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Dienstag, 29. November 2016

Es rennt die Zeit...

Erschreckend ist das, wie schnell gerade die Tage ins Land sausen, und irgendwie war nie richtig Zeit, sich mit ausreichend Muße hinzusetzen und nachzudenken, was es denn zu Erzählen gäbe.
Und dann, gestern, als ich das vorhatte, waren ausgerechnet wir ein Opfer der Telekom-Lahmlegung, und hatten kein Internet. Da merkt man dann, wieviel man inzwischen in diesem Medium unterwegs ist.

Neben dem Färben der November-Lieferung, die sich allmählich dem Ende zuneigt (nur noch bügeln, schneiden, verpacken - also fast noch im Zeitplan!), Fertigstellung des Artikels für Patchwork Professional, Weiterdenken für die nächste Ausgabe des Magazins der Patchworkgilde blieben nur wenige Stunden zum Nähen. Ich habe einen Quilt angefangen, der wird "Waste No Threads!" heißen, aber eine ganze Weile dauern, bis er fertig ist. Auf die Idee kam ich, als Barbara Lange beim gemeinsamen Aufhängen der Ausstellung der International Threads (noch bis Ende dieser Woche!)das Stichwort "hand-stitched" fallen ließ. Und beim Fadenwechsel an der Longarm-Maschine fallen immer längere Fadenstücke an, die wegzuschmeißen eigentlich zu schade sind. Mehr wird zu diesem Thema aber erstmal noch nicht verraten.

Und dann mussten einfach auch mal wieder familiäre Pflichten erfüllt werden. Am Samstag vormittags ein Auswärtsspiel der Basketballmannschaft meines Sohnes, gegen den Tabellenersten, bittere (erwartete) Niederlage, aber sie haben gut gespielt, hart gekämpft, nur keine Punkte machen können. Abends war dann ein schönes Konzert der afrikanischen Flüchtlinge in der Kirche, mit anschließendem gemeinsamen Essen für die Musiker und ehrenamtlichen Betreuer.


Leider kein afrikanisches Essen, aber von angehendem afrikanischen
Sterne-Koch gekocht, also sehr lecker.
 ..

Zu dem Zeitpunkt war aber die eigentlich spannendste Phase der Woche schon wieder ein paar Tage vorbei. Kurzfristig hatten wir über einen Wechsel ins Ausland nachgedacht, im Raum stand Kolumbien. Und nach der ersten Überraschung, als mein Mann mit der Idee ankam, sich dort zu bewerben, hatte mir diese Aussicht sogar ganz gut gefallen. Wir haben nach Schulen und Basketballmöglichkeiten für den Sohn gesucht, uns über die Stadt informiert, und ich dachte, ich könnte so vielleicht endlich mal mein Spanisch einem Praxistest unterziehen. Außerdem hätte ich meinem Mann gegenüber einen sprachlichen Vorteil gehabt, denn der kann bisher 'nur' Latein in der Sprachgruppe. Aber Rücksprache mit den Verantwortlichen und Organisatoren haben dann so viele Pferdefüße ans Licht befördert, darunter den mich betreffenden, dass ich vermutlich keine Arbeitserlaubnis bekommen hätte, und so haben wir uns von dem Gedanken mit ein bisschen Wehmut wieder verabschiedet.
Mir bleibt also das Stoff-Abo noch weiter erhalten, ich muss nicht überlegen, was ich mit der Longarm-Maschine und meinen 40 Kisten Stoff mache. Und wenn ich morgen von einer Fahrt zum Anwalt für Ausländerrecht zurückkomme, wird hoffentlich auch mal wieder Zeit für eine längere Sitzung an der Nähmaschine sein.

Dienstag, 15. November 2016

International Threads Ausstellung in München

Vergangenen Donnerstag haben Barbara Lange und ich damit zugebracht, die Ausstellung der International Threads in der Galerie Quilt und Textilkunst am Sebastiansplatz in München zu hängen.
Mit Barbara wird so ein Vorhaben immer lustig und vergnüglich, auch oder obwohl es harte Arbeit sein kann.


