Samstag, 14. Oktober 2017

Post

Im vergangenen Jahr habe ich mich mehrfach hingesetzt und Leserbriefe an Zeitungen geschrieben. Ich selbst lese eigentlich keine Leserbriefe, deshalb ist es mir lange Zeit auch nicht in den Sinn gekommen, welche zu schreiben, aber bei 'meinem' Thema mit der Flüchtlingsthematik konnte ich schon einige Male nicht schweigen. Sie sind eigentlich auch immer abgedruckt worden, der letzte erst vor zwei oder drei Wochen in der Süddeutschen Zeitung, als Reaktion auf einen Leitartikel, in dem eine Frau Sicherheitsbedenken von Frauen mit der Anzahl von Flüchtlingen im Land verknüpft hat, unter dem Motto 'jetzt haben wir so viele Flüchtlinge im Land, und schaut euch all die Vergewaltigungen an, die jetzt passieren'. Da habe ich dann gemerkt, dass es tatsächlich einige Leute gibt, die Leserbriefe lesen, denn ich bin auf diesen Brief von etlichen Menschen angesprochen worden. Auch von einigen, die mich zu dem Zeitpunkt, als der Leserbrief erschien, noch gar nicht persönlich kannten, aber dann ein paar Tage später kennengelernt haben.
In dieser vergangenen Woche aber habe ich Post bekommen. Erstens von der Staatskanzlei in München.


Denn kurz vor der Bundestagswahl habe ich auch an den Ministerpräsidenten geschrieben, dass er doch bitte endlich aufhören möchte, politisch so rumzuholzen, dass er den Geduldeten im Land ebenfalls Arbeitserlaubnisse ermöglichen solle.  Knapp drei Wochen später also schon eine Reaktion - der Ministerpräsident lässt mir für mein Schreiben danken und hat es zur Prüfung ans Innenministerium weitergeleitet, ich möchte mich doch noch ein bisschen gedulden, bis ich von dort höre. Das wird noch dauern, denke ich, denn an den Innenminister hatte ich zeitgleich geschrieben, und von dem habe ich noch nichts gehört. Nicht einmal eine Reaktion, dass er mir für mein Schreiben danken lässt. Bin gespannt, an wen er das weiterreichen wird.
Die andere Post, die vor kurzem ins Haus flatterte, ist weniger erheiternd. Ohne Absender versendet (mit Briefstempel Briefzentrum 49, also schon ein bisschen weg von Bayern) bekam ich einen Ausdruck einer Amazon-Seite für dieses Buch:


Eine Internetrecherche konnte keine Erhellung bringen, sondern hat in mir den intensiven Eindruck hinterlassen, dass es sich um verschwörungstheoretischen Quatsch handelt. Was genau mit dieser neuen Weltordnung und Bedrohung durch den Satan gemeint sein soll, ist nicht ersichtlich, und welche Rolle sogenannte Christen darin spielen wollen, auch nicht.
Beunruhigend finde ich allerdings, dass eine Person sich die Mühe macht, mir diesen Ausdruck zuzusenden. Die Handschrift, in der die Adresse geschrieben wurde, kenne ich nicht - und ich habe ein wirklich gutes Gedächtnis für Handschriften - und die Entfernung deutet darauf hin, dass es eine Person ist, der ich nicht täglich begegne. Dennoch - es ist kein schönes Gefühl. Ich glaube nicht an Verschwörungstheorien, sondern daran, dass ein offenes und respektvolles Miteinander aller Menschen die Grundvoraussetzung dafür ist, dass wir auf diesem Planeten gemeinsam leben können. Obwohl ich mit einem Pfarrer verheiratet bin, kann man mich vielleicht nicht als besonders intensive Kirchgängerin bezeichnen, aber ich bin der Meinung, dass das, was ich in den letzten Jahren aktiv im Zusammenhang mit der sogenannten Flüchtlingskrise getan habe, ein weitaus besseres gelebtes Christentum darstellt als das derjenigen, die sonntags in die Kirche rennen aber keinerlei Bemühungen unternehmen, den Leuten, die hier gelandet sind, irgendwie zu helfen. Sondern stattdessen nur diffuse Angst um ihre Pfründe haben. (Ein Gemeindemitglied meinte neulich beim Gemeindefest, dass der nun von den Behörden für die Kuchentheke vorgeschriebene Spuckschutz, hinter dem die Kuchen aufbewahrt werden müssen, nur daher käme, weil vor zwei Jahren 'die alle an der Grenze alles Essen wieder ausgespuckt hätten, weil sie Angst vor Schweinefleisch hatten'.)
Vor zehn Jahren bin ich mal durch Zufall und Unachtsamkeit, und weil ich noch nicht genug über die Stadt, in der wir damals erst zwei Jahre lebten, wusste, auf die Kandidatenliste einer der Parteien für den Stadtrat gekommen. Nicht als Parteimitglied, denn das war und bin ich nicht. Daraufhin kriegte ich im Abstand von mehreren Wochen drei anonyme Briefe, die mir vorwarfen, ich solle mich lieber um mein kleines Kind kümmern, als mich in die städtischen Belange einmischen zu wollen. Im Gespräch mit dem Parteichef, der mich da auf die Liste geholt hatte, erfuhr ich, dass es in der Stadt häufig vorkomme, dass anonyme Briefe verschickt wurden. Aber man hätte die Personen noch nicht ausfindig machen können. Danach war ich sehr froh, dass die Stimmenzahl für mich nicht gereicht hat, um mich in den Stadtrat zu bringen.

