Sonntag, 10. Dezember 2017

"Schatten in Grün" - Kurs auf der Fraueninsel



Seit längerer Zeit bin ich wieder mit einem Kurs auf der Fraueninsel. Organisatorin ist Lisa Eiter, die immer wieder mal Kurse organisiert, und Veranstaltungsort ist das Kloster Frauenwörth, mitten im Chiemsee. Ich mag diese klösterliche Atmosphäre, bin beeindruckt von den Ausmaßen der Anlage, und frage mich, wie es wohl damals hier gewesen ist, als es wirklich noch ein abgeschiedener Ort war, aber mit vielen Nonnen. (Allerdings könnte ich mir nicht vorstellen, selbst in so einem Kloster dauerhaft zu leben...)
Zur Insel kommt man mit dem Schiff, was natürlich einen enormen logistischen Aufwand bedeutet für den Transport der Kursmaterialien auf die Insel.

Begrüßungskommittee am Hafen in Prien/Stock
 
Heutzutage ist zwar das Kloster ruhig, aber es wirkt doch eher so, als ob es sich gegen das Anbranden der Welt ein wenig zur Wehr setzen muss. Vor allem an den Wochenenden im Advent, wenn die ganze Insel zu einem Weihnachtsmarkt wird, viele Leute per Schiff ankommen. 






Das sieht man auch an dem Schild am Klostereingang, das verkündet, dass nur Seminarteilnehmer Eintritt haben, und keine Besichtigungen möglich sind.
Leider ist der Kursraum so, dass wir keinen wirklichen Blick nach draußen haben - die Fenster sind Dachluken, die nach oben gehen, also genug Licht hereinlassen, aber eben keinen Seeblick ermöglichen. Das ist der einzige Wermutstropfen. 



Dafür ist das Essen gut. Ayurvedische Küche, dreimal am Tag. 


Im Kurs üben wir die Techniken, die ich benutzt habe, um Linienspiel XXXV: Schatten in Grün zu machen. Zumindest eine Technik ist eine, von der ch immer dachte, dass sie eigentlich allen Leuten bekannt sein müsste, aber offensichtlich ist das nicht so. Resteverwertung pur.


Und hier wird dann eine schmale Linie eingesetzt, wie Kathleen Loomis sie in ihren großen Quilts verwendet.


Mein Zimmer allerdings hat Seeblick - und heute konnte man sogar den Sonnenaufgang beobachten.



Jetzt bleibt als Wunsch, mal im Sommer hier unterrichten zu können. Um Baden zu können. Oder man kommt doch einfach zum Urlaub hierher.

Sonntag, 3. Dezember 2017

Eine schwierige Entscheidung

Seit ich die Longarm Maschine habe und auch mal für andere Leute Quiltaufträge übernehme habe ich die verschiedensten Erlebnisse gehabt. Schöne Tops, bei denen mir sofort eine tolle Möglichkeit für die Bearbeitung einfällt, mal abgewechselt mit Tops, die ganz anders sind als alles, was mir je aus der Maschine käme... Dann kann es ein kleines bisschen dauern, bis mir wirklich etwas einfällt. Meines Erachtens ist das bisher auch immer gut gelungen. Allerdings hatte ich auch schon die Erfahrung, dass trotz vorheriger Absprache - und ich bemühe mich eigentlich immer, auch Schwierigkeiten anzusprechen und mögliche Punkte des Dissenses so vorher zu verhindern - die Auftraggeber nicht mit dem einverstanden waren, was ich gemacht hatte. Das war nicht häufig der Fall, und wie gesagt m.E. auch nicht begründet, weil die Arbeiten völlig in Ordnung waren, aber es war häufig genug, dass ich seitdem extra vorsichtig bin.
Letzte Woche hat das dann dazu geführt, dass ich einen Quilt, der mir geschickt worden war, nach dem Aufspannen ungequiltet wieder abgenommen und zurückgeschickt habe. Sowohl das Top als auch der Rückseitenstoff waren nicht gerade auf die Holme zu spannen, und ich sah einfach nur Schwierigkeiten - eine Falte ist schnell reingequiltet, und ich wollte einfach nichts kaputt machen. Noch habe ich keine Reaktion von der Kundin, sie wollte auch bis zu diesem Wochenende in Urlaub sein, aber ich bin gespannt, ob etwas kommt, und wie die Reaktion ausfallen wird. Leichtgemacht habe ich mir die Entscheidung nicht, aber wie richtig sie war, habe ich gemerkt, als ich wieder aus der Poststelle rauskam und das Paket losgeschicht hatte. Die Verantwortung für die Quilts andere zu übernehmen ist doch eine große Aufgabe. Und wenn ich mir auch für Auftrags-Quilts viel weniger erlauben würde, als ich das bei meinen eigenen tue - ich kann schon mal 5 gerade sein lassen, wenn es um mich geht - so möchte ich doch verhindern, nochmal in Auseinandersetzungen über die Qualität meines Quiltens zu geraten. Diesmal habe ich nicht gequiltet. Das wird vielleicht auch nicht richtig sein. Aber ich habe wenigstens nichts in der Vorstellung der Kundin zerstört.

Freitag, 24. November 2017

Wieder ein Platz frei: „Schatten in Grün - oder die Faszination der Komplementärfarben“

Am 2. Adventswochenende findet der Kurs "Schatten in Grün" auf der Fraueninsel statt. Krankheitsbedingt ist ein Platz wieder frei geworden. Informationen finden Sie hier oder auf der Webseite der Veranstalterin Lisa Eiter.
Es würde mich freuen, wenn sich noch jemand Kurzentschlossenes findet.

Dienstag, 21. November 2017

Und jetzt...?