Über die Eröffnung am Freitag habe ich auf dem Blog der International Threads berichtet. Am Samstag hieß es dann erst einmal, zu Hause wieder klar Schiff machen. Und seitdem habe ich heftig mit einem Metallic-Garn gekämpft, von dem ich mir eingebildet habe, dass ich es unbedingt auf der Longarm verwenden will, um den Quilt zu zieren, den ich noch für den Artikel für Patchwork Professional fertig machen muss.


Auf den anderen Maschinen habe ich mich ja immer von Metallic-Garnen ferngehalten, aber in diesem Fall habe ich es mir irgendwie eingebildet. Und es war ein harter Kampf, von dem ich noch nicht mit völliger Überzeugung behaupten kann, dass ich ihn wirklich gewonnen hätte. Aber immerhin bin ich nicht besiegt, und vielleicht habe ich noch Chancen...? Allerdings glaube ich, dass ich mir hierfür nochmal guten Rat bei Longarm-Expertinnen holen sollte. Aber das sollte ja möglich sein.

Mittlerweile tobt hier der November in seiner ganzen Pracht, und da tut es gut, zu überlegen, ob ich im März für ein paar Tage meine Freundin in Abu Dhabi besuchen kann. Das ist allerdings noch eine Weile hin, und vorher gilt es diesen Artikel fertig zu bekommen!

Freitag, 4. November 2016

Ausstellung International Threads in München, 11.11. bis 3.12.



Am kommenden Freitag eröffnen International Threads in der Galerie Quilt et Textilkunst am Sebastiansplatz in München eine Ausstellung. Für drei Wochen werden dort unsere aus den in der Gruppe gestellten Challenges entstandenen Quilts ausgestellt. Im Gegensatz zu den Ausstellungen in Prag (letztes Jahr), bei der Quilt Expo in Beaujolais (April diesen Jahres) und in Celle bei den Patchworktagen im Juni wird sich die Auswahl der Quilts verändern. Erstens hat sich die Gruppenzusammensetzung geändert, und zweitens sind ja weitere Challenges gestellt und bearbeitet worden, wir werden also auch neuere Quilts zeigen.




Die Eröffnung ist am 11.11. um 18 Uhr. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, wir freuen uns über viele Besucher!

Die Ausstellung läuft bis zum 3.12., 
Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag 10 - 18 Uhr, Samstag 10 - 16 Uhr.

Dienstag, 25. Oktober 2016

Go Girl ...

In der Woche nach dem offiziellen Redaktionsschluss für die Zeitschrift der Patchworkgilde stehen die letzten Arbeiten bei der Fertigstellung der von mir zu liefernden Artikel an, außerdem musste ich nicht nur drei Tage unterrichten, sondern war noch einen weiteren Tag mit meiner Deutschklasse auf einem Ausflug unterwegs - da bleibt irgendetwas auf der Strecke. Zum Nähen bin ich sogar noch gekommen, für Blogeinträge hat es allerdings nicht mehr ganz gereicht. Aber in der nächsten Zeit hoffe ich, wieder regelmäßiger zum Blogschreiben zu kommen.
Der Ausflug mit der Klasse ging nach Tittling, ein Museumsdorf im Bayerischen Wald. Quiltmäßig war da zwar nicht viel los, aber es gab eine Blaudruck-Werkstatt, und mehrere Spinnräder über den Ort verteilt.





Sogar eine handbetriebene Nähmaschine war zu bewundern.


Von diesen Museumsdörfern gibt es in Bayern einige, und ich finde sie immer ganz spannend. Zwar frage ich mich, warum die immer so eingestaubt sein müssen... aber ich kann mir sehr lebhaft vorstellen, dass es in diesen Häusern auch zu 'Lebzeiten' nicht immer geschleckt aussah. Aber ein bisschen weniger eingestaubt würde dem Image auch nicht wirklich schaden. Trotzdem war es ein schöner Tag, den die ganze Klasse sehr genossen hat.

