Montag, 5. Dezember 2016

6. Jubiläum Stoff-Abo für handgefärbte Stoffe

Aus Anlass des sechsjährigen Bestehens meines Stoff-Abos gibt es am morgigen 6. Dezember ein besonderes Angebot:

Bestellen Sie über die Webseite Stoffe (Meterware, zu den üblichen Konditionen wie Mindestabnahme etc.), und Sie erhalten 6% Rabatt auf den Einkaufswert.

Bei Bestellungen von mindestens €60,- erhalten Sie mindestens € 6,00 Rabatt (also 10%) oder, wenn die Rabattsumme des Einkaufswertes über die 6-Euro-Marke hinausgeht, übernehme ich noch das Porto.

Dieses Angebot gilt für alle Bestellungen von Meterware, die am 6. Dezember zwischen 0.01 Uhr und 24.00 Uhr bei mir eingehen.
Abo-Packungen und Schneestoffe sind von der Rabattaktion ausgeschlossen.




Freitag, 2. Dezember 2016

In was für einer Gesellschaft wollen wir eigentlich leben?



Dies ist ja nicht eigentlich ein politisch orientierter Blog, jedenfalls war das überhaupt nicht meine Absicht, als ich mit dem Beginn des Stoff-Abos angefangen habe, diesen Blog zu schreiben. Die Flüchtlingsproblematik der letzten Jahre allerdings hat mich schon vor meinem eigenen ehrenamtlichen Engagement im Helferkreis sehr bewegt und insgesamt einen politischer denkenden Menschen aus mir gemacht, als ich es vorher war. Obwohl ich mir immer schon eingebildet habe, nicht völlig hinter dem Mond zu leben, was politisches Denken und Bewusstsein angeht.
Als ich vor einem Jahr aus meinem Neuseelandurlaub zurückgekommen bin und nach der viel zu kurzen Auszeit deutlich gemerkt habe, wie sehr mich die ganze Situation tatsächlich mitgenommen hatte, hatte ich mir vorgenommen, politische Aussagen und mein damit verbundenes Engagement auch wieder aus dem Blog herauszuhalten. Quilten und Färben ist ein Teil meines Lebens, aber der hat nicht unbedingt etwas mit dem anderen zu tun, oder doch nur manchmal, wenn der Text auf einem Quilt in meiner Serie text messages plötzlich sehr politisch wird... Trotzdem habe ich mich dann entschlossen, die Chance  zu nutzen und im speziellen Projekt der Flüchtlingsklasse Deutsch zu unterrichten. Einerseits, weil ich gerne Deutsch als Fremdsprache unterrichte (jetzt im Nachhinein wird mir klar, dass das natürlich das neue berufliche Betätigungsfeld hätte sein müssen, als ich damals meinen Abschied aus der Universitätslandschaft und der Sprachwissenschaft genommen habe), andererseits, weil ich darin eine Möglichkeit gesehen habe, doch mein Engagement für die Menschen, die ja hinter diesem schrecklichen Wort „Flüchtlingsproblematik“ (oder Flüchtlingswelle, oder Flüchtlingskrise, oder wie immer man es nennen möchte) stecken, fortzusetzen, wenn auch mit ein bisschen Bezahlung für wenigstens einen Teil des Einsatzes. 
Dass ich mich schnell wieder über das vereinbarte Stundenmaß hinaus engagieren würde, war mir  ziemlich klar gewesen, als ich die Bewerbung abgegeben habe. 
Ich wusste allerdings nicht, wie sehr es mich emotional einbinden würde, zu erleben, wie es Flüchtlingen aus Afrika hier ergeht, im Gegensatz zu den Syrern, mit denen ich es im letzten Jahr zu tun hatte. Es ist eine Sache, mit Leuten zu tun zu haben, von denen man mit ziemlicher Sicherheit weiß, dass sie zwar vielleicht erst in vielen Monaten, aber doch dann irgendwann den Aufenthaltsstatus erhalten werden, oder mit Leuten, die praktisch keine Hoffnung haben, als Flüchtlinge anerkannt zu werden. (Über die verschiedenen Abstufungen von Flüchtlings-Definitionen will ich mich hier auch gar nicht auslassen.) Aber das Schlimmste ist nicht diese Aussichtslosigkeit ihres Anliegens. (Sie haben ja kleine Tricks, mit denen sie versuchen, die endgültige Entscheidung möglichst weit hinaus zu schieben.) Sondern das Schlimmste ist das Drumherum, wie die Behörden und diese Gesellschaft mit diesen Menschen umgehen. Wenn ich im Ausländeramt erleben, wie Afrikaner von oben herab behandelt werden, wie mit ihnen umgegangen wird, dann möchte ich vor Scham im Boden versinken. Wenn ich höre, dass manche Afrikaner inzwischen nicht mehr mit dem Fahrrad, das sie von Mitgliedern der Helferkreise geschenkt bekommen haben, weil sie immer wieder von der Polizei angehalten worden sind, die sie aufgefordert hat, eine Quittung vorzuweisen, um zu beweisen, dass sie dieses Fahrrad nicht gestohlen haben (und das waren bestimmt meistens eher schlichte Fahrräder, und keine superteuren Mountainbikes!), dann schnürt es mir die Kehle ab.
Wer von uns führt schon eine solche Quittung bei sich - wer von uns ist schon einmal mit diesem Anliegen angehalten worden? Warum werden fahrradfahrende dunkelhäutige Menschen angehalten, um nachzuweisen, dass das Fahrrad nicht gestohlen worden ist, wenn hellhäutige Menschen nicht genauso häufig angehalten werden? Wenn das keine Schikane ist, was ist es dann? Von blöden Kommentaren durch Unbekannte auf der Straße mal ganz zu schweigen.
Ich könnte noch einige andere Dinge berichten, die in den letzten Wochen hier durch den Schulalltag gegeistert sind und weitaus mehr emotionales Engagement erfordert haben, als die bezahlten 10 Unterrichtsstunden, die ich an drei Vormittagen in der Woche abhalte. Und die mich manchmal zweifeln lassen an meinen Mitmenschen und deren Einstellung anderen Menschen gegenüber.