Meine Meinung sage ich trotzdem. Und vielleicht muss ich das noch viel lauter und penetranter tun. Schade ist nur, dass offensichtlich andere Leute zu feige sind, das in einer ehrlichen und offenen Diskussion zu tun, um so zu einem fairen Meinungsaustausch zu gelangen. Ich mag keine Heimlichtuerei, und ich verachte Feigheit. Und die paar Flüchtlinge, die bei uns im Land sind, sind nicht hier, um unsere Gesellschaft umzukrempeln. Sie könnten natürlich gut integriert werden, wenn die politischen Akteure endlich mal ihren Standpunkt relativieren würden, effektivere Bearbeitungsprozesse installieren würden und den gesamtgesellschaftlichen Notwendigkeiten Rechnung tragen würden. Dann könnte man doch irgendwann sagen, "Wir haben das geschafft."

Freitag, 6. Oktober 2017

September-Kollektion verschickt

Am Mittowch habe ich die September-Kollektion des Stoff-Abos verschickt, die mich in den letzten zwei Wochen zwischen Unterrichten und diversen Flüchtlings-Aktivitäten gut beschäftigt hatte.



Beim Legen und Einpacken hatte ich dieses Mal Hilfe, was eine sehr angenehme Erfahrung war. Bisher habe ich das immer alles alleine gemacht, und es war wirklich eine Erleichterung, zu zweit daran zu arbeiten.


Zwar gibt es dieses Mal keine Einzelpackungen zu kaufen. Allerdings sind alle sechs Farben als Meterware vorhanden und können einzeln bestellt werden.

Eigentlich hatte ich dieses Wochenende mit Stoffstand und sogar einigen Quilts bei Nähmaschinen Lutz im Allgäu mit dabei sein wollen. Aber ich liege krank im Bett und musste meine Teilnahme kurzfristig absagen. Jetzt hoffe ich, dass ich übers Wochenende wieder gesund werde.

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Im Färbebad...

Der Satz "Und morgen ist ein neuer Tag", mit dem ich den vorletzten Post beendet habe, war in dem Moment, das gebe ich offen zu, eine Art Gesundbeten, oder Herbeireden, Selbstsuggestion... jedenfalls war mir in dem Moment alles andere als zuversichtlich zumute. Es ist allerdings auch einer der wenigen Sätze, die ich schon von den Senegalesen auf Wolof gelernt habe. Deren gelassene Einstellung in diesen Dingen habe ich zwar noch bei weitem nicht übernommen, dazu bin ich zu sehr im Sinne Deutschlands sozialisiert, aber hin und wieder kann ich schon ein bisschen in der Richtung denken.
Am Dienstag jedenfalls hatte ich anschließend an den Unterricht in der neuen Klasse ein interessantes Gespräch in Landshut, das vielleicht dazu führen wird, dass sich neue berufliche Perspektiven für mich auftun. Noch ist nichts sicher oder 'in trockenen Tüchern', aber die Kombination von gelungenem Unterricht und dieser Möglichkeit einer Perspektive hat wesentlich dazu beigetragen, meine Stimmung wieder anzuheben. Irgendwie wird es auch in dieser politischen Konstellation wieder weitergehen.
Den Rest der Woche habe ich zwischen Unterrichten, Färbeeimern, Fäden wickeln, quilten für das 70273 Project verbracht und außerdem noch weitere Aktivitäten unternommen, um vielleicht doch noch für einen der Schüler aus dem vergangenen Jahr eine Arbeitserlaubnis zu erreichen.

