wird dann sicherlich  einer für Fortgeschrittene, der aber auch für Anfänger geeignet ist.

Es ist das erste Mal, dass ich einen Anfänger-Kurs in einen Nähraum halte, so dass die Teilnehmerinnen keine eigene Maschinen mitbringen müssen, aber weil der Kurs im wöchentlichen Abstand stattfindet, natürlich das Problem haben, dass evtl. zu Hause angefertigte Teile wegen der möglicherweise unterschiedlichen Füßchenbreiten nicht mit den Teilen zusammenpassen, die im Kursraum entstanden sind. Kein großes Problem, aber doch eines, das berücksichtigt werden muss.
Aus diesem Grund hatte ich für den Abend, an dem die diagonal geteilten Quadrate auf dem Kursplan standen, sogar auch selbst meine Nähmaschine mitgenommen.  

Schwer bepackt - da ist man um die Rollen am
Koffer schon dankbar, selbst wenn die bei
Schnee und auf Kopfsteinpflaster auch nur
eine zweifelhafte Erleichterung darstellen...
Mir war aufgefallen, dass ich jedesmal, wenn diese Einheit dran ist und die sogenannten „Schnellen Dreiecke“ demonstriert werden mussten, neue diagonal geteilte Dreiecke produzierte, die den Ordner füllten, aber letztendlich zu nichts führten. Die Demo-Produktion eines Abends ist nicht genug für irgendetwas, und weiter verfolgt als Projekt hatte ich das dann auch nie (obwohl ich bei den den früheren Kurs-Abenden ja sogar immer meine eigene Maschine dabeihatte). 


Dieses Mal hatte ich beschlossen, nicht wieder diagonal geteilte Dreiecke auf Halde zu produzieren. Und schon 10 Tage später ergab sich sich die Gelegenheit, mit dem Projekt fortzufahren.
Nach der vergangengen Woche brauchte ich dringend etwas, um die Stoff- und Nadelsucht zu befriedigen, ohne allerdings in große Überlegungen verwickelt zu werden. Also habe ich noch ein paar weitere schnelle Dreiecke genäht.


Bis jetzt sind es zwar nicht genügend viele, um daraus eine Decke zu machen, wie es mir vorschwebt. Noch ist es also ein UFO. Das soll es aber nicht lange bleiben, selbst wenn ich mich möglichst bald wieder an andere Quilts machen möchte. 

Ca. 170 diagonal geteilte Quadrate, ausgehend von einer
Quadratkantenlänge von 10 cm.

Vielleicht spende ich nochmal ein Top für Bonnie Bucknam’s Guatemala Projekt. Oder  überlege mir etwas für die Flüchtlinge, die demnächst hier in der Gegend einquartiert werden sollen.

Samstag, 19. Januar 2013

Ab die Post: Parkett-Top für Maya Familien


Als ich im Herbst den Parkett-Kurs zum ersten Mal unterrichtet habe, hatte ich ja wegen des vorhergegangenen Ausstellungsstresses selbst noch keinen größeren Quilt in der Art genäht. Lediglich die Muster, die im Kurs unterrichtet wurden, hatte ich als kleine Teile genäht, um deren Tücken und Möglichkeiten zu ergründen und etwas zeigen zu können. Vergangene Woche nun hat eine Teilnehmerin vom Herbst voller Stolz ihr Ergebnis aus dem Kurs gezeigt:


