Freitag, 19. Januar 2018

Eine Woche in England

Mein Sohn ist mit seiner Schulklasse für ein paar Tage auf Skilager, meine Deutsch-Klasse ist für zwei Wochen im Praktikum, und das war eine gute Gelegenheit, um die Einladung meiner früheren SAQA-Co-Repräsentantin Chrisse Seager anzunehmen. Am Montag bin ich ganz früh aufgestanden, zum Flughafen gefahren, und seitdem in Wiltshire.
Wieder lerne ich Neues über England, hier zum Beispiel über das ausgedehnte Kanalsystem, denn Chrisse und ihr Mann wohnen direkt an einem Kanal, besitzen auch ein Boot, das allerdings gerade irgendwo anders im Land überwintert.



Neben dem geselligen Aspekt war eines der Hauptanliegen des Besuches das gemeinsame Drucken, und ich darf in Chrisses Werkstatt wüten. Steile Lernkurve über Breakdown Printing! Zum Beispiel fand ich diese Ansicht des Siebs besonders schön, aber natürlich sieht der Druck darunter auf dem Stoff ganz anders aus. Auch schön, aber eben nicht so.



Wieviel verdickte Paste darf man auftragen, damit sie gleichmäßig trocknet? Hier wird nach schon längerem Warten ein bisschen mit dem Fön nachgeholfen.


Welche Gegenstände sind wirklich geeignet, um ein interessantes Bild auf dem Sieb zu hinterlassen?


Diese Holzstäbchen schienen ein interessantes Muster zu ergeben, aber natürlich hatte ich nicht daran gedacht, dass das Holz die Feuchtigkeit aus der Paste aufsaugen und sich ein bisschen Klebermäßig mit der Paste verbinden würde. Sehr schwierig, das Ganze zu trennen, ohne das Sieb zu beschädigen!


Daneben kleine Ausflüge, zum Beispiel ins Café "Sticks and Stones". Sehr nette Atmosphäre, und im Winter nicht viel los.









Samstag, 13. Januar 2018

Brandaktuell: "Dahoam" bei quilt et textilkunst München

Am 8. Januar wurde in der Galerie bei quilt et textilkunst in München die Ausstellung 'dahoam' eröffnet. Es waren Mitglieder der Patchworkgilde Deutschland e.V. aus der Region 'Niederbayern, Oberbayern' eingeladen gewesen, ihre textile Interpretation dieses Begriffes einzureichen.
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich, als die Regionalvertreterin Marion Caspers mich fragte, ob ich mitmachen würde, erstmal nur halb begeistert war. Noch ein Projekt - für die Patchworktage hatte ich ja schon einen Quilt für 'Yes, we can quilt' gemacht, außerdem immer so viel um die Ohren, und das war nun so gar nicht mein Thema, auf Anhieb jedenfalls.

Dann habe ich mich allerdings doch ernsthafter mit Überlegungen zu dem Thema 'wie kann ich mein gespaltenes Verhältnis zu dem Begriff 'Heimat' textil umsetzen' beschäftigt. Mein Verhältnis dazu ist gespalten, weil ich selbst, für mich, nicht das Gefühl habe, irgendwo eine echte Heimat zu haben. Zwar ist ein Vertraut-sein in der Umgebung, wo ich groß geworden bin, durchaus vorhanden, aber da ich schon so lange von dort fort bin ... keine Heimat. Freiburg im Breisgau, wo ich studiert habe, eine meiner Traumstädte, und ja, da würde ich gerne ... aber da war ich insgesamt auch nur 6 Jahre, kenne kaum noch jemanden, der dort wohnt ... keine aktuelle Heimat, wenn auch mit Potential, Heimat zu werden, wenn ich die Gelegenheit hätte, vielleicht. Santa Barbara in Kalifornien, wo ich nur kurz war, nie wirklich dort auf Dauer angelegt, aber wo es mir von der Umgebung her sehr gut gefallen hat - vielleicht mit Potential, aber ich werde nie genug Geld haben, um dort angemessen leben zu können, und kann mir überhaupt eine Stadt in den USA zur Heimat werden? Ich glaube nicht. Neuseeland, mein Traum-Reiseland, da habe ich nie gelebt, nur mit dem Fahrrad und zu Fuß die Landschaften erkundet, mich immer sehr wohl gefühlt, aber ob es Heimat werden könnte, wenn ich dort leben dürfte, wer weiß.
Bayern,


wo ich seit über 20 Jahren lebe, an verschiedenen Orten, und mich nie wirklich zu Hause gefühlt habe, aber wo so viel über 'unsere Heimat' geredet wird, z.B. 'die neue Straßentrasse darf unsere Heimat nicht zerschneiden',

aber solche Kunstwerke den Verkehrskreisel zieren...


