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Samstag, 31. März 2018

Vernachlässigte Vorräte...


Leider bin ich zwar ziemlich fleißig, und eigentlich auch ganz gut strukturiert, aber nicht besonders ordentlich. Und Buchführung oder solche Sachen sind überhaupt nicht mein Ding. Deshalb ist die Webseite längst Update-Überfällig. Und Visitenkarten habe ich schon lange keine mehr. Außerdem sind jetzt auch die Grußkarten alle weg. Das habe ich alles lange vor mir hergeschoben.
In Vorbereitung auf den Trip zur Quilt-Expo Beaujolais, der am 9.4. ansteht, wollte ich jetzt heute diesem Missstand Abhilfe schaffen. Eigentlich hatte ich die Idee mit den Grußkarten schon länger aufgegeben, weil ich sie normalerweise bei einem Drucker bestelle und wusste, dass das zeitlich nicht mehr hinhauen würde, auch, weil ich keine Zeit hatte, die Druckvorlagen in Ruhe zu erstellen. Erst heute Nacht bin ich auf die Idee gekommen, dass ich ja auch versuchen könnte, sie noch mit Express-Zustellung über vistaprint zu bestellen. 
Nun habe ich ca. 2 Stunden mit Hochladen, Design etc. zugebracht. Dabei habe ich einerseits festgestellt, dass ich versäumt habe, alle Quilts vom Profi fotografieren zu lassen. Einige der Motive, die ich gerne auf den Karten gehabt hätte, waren nicht in ausreichender Fotoqualität vorhanden. Eine Beschränkung auf lediglich 5 Motive, die ich mir dann ausgesucht hatte, hat auch nicht geklappt, weil ich es nicht hinbekommen habe, die Webseite davon zu überzeugen, dass sie meine eigentlich hochkantigen Bilder, die ich trickreich auf die Seite gelegt habe, damit die lediglich als horizontale Karten bestellbaren Grußkarten in Wahrheit dann vertikal würden, akzeptiert. Bis zu dem Schritt, in dem ich die Webseite dann auch noch hätte davon überzeugen müssen, dass der Text auf der Rückseite auch anders angeordnet sein muss, bin ich gar nicht vorgedrungen. 
So habe ich beschlossen, dass es bei der Bestellung der Visitenkarten bleibt. Dann werde ich einfach lieber nach meiner Rückkehr wieder beim Drucker bestellen, vorher alles in Ruhe vorbereiten.
Zum Verkauf habe ich dann eben keine dabei. Was allerdings auch den Vorteil hat, dass ich sie gar nicht erst mit hin transportieren muss. Ein paar Postkarten kann ich zwar mitnehmen, aber das sind dann Quilts, die dort nicht hängen werden. 
Oder ich ändere noch meine Auswahl. Denn die habe ich auch erst in den letzten Tagen angefangen. Jedenfalls war ich heute bei der Durchsicht meiner Bilder erfreut, zu entdecken, dass ich doch wirklich einige schöne Quilts gemacht habe, die teilweise noch nicht mehr als einmal öffentlich gezeigt worden sind. Zum Beispiel dieser:

Shapes 16, 40 x 40 cm

Jetzt muss sich noch herausstellen, ob ich mit dem Auto fahren werde, oder doch den Zug nehmen kann. Das hängt davon ab, ob ich am Montagvormittag noch unterrichten muss, oder schon vor dem Aufstehen den Zug nehmen kann.

Montag, 12. März 2018

Pläne, Listen, ...

Ich mach und tu den ganzen Tag, alles, was ich mache, ist irgendwie wichtig und überfällig, und trotzdem komme ich kaum mal dazu, einen Blick auf meine to-do-Liste zu werfen, auf der alle die Sachen stehen, die noch viel überfälliger sind und viel dringender gemacht werden müssten...
Ich vermesse und zähle Quilts für das 70-273 Projekt, kämpfe mit dem Baby Jane, suche nach gelben Resten, die ich für mein "A Scrap a Day" verwenden kann. Zwischendurch mal eine Fahrt zur Zentralen Ausländerbehörde in Deggendorf mit langer Wartezeit, der Versuch, meine diversen Chaos-Stätten aufzuräumen...
Gerade wollte ich eine Fahrkarte für die Bahn buchen, weil ich zur h+h nach Köln fahren werde, aber die Webseite der Bahn schert immer wieder aus, das wird also erst morgen passieren. Und so wurschtelt man sich durch den Tag, hat nie das Gefühl, alles erledigt zu haben, weil auch wirklich noch nicht alles erledigt ist, außer man selbst. Und fragt sich, wo man denn nun irgendwelche Abstriche machen könnte. Findet keine guten Ansatzpunkte. Und geht jetzt einigermaßen rechtzeitig ins Bett, mit immer noch vielen unerledigten Sachen auf der Liste...
Gute Nacht!