Theresia hatte vor dem Kurs lediglich ein Jahr Patchworkerfahrung, und war das lebende Beispiel, dass auch relative Anfängerinnen mit diesem Thema sehr gut zurechtkommen. Ich finde, sie kann zu recht auf diese Decke stolz sein!
Nach dem Kurs habe ich mich dann aber auch selbst drangesetzt und aus einem farblich aufeinander abgestimmten Packen Oakshott-Stoffe, die ich aus Birmingham mitgebracht hatte, und einigen Stoffen aus meinen Vorräten, ein Top genäht. Meine Freundin Bonnie Bucknam betreibt seit einiger Zeit ein Wohltätigkeitsprojekt für Guatemala. Erst hat sie, zusammen mit einigen anderen Quilterinnen, hundert Quilts für die Kinder eines Waisenhauses genäht. Jetzt sind sie dabei, Quilts für Maya Familien in der Gegend zu machen, und ich hatte mir schon gleich als ich davon las, vorgenommen, auch etwas dazu beizutragen. Das Top war bereits vor Weihnachten fertig, ich habe dann nur noch abgewartet, bis bei der Post wieder ein bißchen Ruhe eingekehrt ist, bevor ich es losgeschickt habe. Vorgestern ging es nun, zusammen mit dem Rückseitenstoff, auf die Reise. Bonnie wird’s quilten:

Parkettmuster für Maya-Familien - Detail

Parkettmuster für Maya-Familien, Gesamtansicht

Das nächste Mal findet der Parkettkurs vom 22.-24. März in Alfeld statt, und es sind noch ein paar Plätze frei. Informationen finden Sie hier.