Nähtechnisch habe ich einen heißgeliebten Log Cabin Quilt restauriert, der eine neue Rückseite brauchte und den ich dann auch noch auf der Longarm quilten durfte. Auf dem englischen Blog habe ich darüber schon berichtet. Den dortigen Bericht kann ich nun aber auch noch um die MItteilung ergänzen, dass der Besitzer das gute Stück inzwischen abgeholt und durchaus positiv reagiert hat. Ich war ja nicht nur wegen meiner eigenen Teddybär-Erfahrung etwas nervös, sondern weil es mir im Frühsommer auch noch passiert ist, dass jemand mit meinen Leistungen auf der Longarm alles andere als zufrieden war, da wird man dann schon etwas skeptisch seinen eigenen Interpretationen gegenüber! Aber dieses wieder deutlich positivere Erlebnis hilf vielleicht auch dabei, erneut das Selbstvertrauen in dieser Hinsicht zu stärken.
Außerdem habe ich an dem Quilt für die aufkommende International Threads Ausstellung weitergearbeitet.


Inzwischen ist er sogar schon gequiltet, und die Randumfassung ist in Arbeit. Er wird also auf jeden Fall fertig werden.
Auch das Plakat für die Ausstellung habe ich gemacht. Jetzt fehlen noch Schilder.
Und der zweite Teil für den Artikel in Patchwork Professional....


Sonntag, 9. Oktober 2016

Ausstellungseröffnung in München

Die Überschrift hat eine doppelte Bedeutung. Am Freitag war ich nämlich abends bei der Eröffnung der Ausstellung der Alküns bei Quilt etTextilkunst in München. Eine sehr sehenswerte Ausstellung!

Rote Bäume, von Adelheid Rehak

Die bei der Eröffnung anwesenden Mitglieder der Gruppe

Das war also die erste Bedeutung.

Aber bei dieser Eröffnung der Alküns ist mir auch ganz deutlich bewusst geworden, wie nahe bereits der Termin der Eröffnung unserer eigenen Ausstellung dort ist. Denn am 11.11. beginnt dort die nächste Ausstellung von International Threads. Und ich muss mindestens noch einen Quilt fertig machen. Eigentlich sollten es von der Aufgabenstellung her zwei, aber von dem zweiten hat noch niemand aus der Gruppe einen fertig, und so werden wir zu dem Thema wohl keine hängen.
Jedenfalls habe ich mich heute, nachdem ich noch ein bisschen am Aufholen des Baby-Jane-Rückstands gewerkelt hatte, dann entschlossen an den Quilt zum Challenge „Signs and Symbols“ gemacht. Die Idee zu einem Motiv hatte ich ja schon länger, aber über die genauere Umsetzung hatte ich mir keine ganz intensiven Gedanken gemacht. 

Das 'ostdeutsche' Ampelmädchen...

Da war es ganz gut, dass ich heute immer wieder mal darüber nachdenken und auch schon zu schneiden anfangen konnte. Ich werde tatsächlich mal etwas applizieren.

Montag, 5. September 2016

"Stoff zum Nachdenken" in Nürnberg

Am kommenden Freitag wird die Ausstellung „Stoff zum Nachdenken“ in Nürnberg eröffnet. 
Sie wird gemeinsam von Heidi Drahota und dem Büro für Menschenrechte der Stadt Nürnberg veranstaltet. (Pressemitteilung hier.)
In der Ausschreibung hieß es damals „die Stadt Nürnberg sieht sich nicht zuletzt aufgrund ihrer Geschichte den Menschenrechten in ganz besonderer Weise verpflichtet. Unter dem Motto „Stoff zum Nachdenken“ knüpfen wir an die Verleihung des Internationalen Nürnberg Menschenrechtspreises im September 2015 an Amirul Haque Amin aus Bangladesch an. Er setzt sich als Präsident der Nationalen Textilarbeitergewerkschaft seit vielen Jahren für die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in seinem Heimatland ein.
Anlässlich des Nürnberger Friedensmahles, an dem Herr Amin teilnehmen wird, möchten wir eine Ausstellung auf den Weg bringen, die sich dem Thema Menschenrechte aus einer künstlerischen Perspektive nähert.“

Ich hatte mehrere meiner Quilts eingereicht, da ja in letzter Zeit mehrere entstanden sind, die mehr oder weniger weitläufig mit dem Thema Menschenrechte verbunden sind. Ausgewählt wurde der Quilt „Thinking of Nasrin“, der für eine unserer Challenges bei International Threads entstanden ist. In diesem habe ich neben drei handgestickten Quadraten der Guldusi-Initiative von Pascale Goldenberg auch ein selbstgefärbtes Stück eines afghanischen Stoffes verwendet, aus dem die Frauen in Afghanistan ihre verschleiernden Kleidungsstücke nähen.