Freitag, 5. August 2016

Aufholjadgen

Die vergangene Woche war mal wieder ein Beispiel dafür, dass man es fast lassen könnte, Pläne zu machen. Sie müssen ohnehin geändert werden...
Eigentlich wollten mein Mann und ich - während der Sohn im Basketballcamp war - zur Geburtstagsparty seines Bruders fahren. Dann wurde mein Mann aber krank. Also sind wir nicht gefahren, und so konnte ich mich der Tatsache stellen, dass ich mit den Journal Quilts für die Contemporary Group der Britischen Gilde ziemlich hinterherhinke. Bis Ende August müssen vier weitere kleine Quilts in der Größe 8 x 10 Inch auf die Webseite hochgeladen sein, dieses Mal jeweils mit einem Stück grünem Stoff darin. Und da ich kommenden Mittwoch nach Birmingham fliegen werde und wir ab 22.8. in Urlaub sein werden, musste da noch ein bisschen was passieren!
Ideen hatte ich zwar schon mal gewälzt, aber bis gestern war noch keiner fertig. Jetzt sind es immerhin schon zwei, und der dritte ist angefangen.

Journal Quilt für Mai 2016
Journal Quilt für Juni 2016

Und der angefangene soll morgen auf die Longarm-Maschine gehen. Zwar ist es vielleicht ein wenig lächerlich, einen Quilt von einer Größe weniger als A4 auf die Longarm zu spannen, aber ich denke, auf dieser Größe kann ich auch gut mal etwas ausprobieren.

Anfänge für Journal Quilt Juli 2016

Und wenn es nicht gut wird, dann ist nur meiner kaputt. Und nur ein kleiner. Aber was sollte schon schief gehen? Mir hat bisher noch immer gefallen, was ich auf der Longarm gemacht habe...
Eine weitere Aufholjagd läuft auf dem Gebiet des 'Baby Jane', der auf der facebook-Seite für die Patchworkgilde läuft. Da hatte ich diese Woche seit längerem mal wieder das Gefühl, wie es ist, tatsächlich wenigstens einen der zwei Blöcke in der Woche zu nähen, in der er 'aufgegeben' wurde. Und vielleicht schaffe ich den zweiten auch noch? Die Woche ist ja noch nicht vorbei, das Kind im nächsten Basketballcamp, und inzwischen sind auch alle Stoffe für die Juli-Kollektion gefärbt (das ist die dritte Aufholjagd) - so spät war ich mit dem Abo noch nie dran! Jetzt noch bügeln, schneiden, verpacken. Aber Montag geht alles in die Post.

Donnerstag, 18. Februar 2016

Reisepläne

Es ist seit einigen Jahren das erste Mal, dass ich keinen handgebundenen Kalender von Susanne Muuss habe, die ja leider letztes Jahr verstorben ist. Zwar habe ich einen Ersatz besorgt, der mir auf Dauer sicherlich gute Dienste leisten wird, aber so ganz habe ich mich noch nicht daran gewöhnt. Vielleicht auch, weil er so unauffällig schwarz ist. 

Links der letzte Kalender von Susanne Muuss, vom vergangenen Jahr -
er wird bald eine zweite Runde drehen als Notizbuch!
Und rechts der Neue, an den ich mich noch gewöhnen muss,
wenn ich tatsächlich mal weiß, wo er ist.

Jedenfalls habe ich dieses Jahr schon ein paar Terminprobleme gehabt, weil ich es einfach nicht hingekriegt habe, meine Termine einzutragen, oder den Überblick zu behalten. Oder in den Kalender zu schauen, weil ich ihn gerade mal wieder nicht gefunden habe.
Nachdem bereits einige Wochen des Jahres ins Land gegangen sind, wurde es nun Zeit, teilweise vage angedachte Planungen zu konkretisieren. Vor zwei Wochen kam zum Beispiel die offizielle Einladung zum Unterrichten beim Jahrestreffen der Israel Quilters Guild, die mir schon länger angekündigt war, und für die ich extra einen Zeitram Ende Juni/Anfang Juli freigehalten hatte. Dafür habe ich den Flug gebucht und bin sehr gespannt. Ich war noch nie in Israel, und es freut mich sehr, dass ich über die Quilterszene einen Einblick in das dortige Leben gewinnen kann, wie er vermutlich ‚normalen’ Touristen nicht so leicht möglich sein wird.
Außerdem hat es auch geklappt, dass ich wieder zum Festival of Quilts in Birmingham fahren werde. Auch dafür ist der Flug gebucht, und es geht jetzt nur noch ums Hotel.

Ansonsten habe ich an diversen Verpflichtungen gearbeitet, die ich eingegangen bin: da ich mich für die Journal Quilts der Contemporary Quilt Group angemeldet habe, und dieses Jahr nicht schon wieder einen Rückzieher machen will, muss ich da langsam mal zu Potte kommen.
Ich habe ihn sogar trotz der geringen Größe (8 x 10 inch, also 20 x 25 cm) teilweise auf der Longarm gequiltet. Vielleicht ein bisschen overkillmäßig, das kleine Ding da auzuspannen. Aber andererseits, wenn sie da ist, gerade kein anderer Quilt drauf ist, warum auch nicht.



Der blaue Stoff ist der Rest von einem afghanischen Srück, das dort von den Frauen in die Burkas eingenäht wird. Ich hatte Pascale Goldenberg mal eines abgekauft, habe es gefärbt, und dann zum größten Teil in einem Quilt für die International Threads verarbeitet, der gerade der Fertigstellung entgegen geht. Ein kleines bisschen will ich noch von Hand weitersticken, bevor der Rand endgültig geschlossen wird.