Trachten (mehr oder weniger traditionell) als Inbegriff der Heimatverbundenheit gelten (ich habe und trage keine, habe allerdings schon gehört, dass das auf nie direkt mir ins Gesicht geäußerte Kritik trifft) ... und wo ich mich, als eine Art Auslandsdeutsche mit Migrationshintergrund immer noch als Außenseiterin fühle... aber ich bin Mutter eines 'bayerischen Buam' (für Nicht-Bayern: eines bayerischen Buben).

Wie brandaktuell das Thema ist, erkennt man an der Tatsache, dass es gerade ein Spiegel-Sonderheft gibt in dem verschiedene Artikel sich der Problematik anzunähern versuchen.


Meine Auseinandersetzung mit dem Thema lief dann, in Rückgriff auf mein stark text-orientiertes Leben, erstmal über Wörterbücher ab. Ich habe Definitionen aus einem etymologischen Wörterbuch genommen, für Heimat, Heim, daheim, und diese vergrößert, angeordnet, und dann mit der Maschine nachgestickt.




noch vor Auflösen des Stickvlieses...

Und weil dann die Zeit nicht wirklich gereicht hat, es aber auch gar nicht gut ausgesehen hätte, ist dies kein gequilteter Quilt. Ein Foto vom fertigen Teil habe ich allerdings auch nicht, das muss man sich in der Ausstellung selbst anschauen.
Ich habe sie auch noch nicht gesehen, aber ich hoffe, dass ich noch dazu komme (bis 27. Januar! zu Ladenzeiten geöffnet). Sonst gibt es auf den Patchworktagen in Celle noch eine weitere Gelegenheit.

Montag, 8. Januar 2018

Er ist wieder da...

Im Dezember hatte ich berichtet, dass ich einen Longarm-Auftrag für einen großen Quilt zurückgegeben hatte, weil er mir 'zu heiß' war. Zu viele potentiell auftauchende Schwierigkeiten, möglicherweise Falten, die nur mühsam zu vermeiden gewesen wären.
Aber ein paar Tage später war das Top mitsamt der Rückseite wieder da. Die Auftraggeberin hatte etwas nachgebessert und wollte, dass ich mich trotz meiner Bedenken an die Arbeit mache.
Das habe ich nun, nach unserem Urlaub getan.

Ich hatte immer noch Bedenken, weil alles etwas verzogen war.




Aber mit Geduld und Spucke... hat dann alles ganz gut geklappt.




Ich bin zufrieden damit, wie es geworden ist. Noch ein paar Fäden vernähen, dann kann das Top wieder auf die Reise gehen.

Mittwoch, 3. Januar 2018

Abschied von der Weide

Im Dezember haben wir nicht ganz so viel Joghurt gegessen, so dass ich nicht so oft zumMilchholen gefahren bin. Und beim letzten Besuch habe ich glatt vergessen, ein Foto vom Baum zu machen, um das Jahresprojekt abzuschließen. So ist das letzte Foto, das ich im Rahmen dieses Projektes gemacht habe, ein wenig spektakuläres, mit bisschen Schneegriesel drauf, aber nicht wirklich beeindruckend.


Wie schon einmal erwähnt - so richtig ans Herz gewachsen ist sie mir nicht, die Weide. Jedenfalls bei weitem nicht so, wie damals die Eiche, und auch die Linde hatte eine andere Bedeutung. Ich vermute, dass das einerseits mit der Frequenz der Besuche zusammenhängt - wenn man jeden Tag überlegt, wann ist ein guter Moment, dass ich da mal vorbeischauen kann, dann erhält das alles eine andere Dimension. Einmal pro Woche beim Milchholen hat da eine ganz andere Gewichtung. Und da ich dann doch meistens mit dem Fahrrad gefahren bin, habe ich den Baum eigentlich nie aus der Perspektive fotografiert, wo er wenigsten so aussieht, als ob er einsam stünde.

Um Weihnachten rum bin ich dann nochmal spazieren gegangen, bei Sonnenschein, und von der Ferne an den Doppelbäumen vorbeigekommen, die ich schon früher einmal in Erwägung gezogen hatte, Objekt eines Besuchsbaumprojektes zu werden. Momentan überlege ich noch, wir sind auch gerade nicht zu Hause. Aber vielleicht ...

Hier sind sie kaum zu erkennen, ....

... hier schon etwas herangezoomt.

Als ich heute von unserem Urlaubsort in die nächstgelegene kleine Stadt gefahren bin, bin ich an einigen Bäumen vorbeigekommen, die mir sehr gut gefallen haben und ein wundervolles Besuchsbaumobjekt gewesen wären. Aber leider leben wir ja nicht in Oberbayern.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein gutes Neues Jahr.