September Kollektion im Eimer...

September Fäden, fertig gewickelt.


Quilt Nr. 265 auf der Longarm-Maschine

Zwischendurch immer mal wieder ein paar Stiche an einem sogenannten
'Middling', mit dem ich mich durch meine Enzyklopadie für Stickstiche
arbeite...

Quilt Nr. 265, genäht von der Kasseler Gruppe, fertig gequiltet,
fehlt nur noch der Rand.

Langweilig war es nicht. Nur Zeit zum Bloggen blieb irgendwie nicht mehr...

Dienstag, 26. September 2017

Black-out-Poetry

Eines der letzten Programmhefte für den Deutschlandfunk inspirierte mich dazu, mit einem schwarzen Stift das Interview mit Nora Gomringer, deren Texte ich sehr gerne mag, in eine andere Textsorte zu verwandeln. Ich hoffe, man kann es lesen!






Montag, 25. September 2017

Am Tag danach...

Auf dem Weg zum Wahllokal gestern boten sich einige sehr schöne Momente, die eigentlich nicht zu beschreiben sind.



(Eigentlich wollte ich hier mehrere Bilder hochladen, aber blogger will das offensichtlich nicht, und ich will nicht ewig warten...)

Das Auszählen war interessant, und ich hatte extra den ganzen Tag keine Nachrichten gehört. Angeblich soll der Stimmbezirk, in dem ich mitgezählt habe, bei den letzten Wahlen immer sehr repräsentativ gewesen sein, praktisch das Endergebnis abgebildet haben. Das werde ich morgen in der Zeitung dann noch auf die Kommastelle überprüfen. Trotzdem ließe sich nicht verhindern, dass mich heute ziemlich der Wahl-Blues gepackt hat. Aber ins Detail will ich da jetzt nicht weiter gehen.
Nur soviel sagen: solange in der Zeitung solche Bilder veröffentlich werden wie dieses in der letzten Woche



solange verstehe ich nicht, wie jemand solche Sprüche klopfen kann wie der Vorsitzende der CSU, oder die AfD-Leute. Und ich verstehe nicht, wie jemand diese Parteien wählen kann.
Aber ich habe mich kreativ abzulenken versucht und neben dem Färben für die neueste Stoff-Abo-Kollektion angefangen, ein Top für das 70,273-Projekt zu quilten. Heute vielleicht wichtiger denn zuvor...?


Und morgen ist ein neuer Tag.

Mittwoch, 20. September 2017

Die Wahl wirft ihre Schatten voraus...

Seit ich aus den USA zurück bin, habe ich beobachtet, wie sich die Landschaft der Wahlplakate darstellt. Vor meiner Abreise waren noch nicht so viele zu sehen, jetzt sind sie überall, am Sonntag ist es ja auch schon so weit.
Bei den Plakaten der weißblauen Staatspartei frage ich mich - genau wie bei den anderen auch - ob die sich eigentlich mal überlegt haben, inwieweit ihre Sprüche mit ihren Taten übereinstimmen. Oder ob das vielleicht doch von völlig unterschiedlichen Teams verantwortet wird, die nicht miteinander kommunizieren...

Haben sie denn eine Leitkultur - wissen sie mittlerweile, was das
sein soll, und wenn ja, leben sie sie tatsächlich...? Und wer wird
dann integriert...?


Ich kann mich aber nicht erinnern, dass in den früheren Wahlen so viele Plakate durch Schmierereien, Überkleben oder Vandalismus beschädigt wurden. Ein Plakat habe ich gesehen, da war das Gesicht des Kandidaten rausgeschnitten worden. Hier ist ein Kandidat mit dem früheren unangenehmen Diktator in Zusammenhang gebracht worden.