Noch nicht ganz fertig, aber auf dem Weg dorthin:
"Thinking of Nasrin" (das ist der Name der Stickerin der
Afghanistan-Quadrate)

Dann habe ich ja den Irrsinn begangen, mich in die Truppe der Gilde-Dear-Jane-Fanatikerinnen einzureihen, die unter gekonntem Coaching von Bea Galler über facebook an den Blöcken für dieses Riesenteil sticheln. Ich verwende nur eigene handgefärbte Stoffe, weil ich für mich eine deutlich andere Farbpalette wollte, als ‚der’ Quilt aus der Vorlage. Ich bin zwar immer mal wieder hintendran, und wenn ich aufgeholt habe, muss ich überlegen, welche der fertigen Blöcke jetzt eigentlich noch fotografiert werden müssen, oder welche es schon sind, deshalb bin ich vor allem auch mit dem Hochladen auf facebook immer im Verzug. Und ob ich alle Blöcke machen werde, weiß ich noch nicht. Aber mal sehen.





Prompt ist bei diesem Unternehmen aber auch noch ein Nebenprojekt herausgesprungen. Ich habe es nämlich glatt fertig gebracht, mich einmal in Bezug auf die Größe des Nine Patch zu vertun, und stand dann mit einem zu klein geratenen Nine Patch da. Der mir aber von der Größe her sehr gut gefiel. 1-inch-Streifenbreite ist einfach eine schöne Größe! Also habe ich angefangen, aus rumliegenden Resten weitere Nine-patches in der Größe zu nähen. Ideal für den Zustand des therapeutischen Nähens, den ich in den letzten Wochen durchlaufen habe. Jetzt ist schon ein beachtlicher Stapel zusammengekommen.

Resteverwertung total!




Genau das Richtige, um es am Wochenende an den Petersberg mitzunehmen, wo ich einmal „Patchwork der Amischen“ unterrichte. Irgendwann werde auch ich, wenn die Kursteilnehmerinnen in Gang gekommen sind, ein bisschen zum Nähen kommen, und dann ist so etwas genau das Richtige!

Freitag, 5. Februar 2016

Stricken für einen guten Zweck - Vorbereitungen

In den letzten Wochen habe ich immer mal wieder ein paar Strickmuster aus einem der zahlreichen englisch-sprachigen Strickbücher, die ich mir in den letzten zwei Jahren zugelegt hatte, ausprobiert.

Nur eine kleine Auswahl aus meiner Schatzkiste!
Obwohl ich wirklich sehr gut Englisch spreche, hatte ich in meinen jüngeren Jahren eigentlich nie 'auf Englisch' gestrickt. Es hat ein wenig gedauert, bis ich mich in die Notationsweise hineingefunden hatte. Inzwischen kann ich die englischen Anleitungen aber ganz gut verstehen, und irgendwann fing ich an, sie auch ins Deutsche zu übersetzen.



Erst dachte ich, ich mache daraus eine Art "Adventskalender" zum Aufbrauchen von Sockenwollresten. Aber dann hatte ich Bedenken - jeden Tag ein neues Strickmuster, und das in einer Zeit, wenn sowieso niemand gut oder ausreichend Zeit hat, um sich gemütlich hinzusetzen, da ist Scheitern im Sinne von 'sofort ins Hintertreffen geraten' ja vorprogrammiert. Und dann vielleicht auch die Bereitschaft geringer, überhaupt erst mitzumachen? Nach weiteren Überlegungen und im Gespräch mit anderen Strickerinnen hat sich das Projekt nun ein wenig gewandelt.

  • Erstens wird es ein Wohltätigkeitsprojekt. Aber keines der üblichen Sorte, wo man Socken strickt, die auf einem Basar für viel zu wenig Gewinn verkauft werden. Sondern dies wird: Stricken für einen guten Zweck, und das Ergebnis bleibt dem/der Stricker/in! Ich werde zwar eine Gebühr für das Versenden der Anleitungen erheben, aber alles an zwei verschiedene Kinderprojekte spenden. (Eines an eine Kinderhilfe in Ruanda, und eines für den Aufbau bzw. Unterhalt einer Kindertagesstätte in Guatemala.) 
  • Zweitens wird es kein Adventskalender, sondern es geht im Juni los
  • Drittens gibt es fünf verschiedene Musteranleitungen, und es wird ein Schal (Anleitung für zwei verschiedene Breiten) - man könnte den Schal also bis Weihnachten gut fertig haben, ohne im Advent in ausgeprägten Strickstress zu verfallen. 
  • Viertens hätte man eine gute Gelegenheit, wenn man vielleicht beide Varianten strickt, schon frühzeitig an Weihnachtsgeschenke zu denken?
  • Fünftens habe ich schon eine E-mail-Adresse für das Ganze eingerichtet, über die das dann abgewickelt wird, wenn es losgeht. 
  • Sechstens hat meine gute Freundin von beecosydesign (hier ein Link zu ihrem neuen Blog) sich bereit erklärt - nein, noch besser: sie hat sich angeboten! - meine Teststrickerin zu machen. 
  • Und siebtens sind wir beide jetzt kräftig am Nadeln, um herauszufinden, ob meine Berechnungen stimmen, ob die Muster zueinanderpassen, ob es machbar ist...


Derzeitiger Stand meiner Version - schmaler Schal aus Sockenwolle.