Ein Bekannter - einer, über den ich nicht zu verzweifeln brauche - brachte es neulich mit dieser kleinen Beschreibung auf den Punkt:
Man muss sich vorstellen, Deutschland als Ganzes sind 100 Leute, die an einer üppig gedeckten Tafel sitzen, zusammen essen und trinken, und vielleicht sogar ein bisschen feiern. Es ist mehr als genug für alle da. Dann kommt einer, der ein wenig anders aussieht, dazu und fragt, ob er sich mit an den Tisch setzen darf. Erst betretene Gesichter, dann schließlich doch ein ‚na gut‘, alle rutschen ein ganz klein wenig zusammen, und der Hinzugekommene darf mit am Tisch sitzen, kriegt auch etwas zu essen. Und dann kommt ein zweiter, der gerne auch mit am Tisch sitzen möchte. Und jetzt heißt es, nein, das geht nicht mehr, wir haben keinen Platz und überhaupt ist nicht genug für alle da.
Das sind die Zahlen der sogenannten Flüchtlingskrise. Zu 80 Millionen sind achthunderttausend dazugekommen, und jetzt schreit Bayerns oberster Schreihals nach einer Obergrenze, immer noch, immer wieder - und was will er überhaupt mit diesem Geschrei erreichen, außer einer Radikalisierung der politischen Landschaft?

Mir ist es fast körperlich unerträglich, dass es in Deutschland wieder Menschen gibt, die davor Angst haben, von der Polizei abgeholt und in irgendwelche Lager gesteckt zu werden. Haben wir davon nicht schon mehr als genug gehabt? Was nehmen uns die Flüchtlinge denn wirklich weg? Die meisten wollen arbeiten, und viele sind sogar bereit, die Drecksjobs zu machen, die den Deutschen nicht mehr gut genug sind. Und gerade die Afrikaner, die in Bayern inzwischen nicht einmal mehr das dürfen, würden diese Drecksjobs machen, für die sich z.B. viele Syrer auch wieder zu schade sind. In meiner Klasse sind mehrere Senegalesen, die bereits Arbeitsplätze hatten, sie haben Steuern und Sozialabgaben gezahlt und fühlten sich auf dem besten Weg, sich allmählich zu integrieren. Die Deutschkenntnisse dieser Afrikaner sind deutlich besser als die vieler Syrer. Was soll diese Abschiebementalität, dieses Verbreiten von Angst, diese Willkürmaßnahmen? Warum können die Afrikaner, die jetzt schon mal hier sind, nicht einfach auch mit am Tisch sitzen. Es ist genug für alle da - und feiern können sie allemal besser als wir!
Ich muss vielleicht doch noch diese Partei gründen, von der ich schon mal geschrieben habe (aber ich konnte eben den Eintrag nicht finden) - nur würde ich sie doch ein wenig anders nennen, Bündnis für Gerechtigkeit und Toleranz, oder so ähnlich. Das gilt nämlich auch für alle Deutschen. Viele Möglichkeiten…aber vielleicht doch nur zum Träumen?

