Als am vergangenen Mittwoch das Autopacken anstand, hatte ich zum ersten
Mal in meiner Stoff-Verkaufs-Karriere drei kräftige junge Helfer, die mir in null-komma-nichts meine Stoffkisten
die Treppe heruntergetragen hatten. Sonst ist das Packen, weil die Kisten aus
Platzgründen im ersten Stock lagern, eine sehr mühsame Angelegenheit, diesmal
war es so schnell erledigt, dass ich mich ernsthaft gefragt habe, warum ich es
bisher eigentlich immer alleine gemacht habe. Noch jetzt finde ich es toll,
dass es wenigstens das eine Mal so schnell und glatt ging und ich eigentlich
nichts zu tun brauchte, als zu sagen 'dieses Teil im Kofferraum da hin, und
dieses dann dahin'.
Die Fahrt am Donnerstag verlief problemlos, das Aufbauen in
Karlsruhe – ohne Treppen – ging relativ gut vonstatten.
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Stadium 1 - bevor das große Chaos ausbricht |
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Stadium ca. 3 1/2, das Schlimmste ist schon überstanden. |
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Stadium 'fertig', die Kunden können kommen |
Auf die reduzierte
Standbreite war ich durch die Erfahrung des Vorjahres vorbereitet. Dass ich
allerdings wieder würde darum kämpfen müssen, an einem Stromverteiler Anschluss
zu bekommen, hatte ich nicht einkalkuliert. Der Standbetreiber, bei dem der
Verteilerkasten liegt, hatte nicht gewusst, dass von diesem Verteiler alle
Stände im 6-er-Block versorgt werden müssen und den Kasten gründlich zugebaut.
Da ich nicht die erste war, die erst etwas später ankam und dann noch ihren
Strom legen wollte, war er verständlicherweise etwas angesäuert – ich allerdings
auch darüber, dass ich um meine Stromsversorgung kämpfen musste. Wir haben uns also erstmal ganz deftig angepampt, und wenn nicht die vermittelnde Frau Garch vom Veranstalter eingegriffe hätte, wäre der Auftakt vielleicht richtig gründlich danebengegangen. Durch
ausgeklügelte Taktiken haben wir es dann zwar geschafft, mein Kabel noch an seinen
Verteilerkasten zu bekommen, aber es war ein etwas mühseliges Unterfangen.
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Durch Handzeichen Markieren am oberen Rand der Stellwand, wo unten eine Mauseloch-artige Durchsteckmöglichkeit für Stromkabel ist... |
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... zu der der Bindfaden, der den Stecker zum Verteilerkasten ziehen soll, durch Beschwerung mittels eines Hakens erst hingeleitet werden muss! |
Im Laufe der drei Tage haben wir dann aber auch noch einige Male ganz
normal miteinander geredet und uns gegenseitig versichert, dass es nicht
persönlich gemeint war, und uns sogar nett voneinander verabschiedet 'bis zum
nächsten Jahr'…
Freitag war ein guter erster Tag, aber entgegen der vom
letzten Jahr geschürten Erwartung, dass am Samstag mehr Betrieb sein würde, war
es da vor allem nachmittags deutlich ruhiger. Dass der Sonntag bei mehrtägigen
Veranstaltungen kein Tag ist, der bei meinem Warenangebot zu den umsatzstärkeren
gehört, weiß ich erfahrungsgemäß auch schon, und war darauf vorbereitet. Auf eine Art
ist es etwas ärgerlich, dass ich nicht schon am Samstagabend abbauen und nach
Hause fahren kann. Aber mit Strickzeug und einer gewissen Gelassenheit
ausgestattet, ging auch der Sonntag vorbei, und eingepackt war dann, wie immer, ziemlich schnell. Um halb sieben war ich schon unterwegs.
Meine Entscheidung, die südliche, 50 km kürzere aber immer
noch etwas baustellenlastige Autobahn-Route zu nehmen, wäre fast vollkommen
schiefgegangen, weil ich schon kurz hinter Karlsruhe in dickem Stau stand.
Glücklicherweise kam dann nach dem ca. ersten der zehn Kilometer Stau noch eine Ausfahrt, mit vager Ortskenntnis konnte ich
mich durch Pforzheim an der totalen Autobahnsperrung nach Unfall vorbeischlängeln, und danach lief
alles verkehrstechnisch glatt. Nur die letzte Dreiviertelstunde war sehr
schwierig. Da wäre ich wirklich lieber im Bett gewesen als auf der Autobahn!
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