Ein paar andere Leute habe ich schon angesprochen, und hoffe, dass sich ganz allmählich jetzt das Projekt rumspricht. Wer Interesse hat, mitzumachen, kann mir über das Kommentarfeld hier im Blog (E-mail-adressen werden nicht veröffentlicht) oder über die Kontaktseite meiner Webseite eine Nachricht zukommen lassen und wird dann weiter über Start, Zahlungsmodalitäten etc. informiert. Selbstverständlich werde ich auch gelegentlich wieder auf dem Blog darüber berichten, ohne dass er zu einem Strickblog mutieren wird.
Also: bitte an alle bekannten und zu überzeugenden Stricker/innen weitersagen. Je mehr Leute mitstricken, desto mehr können wir gemeinsam für die Kinder spenden. Und es sind wirklich tolle Muster dabei!

Samstag, 26. September 2015

Selbstvergewisserung

Es hat fast die ganze Woche gedauert, bis ich mich einigermaßen von der Aufregung um meinen verlorenen Quilt erholt habe. Erst heute hatte ich den Eindruck, dass ich wieder ungefähr ‚in der Spur’ gelaufen bin. Zwar habe ich mich einerseits schon gefreut, als endlich die Nachricht kam, dass der Quilt doch noch angekommen war. Andererseits hat es an mir genagt, dass er in Ste. Marie-aux-Mines selbst nicht Teil der Ausstellung gewesen war, und auch, dass er nicht für die Preise in Betracht gezogen werden konnte. Vermutlich hätte ich ja gar keinen Preis gewonnen – aber weiß man’s? Da gilt eben doch der Werbespruch ‚nur wer mitspielt, kann gewinnen’. Und wenn man mitgespielt hat, aber das mitspielende Objekt nicht wirklich anwesend ist... Nun gut, jetzt geht es wieder, ich habe es abgehakt und denke weiter.
Wie es wohl nächstes Jahr im Elsass sein wird? Was wird das neue Management beibehalten, was verändern?



Ein Teil meines Durchhängers kam vielleicht auch daher, dass ich mittlerweile nicht mehr so ganz einschätzen kann, wie das mit den Flüchtlingen eigentlich weitergehen soll. Zwar haben wir hier in der Stadt von dem letzten Riesenansturm, der nach der Grenzöffnung durch die Bundeskanzlerin über Bayern hereingeschwappt ist, noch nichts ‚abbekommen’, weil es einfach momentan keine weiteren zur Verfügung gestellten Unterkünfte gibt, in denen sie wohnen könnten. Aber erstens kursieren Gerüchte, es könnte vielleicht die eine Sporthalle für Flüchtlinge hergerichtet werden, und zweitens war auch schon bei denen, die im August hier neu angekommen sind, eine andere Erwartungshaltung zu erkennen, als bei denen, die wir seit Februar betreuen. Durch bewusste Fehlinformationen geweckte hochgesteckte Erwartungen führen dazu, dass Hilfeleistungen aus der Bevölkerung gering geachtet werden, weil sie natürlich nie an die versprochenen Häuser, Geldmengen und Autoschlangen heranreichen, die vielen in Aussicht gestellt wurden. Da wird das Helfen schwieriger. Und ich kann mir vorstellen, dass es passieren könnte, dass die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung das nicht lange aushält. Jedenfalls kommen da sicherlich spannende Zeiten und deutliche gesellschaftliche Veränderungen auf uns zu.

Während ich mich durch die Woche geschleppt habe, immer mit einem Auge auf den Umstellungen, die die Familie gerade durchmacht, weil der Schulwechsel aufs Gymnasium stattgefunden hat und in der zweiten Schulwoche dort auch allmählich ein Rhythmus einkehrte, wurde ich auch noch durch den Piepser am Backofen getaktet. Denn es war Färbewoche für das Stoff-Abo, und da galt es, erst regelmßig zum Umrühren in den Keller zu sausen. Anschließend piepste es dann immer zum Endzeitpunkt der verschiedenen Waschgänge, die die gefärbten Stoffe beim Auswaschen durchlaufen. Gerade habe ich die letzte der sechs Farben fertig gebügelt, und am Montag wird geschnitten und verpackt. Diesmal kommen Lila-Töne.



Und ich habe mich immer wieder an die Nähmaschine gesetzt, um meinen Quilt für die SAQA-Ausstellung Migration voranzutreiben. Der Text ist jetzt fertig, alle Fäden auf der Vorderseite sind gekappt, und sogar den Rand habe ich schon angefangen. Ich bilde mir ein, die restlichen Fäden auf der Rückseite kann ich auch noch nach dem Fototermin abschneiden, die sieht man ja auf dem Foto nicht. Meine Planung für einen weiteren Quilt, den ich noch vor meiner Abreise nach Neuseeland fertigstellen wollte, und von der ich mir einbildete, dass sie ganz großartig sei, ist allerdings im Moment erstmal ein wenig ins Wanken geraten. Irgendwie alles zu überfrachtet, kopflastig – und ich muss auf jeden Fall eine oder sogar zwei Nächte drüber schlafen. Vielleicht nähe ich vor meiner Abreise einfach nur was ganz Traditionelles, um dann nochmal auf der Longarm loszulegen...?