Dienstag, 29. November 2016

Es rennt die Zeit...

Erschreckend ist das, wie schnell gerade die Tage ins Land sausen, und irgendwie war nie richtig Zeit, sich mit ausreichend Muße hinzusetzen und nachzudenken, was es denn zu Erzählen gäbe.
Und dann, gestern, als ich das vorhatte, waren ausgerechnet wir ein Opfer der Telekom-Lahmlegung, und hatten kein Internet. Da merkt man dann, wieviel man inzwischen in diesem Medium unterwegs ist.

Neben dem Färben der November-Lieferung, die sich allmählich dem Ende zuneigt (nur noch bügeln, schneiden, verpacken - also fast noch im Zeitplan!), Fertigstellung des Artikels für Patchwork Professional, Weiterdenken für die nächste Ausgabe des Magazins der Patchworkgilde blieben nur wenige Stunden zum Nähen. Ich habe einen Quilt angefangen, der wird "Waste No Threads!" heißen, aber eine ganze Weile dauern, bis er fertig ist. Auf die Idee kam ich, als Barbara Lange beim gemeinsamen Aufhängen der Ausstellung der International Threads (noch bis Ende dieser Woche!)das Stichwort "hand-stitched" fallen ließ. Und beim Fadenwechsel an der Longarm-Maschine fallen immer längere Fadenstücke an, die wegzuschmeißen eigentlich zu schade sind. Mehr wird zu diesem Thema aber erstmal noch nicht verraten.

Und dann mussten einfach auch mal wieder familiäre Pflichten erfüllt werden. Am Samstag vormittags ein Auswärtsspiel der Basketballmannschaft meines Sohnes, gegen den Tabellenersten, bittere (erwartete) Niederlage, aber sie haben gut gespielt, hart gekämpft, nur keine Punkte machen können. Abends war dann ein schönes Konzert der afrikanischen Flüchtlinge in der Kirche, mit anschließendem gemeinsamen Essen für die Musiker und ehrenamtlichen Betreuer.


Leider kein afrikanisches Essen, aber von angehendem afrikanischen
Sterne-Koch gekocht, also sehr lecker.
 ..

Zu dem Zeitpunkt war aber die eigentlich spannendste Phase der Woche schon wieder ein paar Tage vorbei. Kurzfristig hatten wir über einen Wechsel ins Ausland nachgedacht, im Raum stand Kolumbien. Und nach der ersten Überraschung, als mein Mann mit der Idee ankam, sich dort zu bewerben, hatte mir diese Aussicht sogar ganz gut gefallen. Wir haben nach Schulen und Basketballmöglichkeiten für den Sohn gesucht, uns über die Stadt informiert, und ich dachte, ich könnte so vielleicht endlich mal mein Spanisch einem Praxistest unterziehen. Außerdem hätte ich meinem Mann gegenüber einen sprachlichen Vorteil gehabt, denn der kann bisher 'nur' Latein in der Sprachgruppe. Aber Rücksprache mit den Verantwortlichen und Organisatoren haben dann so viele Pferdefüße ans Licht befördert, darunter den mich betreffenden, dass ich vermutlich keine Arbeitserlaubnis bekommen hätte, und so haben wir uns von dem Gedanken mit ein bisschen Wehmut wieder verabschiedet.
Mir bleibt also das Stoff-Abo noch weiter erhalten, ich muss nicht überlegen, was ich mit der Longarm-Maschine und meinen 40 Kisten Stoff mache. Und wenn ich morgen von einer Fahrt zum Anwalt für Ausländerrecht zurückkomme, wird hoffentlich auch mal wieder Zeit für eine längere Sitzung an der Nähmaschine sein.

Montag, 21. November 2016

6. Jahrestag Justcoulours.de

In diesem Monat jährt sich der Beginn meines Stoff-Abos zum 6. Mal. Aus diesem Anlass wird es - mit einer kleinen Verzögerung, aber aus vielleicht verständlichen Zahlen-Gründen - am 6. Dezember ein besonderes Angebot geben. Schauen Sie am 5. 12. auf den Blog, am 6.12. eingehende Bestellungen bekommen besondere Konditionen!


Dienstag, 15. November 2016

International Threads Ausstellung in München

Vergangenen Donnerstag haben Barbara Lange und ich damit zugebracht, die Ausstellung der International Threads in der Galerie Quilt und Textilkunst am Sebastiansplatz in München zu hängen.
Mit Barbara wird so ein Vorhaben immer lustig und vergnüglich, auch oder obwohl es harte Arbeit sein kann.