Ich hätte nicht gedacht, dass die Sondierungsgespräche tatsächlich abgebrochen werden würden. Vor allem hätte ich nicht gedacht, dass es eine gelbe Bombe ist, die hochgeht. Aber es ist doch richtig schön, dass das Leben immer wieder für neue Überraschungen gut ist. Wenn sie auch dazu führen, dass man die Welt immer weniger versteht.
Letze Woche habe ich einige flüchtlings-intensive Tage erlebt, weitere Briefe geschrieben, am 1. Ostbayerischen Asyl-Gipfel teilgenommen und ansonsten Bemühungen angestellt, nicht an der Politik dieses Landes zu verzweifeln.

Die Veranstalterinnen des 1. Ostbayerischen Asyl-Gipfels
bei der Begrüßung

Mit der neuen Klasse werde ich langsam etwas vertrauter, sie tauen allmählich auf, und so normalisiert sich das Klassengeschehen allmählich. Leider hat der November hier sehr intensiv zugeschlagen, und seit längerer Zeit werden wir nur noch äußerst spärlich mit Sonnenschein bedacht. Das zehrt... Zeiten an der Nähmaschine gibt es aber schon immer mal wieder, wenn es mir auch im Moment nicht besonders berichtenswert erscheint.

Montag, 6. November 2017

Es waren Herbstferien...



Es waren Herbstferien, eine emotional intensive Woche und der November hat auch Einzug gehalten… Trotzdem kann ich einen schönen Erfolg verbuchen, ich habe nämlich seit ich weiß nicht wie langer Zeit zum ersten Mal wieder praktisch einen ganzen Tag mit Nähen verbracht. Erst Sortieren von Blöcken für The 70,273 Project, begleitet von ergänzender Herstellung zusätzlicher Blöcke, damit ein Top zusammengestellt werden kann, das heute in die Post geht, um zusammengenäht zu werden. 

Buchhaltung - nicht meine Stärke, aber nötig, um zu wissen,
welcher Block in welchem Top landet, und vor allem, wieviele Blöcke es schon sind.


Noch ohne Identifikations-Nummer,
aber Erinnerungan 80 Opfer des Euthanasieprogramms


Ein weiteres Top, das mir von einer Laatzener Nähgruppe zugeschickt wurde, ist auf die Longarm-Maschine gewandert. Ein sehr breiter Quilt - den ich natürlich auch hochkant hätte aufziehen können, aber der jetzt endlich mal fast die ganze Breite der Maschine nutzt. 




Auf dem Foto sieht man gut, wie eng es eigentlich im Zimmer ist, wo die Maschine steht, und von meinem Mann kriege ich auch immer wieder leicht bissige Kommentare über Platz und Stellmöglichkeiten und wie sehr ich mich verkalkuliert hätte, und in das andere Zimmer, in das ich sie eigentlich stellen wollte, hätte sie ja gar nicht reingepasst… Aber hiermit habe ich den Beweis, dass es diese Breite der Holme eben doch brauchte!
Dann habe ich weitergenäht an einer traditionellen Decke, die ich schon ein Weilchen in Arbeit habe, die aber über den Sommer ins Stocken geraten ist. Für einen Liebhaber von Grau und Braun, dem ich auf subtile Art noch ein bisschen Gelb mit unterjubele, natürlich aus rein gestalterischen Gründen.


Und abends war ich dann soweit aufgewärmt, dass ich anfangen konnte mit dem nächsten Stück für die „12 by 12“, wo ich seit August Mitglied bin. Den grundlegenden Plan hatte ich schon vor einiger Zeit beschlossen, gestern kam mir dann noch eine Idee für ‚vor‘ der eigentlichen Idee, und so konnte ich dann loslegen. Erst das stabilisierende Vlies vorbereiten, anheften, und dann konnte es losgehen.




Das ist jetzt ein bisschen Geduldsarbeit, aber das Top ist klein, nur 40 x 40 cm, also überschaubar. Heute und morgen habe ich keinen Unterricht, ich werde noch weiter nähen können, wenn diverse Angelegenheiten abgearbeitet sind.

Dienstag, 24. Oktober 2017

Kurse auf der Nadelwelt Karlsruhe 2018



Anders als in den vergangenen Jahren werde ich 2018 zwar wieder auf der Nadelwelt in Karlsruhe sein, allerdings nicht mit einem Stoffstand, sondern wieder als Kursleiterin. So habe ich auf der Nadelwelt, damals noch in der Schwarzwaldhalle, ja auch angefangen. Da die Umsätze in den vergangenen zwei Jahren nur mit Milchmädchenrechnungsstrategien noch als eine ‚schwarze Null‘ bezeichnet werden konnten, habe ich die Anfrage, die mich im Sommer zum Angebot von Kursen einlud, gerne angenommen.
Vor kurzem erhielt ich nun die Verträge und Daten.
Ich werde zwei Kurse anbieten. Zum einen den mittlerweile bewährten Kurs „IQ - von der Inspiration zum Quilt“. In dieser Form allerdings wird er nur noch dieses eine Mal stattfinden. Ich habe beschlossen, ihn so nicht weiter zu unterrichten. Sollten weitere Anfragen kommen, werde ich das Konzept ändern und andere Schwerpunkte legen. Wer also die Gelegenheit sucht, den Kurs zu besuchen, sollte diese letzte Chance nutzen.
Der zweite Kurs, den ich anbieten werde, ist ein neu entwickelter Kurs, „texting“. In ihm werde ich die Techniken unterrichten, mit denen ich meine Quilts aus der Serie text messages erstelle. Im weitesten Sinne handelt es sich um Methoden, Textelemente in Quilts einzubauen, die nicht gedruckt, gefärbt o.ä. sind, sondern immer mit Maschine, Faden, vielleicht noch mit Nadel von Hand. Auf den Kurs bin ich selbst sehr gespannt!