Dienstag, 4. November 2014

Pläne und die Bahn

Ich halte mich nicht für besonders weise oder lebenserfahren. Aber zwei Dinge habe ich in meinem allmählich auf das biblische Alter von 50 Jahren zugehenden Leben doch gelernt. Das erste, zusammenhängend mit meinen Schnitt-in- diverse-Finger-Erfahrungen, ist, dass man auf keinen Fall Kosten bei der Anschaffung einer guten Küchenmaschine scheuen sollte. (Keine Angst – es gibt hier gerade keine weiteren Katastrophen zu vermelden, die Maschine funktioniert, und die Messer handhabe ich mit besonderer Vorsicht.) Und das zweite, vielleicht die deutlich wichtigere Erkenntnis, ist, dass Pläne lediglich dafür gemacht werden, um anschließend geändert zu werden.
Heute mittag ahnte ich noch nicht wirklich etwas - schönster Sonnenschein bei völlig un-novemberlichen Temperaturen:


Aber dann die Nachrichten um 17 Uhr, und gerade erlebe ich es mal wieder, das mit den Plänen. Seit über einem Jahr ist festgelegt, dass ich am kommenden Wochenende einen Kurs in Hamburg unterrichten werde, und genauso lange bin ich der Überzeugung, dass ich diese Fahrt mit der Bahn antreten werde. Auch eine Fahrkarte habe ich seit einiger Zeit. Ich hatte nach den letzten vier Wochenenden, von denen ich drei zeitweise auf der Autobahn zugebracht habe, auf eine ruhige Reise gehofft, sozusagen als Einläuten in die ‚ruhige Zeit’, denn es ist die letzte quiltbezogene Fahrt, die dieses Jahr ansteht. Aber die GdL ist anderer Meinung.
Nicht mal meinen Notfallplan, dass ich meine Zugkarte, die eigentlich für Freitag gilt, umtausche in eine für Donnerstag, also einen Tag früher fahre, und mir wegen der Rückfahrt erstmal keine Gedanken machen werde, lassen sie durchgehen. Weil sie schon am Donnerstag streiken wollen. Ehrlich gesagt, finde ich das Ausmaß dieser Arbeitskämpfe deutlich übertrieben. Nicht, weil ich davon betroffen bin. Sondern weil es mir vollkommen unverhältnismäßig vorkommt, so lange schon, immer wieder, und es scheint doch so, als ob da der Machthunger eines einzelnen befriedigt werden soll, auf Kosten von vielen, die auf die Bahn als Fortbewegungsmittel angewiesen sind.
Nun muss ich schauen, dass unser Termin fürs Winterreifen aufziehen ein paar Stunden vorgezogen werden kann, denn der ist eigentlich für Donnerstag am späten Vormittag angesetzt. Oder um ein paar Tage nach hinten verschoben ... Die Kinderbetreuung am späten Nachmittag, wenn mein Mann einen unverschiebbaren Termin hat, ist bereits organisiert. Und ich werde am Donnerstag in aller Ruhe und Gemütlichkeit losfahren, mit Zwischenübernachtung und viel Zeitpuffer, um durch den Elbtunnel zu kommen.

Zwar kann ich nun ein paar Stoffe mitnehmen, was ich im Zug nicht gemacht hätte. Aber ich wäre doch lieber mit der Bahn gefahren!