Als ich heute daran vorbei fuhr, war das Plakat wieder 'unbefleckt'...


Die Aussage der Verknüpfung dieser zwei Herren finde ich nun ja selbst nicht so völlig abwegig, jedenfalls bin ich der Meinung, dass das Geholze  des bayerischen Oberparteibosses wesentlich dazu beigetragen hat, das unschöne politische Ungleichgewicht herbeizuführen, auf das wir gerade hinzusteuern scheinen. Trotzdem käme ich nicht auf die Idee, Wahlplakate zu beschädigen oder zu zerstören. Das erscheint mir nicht der richtige Stil in einem Land, das sich als Demokratie und Rechtsstaat versteht.
Am kommenden Sonntag bin ich nun zum ersten Mal als Wahlhelferin eingeteilt. Gemeldet hatte ich mich schon vor der letzten Landtagswahl, damals konnte ich aber nicht, weil ich irgendwie auswärtig unterwegs war. Dieses Mal allerdings bin ich gespannt. Heute Abend ist die Einführung. Ich bin zwar in einem kleinen Stimmbezirk eingeteilt, aber auch gleich zur stellvertretenden Wahlleiterin ernannt worden, hoffentlich bin ich der Aufgabe gewachsen. Jedenfalls finde ich es sehr interessant, auf diese Art hinter die Kulissen schauen zu können. Je älter ich werde, desto deutlicher wird mir bewusst, was für ein kostbares Gut diese demokratischen Strukturen doch darstellen, in denen wir leben. Und wie gefährdet sie immer sind, vor allem in diesen Zeiten.

In Vorbereitung auf die Wahl haben mein Mann und ich neulich den Wahlomat ausprobiert. Mein Mann wurde überrascht insofern als er sich eigentlich für eine Partei entschieden hatte und dann feststellen musste, dass seine Positionen doch eher mit einer Partei übereinstimmen, die er von ihrem Auftreten her gar nicht so mag. Ich wurde überrascht, dass es doch eine Partei gibt, die in ihrem Programm mit meinen Vorstellungen weitgehend übereinstimmt. Bisher hatte ich ja immer das Gefühl, die gibt es nicht. Allerdings stimmt das Gefühl irgendwie auch - denn diese Partei ist keine von denen, die die 5%-Hürde knackt... Aber es war ein ganz interessantes Gefühl, zu merken, da gibt es etwas. Unseren Junior haben wir dann auch noch dran gesetzt. Damit er schon mal merkt, über welche Themen man sich so seine Gedanken machen sollte, muss, darf, wenn man ein politisches Bewusstsein entwickeln will.

Dienstag, 12. September 2017

„Schatten in Grün - oder die Faszination der Komplementärfarben“



Die Geschichte des Quilts „Schatten in Grün“ ist schnell erzählt. Ich hatte jemandem ein Stück grünen Stoffs aus meiner Restabschnitte-Sammlung geschenkt, und von ihr einen Dankesbrief mit dem Kommentar „Schade, das es in Deutschland so wenige grüne Quilts gibt!“ erhalten. Daraufhin wunderte ich mich, warum ich denn so viele grüne Scraps in meinen Restetüten hatte (Antwort. weil bei der Herstellung von Linienspiel X so viele abgefallen sind)

Linienspiel X

und fing an, grüne Reste zusammenzunähen. 


Kurz vorher hatte ich mir die „Small Line Piecing“ Technik von Kathy Loomis angeeignet, die versuchte ich dann an den kleineren Teilen, als Kathy es üblicherweise macht. Weil das viele Grün einfach zu grün war, wurden diese Linien in der Komplementärfarbe Rot eingesetzt. 


Und so fügte sich eines zum anderen. Die Handstickerei zwischen den per Maschine ebenfalls in Rot umrandeten Doppelkreuzen habe ich mir dann eingebildet und mich bereits nach ca. 1/8 der Fertigstellung selbst heftig dafür verflucht. 


Aber auftrennen ging nicht, und nachdem ich durchgehalten hatte, stellte ich fest, dass es sich natürlich gelohnt hatte. Der Erfolg, den dieser Quilt bei Betrachtern haben würde, kündigte sich bereits an, als ich ihn bei der Textile Art in Berlin am Stand liegen hatte und an den Handstickereien arbeitete, und bestätigte sich, als er zum ersten Mal an der Rückwand meines Standes als Dekoration hing. Bis ich auf die Idee kam, daraus einen Kurs zu machen, dauerte es noch ein wenig - aber nun ist es so weit.