"Thinking of Nasrin", Detail


Zur Vernissage am Freitag, 9. September 2016, um 19 Uhr in der Ehrenhalle des Rathauses Wolffscher Bau, Rathausplatz 2, sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist bis zum 25. September 2016 in der Ehrenhalle zu sehen.

Freitag, 3. Juni 2016

Stoff-Abo Mai 2016: die neue Kollektion

Vor ein paar Tagen schon habe ich die neue Kollektion des Stoff-Abos verschickt.



Heute war ich einen guten Teil des Tages damit beschäftigt, die Quilts von International Threads vorzubereiten, die in einer Woche auf den Patchworktagen der Patchworkgild Deutschland in Celle gezeigt werden.

Sieht schlimmer aus, als es tatsächlich ist -
eine Art gordischer Knoten, der aber gelöst werden konnte.


Während ich mich stattdessen mit meinen Stoffen auf der Nadelwelt präsentieren werde. Es war eine äußerst schwierige Entscheidung, welche der beiden Veranstaltungen ich besuchen sollte, die unglücklicherweise auf das gleiche Wochenende gelegt wurden. Nachdem die Gilde endlich wieder von dem Wochenende Anfang Mai abgerückt war, das für mich ja aus familienfeierlichen Gründen einfach nicht machbar war, hatte ich mich sehr darauf gefreut, auch wieder auf die Patchworktage fahren zu können. Bis ich das Datum von der Nadelwelt erfuhr... (außerdem war ich damals auch noch für den nächsten Kurs mit den Doubletroubles angemeldet, der AUCH an diesem Wochenende stattfindet.) Da Celle deutlich weiter von Niederbayern entfernt liegt als Karlsruhe, und ich in Karlsruhe preiswert bei meinen Eltern übernachten kann, habe ich mich dann für Karlsruhe entschieden.

Freitag, 6. Mai 2016

Ein-einhalb Stunden vor Einsendeschluss...

Bei uns geht gerade die familiäre Festwoche zu Ende, die jedes Jahr Anfang Mai alle Kräfte bündelt und wenig Zeit für anderes lässt. Dieses Jahr 'gekrönt' durch eine Beerdigung eines guten Freundes meines Mannes morgen, und heute nachmittag mit langem Tennis-Match der Mannschaft meines Sohnes...
Zwischendurch habe ich es zwar immer mal wieder geschafft, ein Weilchen an die Nähmaschine zu huschen. Dann konnte ich an dem Quilt zur Aufgabenstellung "Autumn Colours" für International Threads weiterarbeiten.

Detail 

Jetzt fehlen noch Rand etc. Außerdem habe ich inzwischen schon mit dem Quilten für meinen Beitrag für den Wettbewerb im Elsass angefangen.


Allerdings könnte es da noch soweit kommen, dass ich mich entschließe, nicht auf die endgültige Maximalgröße zuzuschneiden, wenn das Quilten fertig ist, momentan ist er ein bisschen größer, und vielleicht will ich ihn dann nicht zurechtstutzen? Wir werden sehen.

Und ich habe einen Quiltauftrag für eine Decke auf der Longarm-Maschine, der möglichst bald erledigt sein soll.
Aber wenn ich weiß, es sind jetzt nur gerade 10 Minuten, bis schon wieder etwas ansteht, das mich anderweitig mit Beschlag belegen wird, setze ich mich, ehrlich gesagt, nicht an die Maschine, sondern nur kurz für ein paar Minuten ans Spinnrad.