Mittwoch, 25. September 2013

Alle meine Baustellen

Im vergangenen Jahr war das European Patchwork Meeting der Endpunkt meiner Anspannungsphase, weil ich nach Fertigstellung aller Quilts für die Ausstellung und der Ausstellung selbst erstmal etwas entspannen konnte.
Dieses Jahr scheint es anders zu sein. Denn nach meiner Rückkehr aus Ste. Marie-aux-Mines habe ich eine Liste gemacht, was im nächsten Jahr quiltmäßig alles wünschenswert wäre bzw. schon geplant ist. Und bin in eine Art Schock verfallen. (Glücklicherweise keine vollständige Schockstarre, denn das wäre fatal. Aber es wird schwierig genug.)
Wenn ich mir genau anschaue, was ich alles machen will, dann brauche ich mich nicht mal zu fragen, wie ich das denn schaffen soll. Denn es ist schlicht und einfach nicht möglich:
Tradition bis Moderne. Ausstellung in Freiburg. European Art Quilts. Ausstellung in Prag. Teilnahme an einer Ausstellung zum Thema „Strahlung“ im Juni in Genf. Wettbewerb in Ste. Marie-aux-Mines. Ausstellung in der Schweiz. Quilt National. Ausstellung im Fagus-Werk in Alfeld. Und das sind erst mal nur die Ausschreibungen, von denen ich bereits weiß. (Und keine Kurse, die ich unterrichten werde, keine Stoffmärkte, an denen ich teilnehmen möchte, von den Stoff-Abo-Färbeaktionen ganz zu schweigen.) Es könnten ja auch noch mehr Ausschreibungen rauskommen, an denen ich eigentlich gerne teilnehmen würde.
Ausstellungen würde ich aber keine eigenen mehr annehmen. Und eine Ausschreibung, an der ich eigentlich teilnehmen wollte, habe ich bereits gestrichten. (ABBA – wer daran interessiert ist und bis 10. Oktober noch etwas hinkriegt, kann sich hier informieren.)
Wie ich das alles schaffen werde? Ich weiß es nicht. Es wird jedenfalls spannend.
Werde ich einen Quilt bei der Tradition bis Moderne einreichen? Ich weiß es noch nicht. Ich hatte irgendwie mit dem Einreichedatum Ende Dezember gerechnet, und erst jetzt im letzten Heft der Patchworkgilde registrierend gelesen, dass es bereits der 30. November ist. Das Einreichen hängt nun davon ab, ob ich mit meiner Einreichung in Japan ausjuriert werde oder nicht. Wenn ich ausjuriert werde, hätte ich einen Quilt, den ich unter „zeitgenössische“ bei der Tradition bis Moderne einreichen könnte. Und wenn ich da ausjuriert werde, könnte ich es dann einfach nochmal bei der European Art Quilts probieren. 
Bei meinem derzeitigen Glück bei Einreichungen halte ich es sogar fast für wahrscheinlich, dass ich in Japan nicht angenommen werde. Dann bräuchte ich auch nicht schon wieder zum Zollamt zu fahren. (Hier ist ein englisch-sprachiger Bericht über meine diesjährigen zahlreichen Erlebnisse beim Zoll.)
Andererseits bräuchte ich bei meiner bisherigen Annahme-Quote mir eigentlich auch keinerlei Bemühungen um die Tradition bis Moderne machen. Denn da werde ich auch nicht angenommen. Bisher jedenfalls noch nie. Gleiches gilt auch für European Art Quilts. Andererseits ist da ja immer noch die Hoffnung, dass es vielleicht doch einmal anders sein könnte, und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Wir werden also sehen, wie sich das entwickelt. Zur Zeit sitze ich an diversen Vorbereitungsarbeiten für den Quilt für die Strahlungsausstellung. Und ich bin einigermaßen zuversichtlich, dass ich den so schnell zumindest so weit in die Gänge bekommen werde, dass ich mir überlegen könnte, ob ich einen traditionellen Restquilt, der zwischendurch wider Erwarten doch fertiggenäht wurde, eben doch noch bis Ende November gequiltet bekäme. Dann könnte ich zwei für die T bis M einreichen, einen traditionellen und einen zeitgenössischen. Oder nur einen traditionellen.
Das Gute ist, dass das Erstellen dieser Liste zu einer kreativen Spannung geführt hat, die sich in zahlreichen Ideen äußert. Ich muss mir bloss immer merken, wo denn gerade das entsprechende Notizbuch ist, das zu einem bestimmten Thema gehört, damit ich alle Ideen festhalten kann. Und dann meine mehr oder weniger bewährten Listen schreiben (auch dafür muss ich den Überblick behalten, wo denn nun gerade diese Büchlein ist – im Moment gerade, z. B., ist es mal wieder nicht in Griffweite.)

Das Problem mit der Zeit ist dann immer noch ein anderes. Aber darüber heute auch nicht mehr, denn ich habe noch einiges zu tun, und dann ist es Zeit, zwischendurch auch ein paar Stunden Schlaf einzuschieben.
So wie dieser kleine Schmetterling, der sich heute vormittag auf der Sonnenseite des Nachbarhauses niedergelassen hatte. (Obwohl der vermutlich nicht geschlafen hat...):

Leider fängt mein Fotoapparat zu schwächeln an,
daher diese dunklen Flecken (irgendwelcher Dreck im Gehäuse)...

leider ist mein Zoom nicht stärker...
aber man kann immerhin erkennen,
dass es ein Tagpfauenauge war!

Freitag, 27. Juli 2012

Auf Kohlen.


Schon seit längerem gehört zu meinen Planungen eine – in der Regel in der Mitte des Monats gelegene – ‚geblockte’ Woche, für die in großen Buchstaben FÄRBEN im Kalender steht. Das gibt mir ausreichend Zeit, die verschiedenen Färbe- und Waschgänge in relativer Ruhe zu absolvieren. Das Bügeln ist ja dank der Bügelmaschine inzwischen der geringste Teil... Zeitaufwändig wird dann nochmal das Zuschneiden und Verpacken. Letztes Mal lag die geblockte Woche wegen der Patchworktage etwas später, und war, wieberichtet ja auch etwas stressiger als sonst.
Dieses Mal sollte das wieder ganz anders werden. Die geblockte Woche begann am 16. Juli, und eigentlich sollte bis jetzt alles fertig sein, damit die Juli-Kollektion auch wirklich, wie es in der Abonnements-Beschreibung steht, „Ende des Monats“ rausgeschickt werden kann.


Als am 18. Juli aber mein Stoff, der im Färbemonat gegen Mitte des Monats vom Stofflieferanten geschickt werden soll, noch nicht da und auch noch nicht durch eine vorausgeschickte Rechnung angekündigt war, begann ich nervös zu werden. Ich hatte gedacht, ich bin so richtig schlau, und lasse mir den Stoff immer einigermaßen termingerecht schicken, dann werden die durch die Lieferung entstehenden Kosten schnell durch die Abo-Zahlungen ausgeglichen. Auf Nachfrage bei der Firma erhielt ich die Antwort sie warteten noch auf die Lieferung aus den USA. Diese sollte am 25. bei Ihnen eintreffen, sie würden dann sofort verschicken.
Nun ist es ja wirklich nicht so, dass ich nichts anderes zu tun hätte, ich habe bereits da zum ersten Mal das Zen-Prinzip des "mach das Beste aus dem, was kommt" angewendet und die zu diesem Zeitpunkt unerwartete ‚freie’ Zeit genutzt: Linienspiel XXXI wurde vollständig gequiltet und mit Rand und Tunnel versehen. Ein Punkt auf der Liste für Ste. Marie-aux-Mines, der abgehakt werden kann. Auch Linienspiel XXX, schon lange fertig gequiltet, bekam endlich einen Rand und Tunnel, und Linienspiel XXIX ist in weiterer Bearbeitung. Gefühlte hunderttausend Fäden mussten dann vernäht werden.