Der Kurs wird von Elisabeth Eiter organisiert, findet am 2. Adventwochenende statt, und es sind noch ein paar wenige Plätze zu haben.
Besonders freue ich mich auf die Fraueninsel, wo ich vor ein paar Jahren schon mal einen wunderbaren Kurs halten durfte. Inklusive der Chance, dort eingeschneit zu werden und vielleicht noch länger bleiben zu müssen, weil ein Schneesturm tobte und wir nicht wussten, ob wir per Schiff von der Insel runterkommen würden - welch eine Pein das wohl gewesen wäre, mit Stoff und Nähmaschine bei guter Verpflegung auf einer Insel festzusitzen.
Anmeldung über Elisabeth Eiter.

Kurs-Raum: Abtei Frauenwörth, 83256 Frauenchiemsee - www.frauenwoerth.de

Datum   und Uhrzeit:
Freitag, 8. Dezember 2017, 15.30 Uhr bis 18.00 Uhr,
Samstag, 9. Dezember 2017, 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr und 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr,
Sonntag, 10. Dezember 2017, 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr und 13.00 Uhr bis 15.30 Uhr

Kursbeschreibung in der Ausschreibung:

„Schatten in Grün“ ist ein Restequilt, der die Wirkung von Komplementärfarben ausschöpft. Bringen Sie Ihre farblich sortierten Reste (und jeweils ein paar Stoffe der Komplementärfarbe dazu) mit, und wir werden schauen, wie Sie daraus in die Restverwertung und das freie Spielen einsteigen können. Freies Schneiden, schmale Linien, Improvisation und die Variation von Blocks werden uns das Wochenende über beschäftigen.


Ich freue mich auf Ihre Anmeldungen!

Samstag, 9. September 2017

Patchworkmesse Erding am 10.92017

Wie jedes Jahr am letzten Ferienwochenende in Bayern werde ich morgen mit einem Stand bei der Patchworkmesse Erding vertreten sein.
Öffnungszeiten von 10 bis 17 Uhr.

Heute nachmittag werde ich bereits hinfahren und aufbauen, seit dem letzten Mal im März habe ich bemerkt, dass das den Sonntag selbst doch deutlich entlastet. Auch wenn ich dafür zweimal die Strecke fahren muss. Dieses Mal ist es allerdings auch nötig, weil es mittlerweile in eine logistische Meisterleistung ausartet die Termine des Sohnes, des Mannes und die meinen zusammen zu bringen ... Deshalb kam es ja auch nur zu der neuen Reihenfolge, weil das im März schon losging. Dieses Mal haben wir es auch wieder geschafft. Wie machen das Familien mit 3 Kindern, frage ich mich! Das Auto ist gepackt, Gedanken über die Sonderangebote habe ich mir gemacht, es wird welche geben, schauen Sie vorbei!

Außerdem können Sie sich bei einer Mitmachaktion beteiligen: am Stand können Sie Blocks für The 70,273 Project anfertigen, Materialien und eine kleine Nähmaschine sind vorhanden.

Fertig genähtes Top für The 70,273 Project
von Conny Fleck und ihrer Kasseler Quiltgruppe, das
ich demnächst quilten werde

Donnerstag, 7. September 2017

Nie wieder Jet-lag?