Über die Eröffnung am Freitag habe ich auf dem Blog der International Threads berichtet. Am Samstag hieß es dann erst einmal, zu Hause wieder klar Schiff machen. Und seitdem habe ich heftig mit einem Metallic-Garn gekämpft, von dem ich mir eingebildet habe, dass ich es unbedingt auf der Longarm verwenden will, um den Quilt zu zieren, den ich noch für den Artikel für Patchwork Professional fertig machen muss.


Auf den anderen Maschinen habe ich mich ja immer von Metallic-Garnen ferngehalten, aber in diesem Fall habe ich es mir irgendwie eingebildet. Und es war ein harter Kampf, von dem ich noch nicht mit völliger Überzeugung behaupten kann, dass ich ihn wirklich gewonnen hätte. Aber immerhin bin ich nicht besiegt, und vielleicht habe ich noch Chancen...? Allerdings glaube ich, dass ich mir hierfür nochmal guten Rat bei Longarm-Expertinnen holen sollte. Aber das sollte ja möglich sein.

Mittlerweile tobt hier der November in seiner ganzen Pracht, und da tut es gut, zu überlegen, ob ich im März für ein paar Tage meine Freundin in Abu Dhabi besuchen kann. Das ist allerdings noch eine Weile hin, und vorher gilt es diesen Artikel fertig zu bekommen!

Mittwoch, 9. November 2016

Hamburg

In der vergangenen Woche haben meine Familie und ich ein paar Tage der bayerischen Herbstferien in Hamburg verbracht.


Hin- und Rückfahrt mit dem Zug, völlig ohne berichtenswerte Erlebnisse! Untergebracht waren wir auf St. Pauli, und die Touristenattraktionen haben wir weitgehend 'mitgenommen':

"Hafenkommentator" Peter auf der Hafenrundfahrt

Blick auf die neue Elbphilharmonie, die meiner Meinung nach eine echte
Bereicherung für das Stadt- und Hafenbild darstellt.
 

Blick in die Speicherstadt - wir hatten auch durchaus sonnige Abschnitte!

Vor allem die kindgerechten Aktivitäten standen auf unserem Plan:



Miniaturwunderland
Aber durch geschickte Planung konnten mein Mann und ich jeweils die Kunsthalle genießen.

Carl André, Romartyr Hamburg, 1989
Und dann zwischendurch doch wieder eine Erinnerung an das immer wieder auftauchende Thema, Flüchtlinge in Deutschland. Wenn die Deutschen das Land verlassen, wird das als Auswanderung bezeichnet, und ist eindeutig positiv besetzt, mit besonderen Schildern, die auf die Auswandererquartiere hinweisen. Warum dann fällt es uns so schwer, Menschen aus anderen Herkunfstländern mit entsprechender positiver Einstellung entgegenzutreten?


Seit Samstag sind wir jetzt schon wieder zurück, diese Woche ist sehr dicht - und dann heute diese furchtbare Wahlnachricht aus den USA... obwohl ich nach der Katastrophe der Brexit-Entscheidung in Großbritannien ja keine ernsthafte Hoffnung mehr hatte, dass die Amerikaner vielleicht vernünftiger abstimmen würden... aber irgendwie wird die Welt sich auch nach dem heutigen Tag weiterdrehen. Trotzdem war es ein sehr schwarzer Tag für die Demokratie, und optimistisch in die Zukunft zu schauen fällt heute noch schwerer als sonst...

Freitag, 4. November 2016

Ausstellung International Threads in München, 11.11. bis 3.12.



Am kommenden Freitag eröffnen International Threads in der Galerie Quilt et Textilkunst am Sebastiansplatz in München eine Ausstellung. Für drei Wochen werden dort unsere aus den in der Gruppe gestellten Challenges entstandenen Quilts ausgestellt. Im Gegensatz zu den Ausstellungen in Prag (letztes Jahr), bei der Quilt Expo in Beaujolais (April diesen Jahres) und in Celle bei den Patchworktagen im Juni wird sich die Auswahl der Quilts verändern. Erstens hat sich die Gruppenzusammensetzung geändert, und zweitens sind ja weitere Challenges gestellt und bearbeitet worden, wir werden also auch neuere Quilts zeigen.




Die Eröffnung ist am 11.11. um 18 Uhr. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, wir freuen uns über viele Besucher!

Die Ausstellung läuft bis zum 3.12., 
Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag 10 - 18 Uhr, Samstag 10 - 16 Uhr.