Jetzt möchte ich ihn doch ein wenig besticken, weil er mir so noch zu nackt ist. Außerdem habe ich Überlegungen angestellt, ob ich nicht doch noch etwas bei Quilt National einreichen sollte (und mich entschieden). Außerdem habe ich mich um den Nachschub für die Leisten gekümmert – was zu diesem Zeitpunkt auch gut war, denn der Baumarkt, bei dem ich sie immer besorge, hatte keine da und musste sie auch erst bestellen. Wenn ich da erst bis zum Schluss gewartet hätte, hätte ich mich vermutlich sehr geärgert. Und die Jurierung für den Wettbewerb in Ste. Marie stand in dieser Woche auch noch an, was ja eine durchaus zeitaufwändige Sache ist.
Letzten Mittwoch sollte also der Liefertermin bei meinen Lieferanten sein. Donnerstag von meiner Seite aus die vorsichtige Nachfrage. Antwort: der Stoff liegt noch beim Zoll. Sie hoffen, dass sie ihn bald kriegen (vielleicht noch am Donnerstag, vielleicht erst am Freitag), und verschicken dann sofort. Aber vor Montag - welches dann der 30. Juli ist – ist nicht damit zu rechnen, dass der Stoff bei mir eintrifft.
Am Mittwoch beginnen die Sommerferien meines Sohnes, und mein Mann hat Urlaub. Es sieht so aus, als ob die beiden sich zumindest die ersten zwei Tage alleine werden vergnügen müssen.
Gelernt habe ich daraus natürlich etwas, wiederum ganz im Sinne des Zen-Mottos – ich werde immer genug Stoff auf Lager haben, dass ich auch bei einer fehlenden Lieferung eine Abo-Kollektion färben könnte. Soviel finanziellen Puffer habe ich ja aber inzwischen glücklicherweise angesammelt. 
Jetzt hoffe ich nur, dass der Zoll den Stoff bald freigibt...

Montag, 23. Juli 2012

Zen im Alltag...


Seit einiger Zeit verfolge ich ziemlich regelmäßig den Blog von India Flint, „Not all those who wander are lost“Auf diesem habe ich neulich auch den Link zum Eintrag „Simplicity Redefined“ des Blogs ZenHabits entdeckt und angeklickt. Ich bin bisher nicht gerade eine vehemente Verfechterin des Zen gewesen, aber dieser Blog hat doch mein bereits vorhandenes Interesse weiter genährt – und gerade dieser eine Eintrag hat mir letzte Woche sehr geholfen.
Dass Pläne nur dazu da sind, um im Wesentlichen geändert zu werden, und nur in den seltensten Fällen auch wie geplant realisiert werden, habe ich schon öfter in meinem Leben festgestellt. Das kann sich auf große Lebenspläne beziehen, oder auch auf kleinere Ereignisse.
Mein Sohn wurde letzte Woche krank. Abends 38,5 Grad Fieber, da war es klar, dass er am nächsten Tag nicht in die Schule gehen würde. Außer der Schule wäre aber auch noch die Schlagzeugstunde gewesen, und für den Nachmittag war er mit einem Freund verabredet. Er wäre eigentlich fast den ganzen Tag weg gewesen. Mein Mann war auf Fortbildungsveranstaltung – ich hätte einen ganzen Tag zum ungestörten Arbeiten gehabt. Stattdessen nun das Kind krank zu Hause, aber nicht krank genug, dass er gespürt hätte, wie sinnvoll es wäre, im Bett zu bleiben. An Arbeiten war also nicht wirklich zu denken. Ein ganzer Arbeitstag, mit dem ich fest gerechnet hatte, dahin. Wir haben also erst gemeinsam meinen neuen Wollwickler ausprobiert. (Eigentlich ein geniales Gerät, nur die Gesamtanordnung muss noch optimiert werden – im Prinzip aber wohl tatsächlich etwas, mit dem Wollstränge auch von einer Person alleine und relativ schnell aufgewickelt werden können.)


Dann habe ich ihm vorgelesen, wir haben Ligretto gespielt, und Tier auf Tier, wieder vorgelesen, das selbstgestaltete Memory „Wolken“ (mit 50 Paaren, nur Wolkenbilder! einen Vorgeschmack kann man hier sehen) ausprobiert, wieder vorgelesen...
Wie hieß es in dem Zen-Blog? Ein guter Reisender hat keine festen Pläne. Nimm das an, was kommt. Ein ganzer Tag mit meinem Sohn verbracht und verspielt. Was zählt es da schon, dass die Arbeit liegengeblieben ist?

Sonntag, 13. Mai 2012

27, 28, 29. Plus 1.