Aber jetzt ist der Feierstress mit Geburtstagsfeiern, Kuchenbacken, Hochzeitstag dann auch wieder für dieses Jahr vorbei. Dann wird auch wieder Zeit bleiben für regelmäßigere Blog-Einträge.
Immerhin habe ich es heute geschafft, knapp 90 Minuten vor Ablauf der Einreichfrist einen Quilt bei den Fine Art Quilt Masters in Birmingham anzumelden. Ganz kurz habe ich, nachdem ich herausgefunden hatte, wie ich das pdf-Formular am Computer ausfüllen  konnte, ohne eine lebenslange Dauermiete auf Adobe-Programme zu zahlen, noch gezögert, denn 42 Pfund Sterling als Rückporto fand ich dann schon einen äußerst steilen Preis, der mich fast abgehalten hätte. Aber jetzt ist alles abgeschickt, und ob ich, falls der nicht angenommen wird, für das allgemeine Festival einreiche, kann ich mir dann ja immer noch mal überlegen.

Freitag, 15. April 2016

Biennale Internationale d'Art Textile in Beaujolais

Am Montag bin ich mit schwerem Gepäck von zu Hause losgefahren, um am Dienstag in Villefranche-sur-Saone die Ausstellung von International Threads zu hängen (dazu mehr auf dem Blog von International Threads) und ab Mittwoch sowohl diese als auch die „Two by Twenty“ von SAQA zu bewachen.
Die Quilt Expo Beaujolais ist nach dem Wechsel auf den zweijährlichen Rhythmus in „Biennale International d’Art Textile“ umbenannt worden und ich bin von der Vielfalt der Ausstellungen sehr angetan.
Es wird nicht möglich sein, allen gerecht zu werden! Eine Darstellung der starken Präsenz von SAQA bei dieser Ausstellung habe ich bereits auf dem regionalen SAQA-Blog veröffentlicht. Aber ein paar weitere Fotos will ich hier noch zeigen.

Besonders gefreut hat mich, dass im Wettbewerb der eine Quilt, der mit beim ersten Durchgang gleich aufgefallen ist, und von dem ich sofort der Meinung war, dass er den ersten Preis verdient hätte, auch tatsächlich in seiner Kategorie den ersten Preis gewonnen hat.

Claire Passmore, We walk together

Das Flüchtlingsthema tauchte mehrfach in den Wettbewerbsarbeiten auf, was beim Thema 'Liberté' auch naheliegt. Es waren alles eindringliche Arbeiten.

Beeindruckend fand ich die Auswahl, die in „Golden Textures of Australia“ vertreten ist.

Sue Reid, Time waits for no one

Witzig zu sehen waren die Ergebnisse eines französisch-russisch-japanischen Wettbewerbs über Gebräuche und traditionelle Kostüme: je ein Quilt aus einem der Länder zu einem Stichwort zeigt die unterschiedlichen Sichtweisen.




Weitere unterschiedliche Auslegunge des Patchworks konnte man erleben, wenn man nacheinander die Ausstellungen der Russen, der Mexikaner und der Pojagi-Expertin aus Süd-Korea besuchte.

Getyn Soderman, Tulum: City of the Rising Sun

Darstellung der mythischen Schlange der Mayas

zauberhauft: Pojagi-Himmel

Eine großartige Ausstellung ist auch die jährliche jurierte Ausstellung der Contemporary Group der Quilters' Guild of the British Isles, die mittlerweile in Großbritanninen einen hervorragenden Ruf genießt und diesmal unter dem Titel "Elements" lief.

Kitty Watts, Air and Water, The Hebrides

Leider bleibt anzumerken, dass trotz eindeutiger Schilder dieser Art


oder auch deutlich ausgeschriebener Worte das Anfassen der ausgestellten Arbeiten hier immer noch weit verbreitet ist. Wenn man darauf hinweist, dass das nicht erwünscht sei, kriegt man den Unschuldsblick, oder eine langatmige Erklärung, warum denn gerade hier nachgeschaut werden musste... Das ist eine eher unangenehme Erscheinung und führt zu einer gewissen Gereiztheit beim Aufsichtspersonal! Man fühlt sich dann wirklich als Bewacher für die asugestellten Quilts.

Donnerstag, 7. April 2016

Auf dem Weg ...

Es gehen soviele Dinge gleichzeitig vor sich, dass es schwierig wird, auch mal Zeit zu haben, um hier etwas zu schreiben.
Ich war alles andere als untätig. Z.B. habe ich zwei weitere Journal Quilts für die Britische Gilde fertig gestellt.