Dienstag, 1. November 2011

Ein Jahr Blog

Gegen Ende meines früheren Lebens als Sprachwissenschaftlerin begegnete mir zum ersten Mal das Phänomen der Hypertexte. Es wurde damals heftig diskutiert, ob solche Texte Literatur sein könnten, wenn sie doch keine ‚endgültige’ Form hätten, erstens, weil sie nie in einer ‚endgültigen gedruckten Fassung’ vorlägen und ständig geändert werden könnten, und zweitens, weil ja verschiedene Leser sie in unterschiedlicher Reihenfolge lesen könnten und deshalb keine ‚gleiche’ Rezeption gewährleistet werden könne. Viele Gedanken habe ich mir darüber zwar nicht gemacht, hielt es aber doch für eine Art vorübergehenden Firlefanz. Als ich dann ein paar Jahre später mitbekam, dass es so etwas wie Blogs gibt, konnte ich mir erstmal recht wenig drunter vorstellen, vor allem hatte ich ein wenig Schwierigkeiten, nachzuvollziehen, warum jemand das Bedürfnies haben würde, ein „Internettagebuch“ zu schreiben, wie das manchmal auf Deutsch genannt wurde.
In einem Gespräch mit Jane Willoughby Scott auf Nancy Crows Farm erzählte sie, dass sie die Empfehlung bekommen habe, Künstler sollten auf jeden Fall einen Blog schreiben. Auch damals konnte ich mir noch nicht recht vorstellen, dass jemand sich dann auch hinsetzen und das lesen würde. Aber dann hat Bonnie Bucknam angefangen, für ihr Guatemala-Projekt einen Blog zu schreiben, den ich ziemlich bald einigermaßen regelmäßig gelesen habe. Über sie habe ich weitere Blogs entdeckt (z.B. den immer wieder interessanten Blog von Kathy Loomis oder den sehr lehrreichen über 365 Maschinenquiltmuster), und irgendwann merkte dann auch ich, dass es erstens Spaß machen kann, Blogs von anderen zu lesen, und zweitens durchaus sinnvoll sein kann, einen eigenen Blog zu schreiben.
Als ich dann vor etwas über einem Jahr anfing, mein Stoff-Abo zu entwickeln, war mir auch ziemlich bald klar, dass ich das auf jeden Fall durch einen Blog begleiten wollte, und dementsprechend waren ja auch die ersten Einträge auf diesem Blog mit diesem Thema beschäftigt. Den ersten Blog-Eintrag schrieb ich in einer Nachtsitzung am 1. November 2010.
Gleichzeitig war dann auch das Bedürfnis entstanden, für meine vielen internationalen Kontakte, die kein Deutsch können und die mir aber sehr wichtig sind, einen Blog auf Englisch zu schreiben, damit die auch eine Möglichkeit hätten, mitzubekommen, was mich in meinem Leben als Quilterin bewegt. Zweisprachig in einem Blog wollte ich nicht machen, um die Lesefreundlichkeit für die jeweilige Zielgruppe zu gewährleisten. Allerdings war mir klar, dass die zwei Blogs nicht vollständig gleich sein sollten, sondern ich würde eine unterschiedliche Gewichtung der Themen verfolgen. Auch, um es für mich interessanter zu machen – immer zweimal den (ungefähr) selben Text in unterschiedlichen Sprachen zu schreiben stellte ich mir etwas öde vor.
Der erste Eintrag auf dem englischen Blog folgte also zwei Tage später. Hauptsächlich aus Kostengründen (Portokosten) vermutete ich, dass ein internationaleres Publikum vermutlich nicht so sehr an den Färbe-Aktivitäten für mein Stoff-Business interessiert wäre, und habe Einträge zu diesem Thema in der Regel auf den deutschen Blog beschränkt. Auf dem englischen Blog berichte ich mehr über meine persönlichen Erfahrungen mit Kunst von anderen, außerdem finden sich dort auch meine Berichte über mein persönliches Daily Art Projekt „Daily Oak“.
Ganz langsam wuchs die Zahl meiner ‚registrierten Leser’ – was meinen Mann erstaunte. Nicht, dass es langsam geschah, sondern dass überhaupt jemand auf die Idee käme... Mittlerweile liest er aber auch manchmal mit.
Über das Jahr hinweg habe ich dann allmählich die verschiedenen Funktionen von Blogger kennengelernt – vermutlich bei weitem noch nicht alle, aber es muss ja auch für mich noch etwas zu entdecken geben. Erst nach ein paar Monaten habe ich kapiert, dass man einen Eintrag entwerfen, speichern, und erst zu einem späteren, vorher festgelegten Zeitpunkt veröffentlichen konnte. Was natürlich schön ist, um vielleicht eine urlaubsbedingte Lücke möglichst gering zu halten, aber andererseits vorher ziemlich in Stress ausarten kann, wenn man mehrere Einträge vorbereiten muss.
Ich bin auch immer noch dabei, zu lernen, was das Schreiben eines Blogs beinhaltet. Was ist wirklich ein gutes Thema, um darüber zu schreiben? Nicht immer hat man wirklich zu jedem Thema etwas Vernünftiges oder Interessantes zu sagen. Aber es spornt an, sich auch über Themen zu informieren, über die man sich sonst vielleicht nicht viele Gedanken gemacht hätte.
Beim Workshop in Falera habe ich dann erstmals gemerkt, dass deutlich mehr Leute lesen, als registrierte Leser am rechten Rand vermerkt sind, weil mich einige der Teilnehmerinnen auf verschiedene Blogeinträge angesprochen haben. 
Im August schließlich hat Blogger seine Oberfläche für die Erstellung geändert, und ich habe auch – für meine Verhältnisse erstaunlich schnell, weil ich mich gar nicht gerne auf neue Benutzeroberflächen einstelle, nachdem ich mich erstmal an eine gewöhnt habe – die neue Variante tatsächlich ausprobiert. Und da kann man Statistiken abrufen, wieviele Leute an welchem Tag den Blog angeklickt haben. Das sieht dann ungefähr so aus:


Zu meiner Überraschung waren da plötzlich ganz viele Leser!  Was mich natürlich sehr erfreut, und an dieser Stelle möchte ich allen danken, die immer mal wieder hier vorbeischauen. 
Ich bin selbst gespannt darauf, wie sich der Blog entwickeln wird, denn die Themen sind sicherlich noch nicht alle ausgeschöpft.

Das einjährige Jubiläum des (deutschen) Blogs fällt ja auch mit dem einjährigen Jubiläum meines Stoff-Abos zusammen. Wie ich das feiern werde, können Sie übermorgen hier auf dem Blog lesen.