Allmählich rückt der Abgabetermin für die Liste der in Ste. Marie-aux-Mines auszustellenden Quilts näher. Dieser Abgabetermin liegt drei Monate vor dem Ausstellungstermin. Das kann ich zwar einerseits gut verstehen, weil die Organisation eines so großen Events eine ganze Menge Arbeit bedeutet, und es für die Verantwortlichen sicherlich nicht so lustig wäre, in den letzten drei Tagen vor Ausstellungseröffnung die Schildchen für die Quilts der verschiedenen Ausstellungen auszudrucken. Andererseits wollen sie aber auch möglichst neue Quilts in der Ausstellung hängen haben, und es ist ja nicht so, dass ich in den letzten drei Monaten vor der Ausstellung gar nicht mehr nähen will/werde/kann.
Also gebe ich gerne zu, dass ich den Termin um mindestens sechs Wochen zu früh finde. Bei mir kommt außerdem noch dazu, dass unser richtiger Familienurlaub dieses Jahr in den Pfingstferien stattfindet, die wiederum direkt vor diesem Abgabetermin liegen. Ich muss und will meine Liste also vor unserer Abfahrt fertig haben. Wir reisen auch mit dem Zug, und ich kann und werde keine Nähmaschine mitnehmen (was ich durchaus schon gemacht habe, wenn wir mit dem Auto unterwegs waren – allerdings glaube ich, nach den vergangenen Monaten mit dieser ganzen Ausstellungsvorbereitung würde mein Mann dann zu Recht wirklich sauer, wenn ich dieses Thema auch nur anschneiden würde).
Meine Datei mit der Liste der auszustellenden Quilts, anhand derer ich mich orientiere, wie weit ich denn mit den Vorbereitungen fortgeschritten bin, hat sich in den letzten Monaten tatsächlich bewährt. Wenn ein Top angefangen wurde, kam es mit einem Arbeitstitel in die Liste, und sobald es fertig genäht war, wurde die zu erwartende Größe zuzüglich des von den Veranstaltern vorgegebenen Mindestabstandes beim Hängen in die entsprechende Spalte eingetragen. Hin und wieder habe ich dann zusammengezählt.


                                                               
Zwischenzeitlich kam ich mal deutlich über 30m. Darunter befanden sich aber noch drei Quilts, die ich eigentlich noch aussortieren wollte, weil sie nicht wirklich zu den beiden Serien passten und ich mir selbst auch gar nicht so sicher war, ob ich sie jetzt eigentlich richtig gut fand. Trotzdem war dieses Stadium für mich unter rein psychologischen Gesichtspunkten wichtig – ich wusste, dass ich die zur Verfügung stehenden Wandmeter mit Quilts, die den Vorgaben entsprachen, füllen konnte, selbst wenn ich für mich selbst die Messlatte an Qualität an manchen Stellen noch ein bisschen höher gehängt hatte. So konnte ich dann auch die Phase des Wartens auf die neue Nähmaschine einigermaßen entspannt durchstehen. Wenn ich nicht vorher diese 30m-Marke überschritten gehabt hätte, wäre ich zu dem Zeitpunkt vermutlich wirklich durchgedreht.

Direkt am Tag nachdem die neue Maschine gekommen war, habe ich dann allerdings einen Entwurf, mit dem ich noch fest für die Ausstellung gerechnet hatte, aussortiert. So gut er mir gefällt, musste ich mir doch eingestehen, dass er im Moment nicht nähbar war. Das hatte nichts mit der neuen Maschine zu tun, sondern mit ein paar technischen Tricks und Kniffen, die ich erst nochmal in Ruhe trainieren muss – der Entwurf ist also erstmal nur aufgeschoben, noch nicht aufgehoben, die bereits zugeschnittenen Stoffe bleiben beisammen, vielleicht wird noch was draus.

Danach ging aber nochmal das Rechnen los – wie weit war ich nun wirklich über die magische 29-m-Marke hinaus, wieviel brauchte ich noch? Denn es wurde klar, dass ich die Liste würde abgeben müssen mit Angaben zu ein oder zwei Quilts, die zum Abgabezeitpunkt vermutlich noch nicht fertig sein würden. Oder sollte ich es doch dabei bewenden lassen, zwei der ganz frühen Quilts aus der Serie Linienspiele ausstellen, und mich nicht drum scheren, dass die nicht brandneu sind?
Jedenfalls habe ich erstmal den nächsten Linienspiel-Quilt begonnen. Ausgehend von dieser Zeichnung meines Sohnes, und das ist dann der Entwurf geworden:

Originalzeichnung

daraus entstandener Entwurf

Und der „Plus 1“, der in der Überschrift erwähnt wird? Das ist ein Quilt zum diesjährigen Wettbewerbsthema. Als Jurymitglied bin ich aufgefordert worden, ebenfalls einen Quilt zum Thema „Gestern Heute Morgen“ anzufertigen, der mit den Wettberwerbsquilts und den Quilts der zwei anderen Jurymitglieder für ein Jahr auf die Reise gehen wird. Das war letztes Jahr zum ersten Mal eingeführt worden, insofern war ich innerlich darauf vorbereitet, dass diese Anfrage kommen würde. Entworfen ist er auch schon, den Titel weiß ich ebenfalls. Ich werde einen alten handgewebten Leinen-Stoff verwenden, der in meiner Familie weitergereicht worden ist und noch von irgendwelchen Vorfahren von mir auf einem alten Gutshof gewebt worden ist.


Genäht wird der allerdings erst, wenn alle anderen fertig sind...