Februar

März

Ich habe einen Quilt für den Wettbewerb in Ste. Marie-aux-Mines angefangen - nach den Erfahrungen der letzten Jahre müsste er am Ende die falsche Größe haben, oder unterwegs verloren gehen, trotzdem habe ich gedacht, ich fange mal an. Resteverwertung, und ein paar Linien - aber allzuviel werde ich vor Einsendeschluss erstmal nicht zeigen.


Außerdem habe ich einen Vertrag unterschrieben - seit dem 1. April bin ich im Redaktionsteam der Zeitschrift der Patchworkgilde Deutschland e.V. dabei. Das wird sicherlich spannend. Ergibt aber auch eine Einschränkung: da ich eine begleitende Kolumne über die Freuden und Leiden beim Nähen eines Dear-Jane-Quilts schreiben werde, soll ich darüber hier nichts mehr berichten, oder immer erst, wenn der entsprechende Artikel auch bereits im Heft erschienen ist. Das kann man schon hinkriegen.

Und heute habe ich gepackt - am Montag geht es los zur Quilt Expo, und ich werde einerseits die Ausstellung für International Threads betreuen, andererseits bin ich als SAQA-Vertreterin dort. Gut, dass ich nur die Quilts der International Threads mitnehmen muss, ein voller großer Koffer genügt!





Der absolute Höhepunkt der vergangenen Woche allerdings lag auf ganz anderem Gebiet: mein Mann hatte mir Konzertkarten für ein Konzert von Itzak Perlman in München geschenkt. Ein Traum ging in Erfüllung. Drei Stücke nach Programm, dann ca. 8 weitere Schmankerl und Virtuosenstücke nach Ansage. Und man möchte, dass er nie wieder aufhört, zu spielen.


Freitag, 28. August 2015

Immer noch Sommer

Inzwischen ist mein Sohn ins Zeltlager abgereist, und nach 10 Jahren haben die Eltern eigentlich zum ersten Mal wieder die Gelegenheit, ganz auf sich gestellt Zeit miteinander zu verbringen. Die zwei Male, die er bisher mal für fünf Tage entweder mit der Klasse oder mit einer Jugendgruppe wirklich ‚weg’ war, war um uns herum soviel los, dass wir gar nicht erst dazu gekommen sind, zu realisieren, dass das Kind nicht da war. Das miteinander Zeit verbringen muss erst mal wieder gelernt werden! Aber es klappt (erstaunlich?) gut.


In der Flüchtlingsarbeit hat sich in den letzten zwei Wochen einiges getan, was die vielen vielen Frustrationen der Zeit davor einigermaßen wieder ausgebügelt hat. Die Frustrationen wurden/werden hauptsächlich ausgelöst von den bürokratischen Regelungen, mit denen man konfrontiert wird, und die Dinge, die eigentlich ziemlich einfach und unkompliziert sein könnten, ziemlich kompliziert, undurchschaubar und einfach nervenaufreibend machen.
Aber die guten Nachrichten sind, dass erst einer der Syrer jetzt doch eine Zulassung zu einer Berufsfachschule erhalten hat, die auch genau seinem Berufswunsch entspricht, und wir uns alle freuen, dass er diese Chance erhält. Die andere Nachricht ist weitergehend, aber noch gar nicht so richtig publik geworden, und vielleicht weiß auch noch niemand so ganz genau, was daraus wirklich wird. Via Rechtsanwalt und Mails von diversen Flüchtlingsorganisationen ist aber mittlerweile bekannt geworden, dass wohl im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zumindest für die Syrer eine wichtige Änderung eingeleitet worden ist. Offensichtlich sind die Syrer ziemlich umfassend aus den Dublin-III-Verfahren herausgenommen worden. Was bedeutet, dass sie hier in Deutschland den Asylantrag stellen und das Verfahren abwarten dürfen, ohne eine ‚Rückführung’ nach Ungarn oder Bulgarien oder Griechenland befürchten zu müssen. Ob es auch für Syrer gilt, die über Italien eingereist sind, weiß keiner so ganz genau, aber hier bei uns haben wir ‚nur’ mit den anderen Erstaufnahmeländern zu tun, und insofern ist das eine sehr sehr gute und wirklich erfreuliche Nachricht. Der vor einigen Wochen Untergetauchte ist dann auch prompt wieder aufgetaucht - mit einem Entlassungsschein, der anzeigte, dass er gut sechs Wochen in der Abschiebehaft gesessen hat. Immer wieder neue Überraschungen!
Mein Mann und ich haben an dem Abend, als die erste Bestätigung kam, eine Flasche Champagner aufgemacht – unter uns wollten wir darauf schon anstoßen, auch wenn es nicht mit den Syrern zusammen ging, weil die keinen Alkohol trinken!
Gestern habe ich mit Barbara Lange zusammen Fotos von den Quilts der Gruppe International Threads gemacht, weil wir überlegen, ob wir einen kleinen Katalog für die weiteren Ausstellungsorte drucken sollen – oder lieber doch ‚nur’ ein Fotobuch für jede von uns.




Heute habe ich mir nun eine neue Domain gesichert, um endlich die Internetpräsenz für den Longarm-Quiltservice voranzubringen. Außerdem habe ich Vlies und eine Garn-Musterkarte bestellt, den nächsten Quilt aufgespannt, den Text für den Quilt für die SAQA-Ausstellung auf Avalon übertragen,... Ich muss neue Postkarten für das Stoff-Abo bestellen, mit Gedanken darüber machen, welche Farbkombination ich im nächsten Abo-Monat färben will, anfangen, die Fäden für das Fäden-Sortiment zu wickeln... Es ist zwar unerträglich still im Haus ohne den Zehnjährigen, aber langweilig wird einem nicht!

Freitag, 17. Juli 2015

Troja lebt!

Als ich im Mai mit den Stoffen zur Nadelwelt nach Karlsruhe gefahren bin, habe ich meinen Personalausweis, Führerschein und Girokarte aus dem Geldbeutel genommen und in meine Bauchtasche, die mir an solchen Tagen als Geldlager dient, gesteckt. Erst als ich neulich mit den Asylbewerbern nach München gefahren bin, ist mir aufgefallen, dass der Ausweis nicht wieder den Weg in den normalen Geldbeutel gefunden hatte. Ich bin also mit Reisepass nach München gefahren für den Fall, dass ich mich dort im Bundesamt hätte amtlich ausweisen müssen. Meine Suche nach dem Personalausweis war nicht besonders erfolgreich – er fand sich jedenfalls nicht in der Bauchtasche, und es waren auch keine weiteren Erinnerungsfetzchen vorhanden, wo er denn sonst gelandet sein könnte.
Vor ein paar Tagen allerdings habe ich noch etwas anderes gesucht. Nämlich das Afghanistan-Stick-Quadrat, das die ‚Aufgabe’ für den nächsten Quilt für unsere Gruppe International Threads stellt. Der Ausdruck ‚Nächsten’ stimmt zwar in diesem Zusammenhang eigentlich schon nicht mehr, der Quilt nach dieser Aufgabe war nämlich schon Ende Juni ‚fällig’ und ich bin deutlich hintendran. Das sind bis auf Kathy Loomis alle anderen auch. Ich wollte jetzt aber endlich anfangen, darüber nachzudenken. Und dieses Quadrat war einfach nicht zu finden. Es hing nicht an der Pinnwand, wo ich meinte, es hingehängt zu haben. Es befand sich nicht auf dem Arbeitstisch, wo es auch schon mal gelegen hatte. Auf meinem Schreibtisch fand sich lediglich das Quadrat, das im Moment ‚übrig’ ist, weil sich gerade Umstrukturierungen in der Mitgliedschaft ergeben. Also hieß es, eine größere trojanische Archäologie-Aktion zu starten: Schichten allerorten abtrage, sorgfältig durchsieben, im Idealfall aufräumen oder wenigstens doch sortieren...
Und siehe da – Troja lebt.
Es fand sich nicht nur das Quadrat, das sich natürlich doch in einem Stapel aufhielt, den ich längst dreimal durchgesehen hatte – allerdings hatte es hinterhältigerweise an die Rückseite eines Dokumentes angeklebt, als wollte es sich gezielt verstecken, so dass es leicht zu übersehen war.


Es fand sich auch mein Personalausweis. Zusammen mit meinem Führerschein, den ich so eigentlich noch nicht vermisst hatte, weil mir irgendwie gar nicht aufgefallen war, dass er sich ebenfalls noch nicht wieder im Geldbeutet aufhielt. Die Faszination Trojas lässt einfach auch in der heutigen Zeit nicht nach!

Jetzt habe ich mal ein bisschen mit Photoshop und einer Skizze des Quadrates gespielt.




Noch nicht wirklich überzeugend. Aber immerhin: ein Anfang ist gemacht.

Mittwoch, 15. April 2015

Prag, schon wieder vorbei

Die Ausstellung der International Threads, für die ich dieses Jahr im wesentlichen nach Prag gefahren bin, habe ich bereits auf dem Blog der Gruppe vorgestellt. Außerdem habe ich dort am 'Meet-and-Greet' für SAQA-Mitglieder teilgenommen,

Zum Zeitpunkt, als das Bild gemacht wurde, hatten
leider ein paar Mitglieder schon wieder gehen müssen.

die vielen Ausstellungen angesehen, am Bernina-Stand eine Demonstration abgehalten, und einen 3-stündigen Workshop in einer völlig überhalligen Squash-Halle unterrichtet.



Das Prague Patchwork Meeting ist ja noch deutlich überschaubarer als die anderen großen Events in Europa, trotzdem kann man sich auch an diesen zweieinhalb Tagen von einem Gespräch zum anderen hangeln, viele Kontakte knüpfen und natürlich schöne Reflektionen auf dem Wasser der Moldau festhalten:



Über die Ausstellungen werde ich hoffentlich noch in den nächsten Tagen berichten.

Freitag, 10. April 2015

Auf dem Weg nach Prag

Gestern sind Kathy Loomis und ich gemeinsam mit dem Zug nach Prag gefahren, wo unsere Gruppe „International Threads“ das erste Mal mit einer gemeinsamen Ausstellung an die Öffentlichkeit tritt.

Eine ganze Ausstellung in zwei Koffern

Von uns aus kann man zweimal am Tag – eigentlich – mit nur einmal Umsteigen nach Prag kommen, und ich hatte mir gedacht, dass es bequemer wäre, dieses Mal die Reise mit dem Zug zu machen. Wie das Schicksal es aber will, hat sich zwischen der ersten Fahrplanauskunft mit Kartenkauf und dem Reiseantritt eine Baustelle an den Gleisen dazwischengeschoben, und in Regensburg mussten wir in den Bus nach Schwandorf steigen, von wo es dann wiederum mit dem Zug weiterging. Sonst hat aber alles gut geklappt. Wir haben zeitweise auf der Landkarte verfolgt, wo wir uns gerade befanden, 


und hatten auch nur wenig Verspätung bei der Einfahrt in Prag.


Ganz schnell sind wir dann auch zum Aufhängen der Ausstellung übergegangen, wobei wir tatkräftig von Barbara Lange unterstützt wurden, die ebenfalls Mitglied der Gruppe ist, und mit der von ihr und Angelika Henrichs kuratierten Ausstellung „Radiation“ angereist war. Barbara hat ja, wie sie selbst sagt, eine eingebaute Leiter, und so war nach dem ersten Sortieren der Quilts ein zügiges Aufhängen gewährleistet. 



Die Feinjustierung hat dann etwas länger gedauert, aber um kurz vor acht waren wir fertig. Es ist eine wunderbare Ausstellung geworden. Bisher hatten wir die Quilts ja jeweils nur auf den Fotos gesehen, die jede auf dem Blog veröffentlicht hatte, wenn sie ein Ergebnis einer Aufgabenstellung gezeigt hat. Jetzt treffen alle Quilts zusammen, und die jeweils zu einer Aufgabenstellung gehörigen haben wir (weitestgehend) zusammen in eine Abteilung gehängt. Sehr interessant, wie sich da alles zusammengefügt hat.


Mehr Fotos morgen.