Als ich in Greensboro mit meiner Freundin Annie über den Jetlag gesprochen habe, der mir da noch bevorstand, hat sie mir einen Tipp gegeben, den ich ausprobiert habe. Sie selbst hatte vor einer Reise nach Südafrika davon gehört, die aus den USA ja auch einen deutlichen Zeitunterschied bedeutet, es ausprobiert, und behauptete, überhaupt keine Probleme gehabt zu haben.
Sie sagte, mittlerweile gäbe es Untersuchungen, die davon ausgingen, dass der menschliche Darm bei der Taktung der Wach- und Schlafphasen viel intensiver beteiligt ist, als wir das bisher berücksichtig haben. Und es würde empfohlen, bei bevorstehenden Reisen in deutlich andere Zeitzonen ab ca. 12 Stunden vor der ANKUNFT am Zielort nichts mehr zu essen, nur noch viel zu trinken. Dann, wenn man ankommt, die nächsten Mahlzeiten normal essen, den Tag normal abspulen und abends normal ins Bett gehen. Das bedeutet, dass man im wesentlichen auf die leckeren Flugzeugmahlzeiten verzichtet, was ja an sich kein echter Verzicht ist. Wer hat denn schon einmal in der Economy Class wirklich gutes Essen serviert bekommen...?
Also habe ich überlegt, zurückrechenend von der Ankunftszeit in München, ab wann ich denn nichts mehr essen dürfte, und das dann eingehalten. Fiel mir nicht schwer, nachts isst man ja normalerweise auch eine ganze Zeitlang nichts. Wenn so die Nacht für mich nach amerikanischer Zeitrechnung auch etwas eher anfing.
Und es stimmt - ich war den ganzen ersten Tag nicht müde, konnte abends normal und gut schlafen, und der zweite Tag war ebenfalls überhaupt kein Problem. Keine Müdigkeit, auch die zweite Nacht, die bei der Rückkehr aus den USA eigentlich immer die schwierigste ist, ohne Ein- oder Durchschlafschwierigkeiten ... Mein Sohn, dem ich dieses Experiment nicht so zumuten wollte, kämpft gerade noch mit dem Aufstehen nach der zweiten Nacht.
Was noch auszuprobieren wäre, ist, wie es beim Flug in die andere Richtung funktioniert. Ich bitte um Kommentare und Rückmeldungen, falls jemand demnächst die Gelegenheit hat, das Rezept auszuprobieren!

Samstag, 2. September 2017

'alte' und neue Freunde

Unsere Tour durch Kentucky, Tennessee, North Carolina neigt sich schon wieder dem Ende zu. Ich weiß, das sind nicht die typischen Staaten für einen USA-Trip. Da fährt man in den Westen, von Nationalpark zu Nationalpark, geht wandern und Geysire riechen (Schwefel - man mag danach monatelang keine gekochten Eier mehr essen), Büffel anschauen und so weiter.
Wir haben es anders gemacht, Freunde besucht. Herbert hatte ich seit 25 Jahren nicht mehr gesehen, nicht mal richtig Kontakt gehalten, aber über den gemeinsamen Freund - sein Schweizer Gastbruder im Austauschjahr, mit dem ich immer irgendwie in Kontak war -  immer wieder mal ungefähr gewusst, wie es ihm geht.

Downtown Knoxville

Im Smoky Mountains National Park

Bei Debbie waren es fast 20 Jahre,


Annie sechs, Kathy 'nur' zwei, und Jeanne Hewell-Chambers kannte ich persönlich noch gar nicht. Das war der einzige Stop, wo ich mir nicht sicher war, wie es werden würde. Aber es hat super funktioniert, wir haben uns sofort verstanden.
Sie hat mich aber auch gleich zur Arbeit an Blocks für das 70,273-Projekt verdonnert, ich habe Tunnel angenäht, und zur 'Belohnung' durften wir dann mit ihr und ihrem Mann Motorboot fahren.




Aber auch mein Sohn ist voll auf seine Kosten gekommen.

Auch mit 12 immer noch ein Steine-Werfer
(das hat er schon immer gerne gemacht)

 
 


Schwarzbär im Park - ziemlich weit weg und sehr schnell unterwegs

Und ich habe ihm mehrere amerikanische Campus-Anlagen gezeigt, weil er immer davon redet, als Basketballer im College von NBA-Scouts entdeckt zu werden... leider können wir die Vorbedingung einer amerikanischen Uni nicht bezahlen, aber vielleicht passiert ja noch ein finanzielles Wunder, wer weiß.

University of North Carolina at Chapel Hill:
Protest gegen eine Statue eines Confederate Officer
nach den Ereignissen von Charlottesville

Am Montag geht es wieder nach Hause, und ich glaube, wir würden gerne beide noch ein bisschen länger bleiben.

Sonntag, 27. August 2017

Sich einfach mal treiben lassen...

Mit diesen Dingern


auf diesem Flüsschen (Deep Creek bei Bryson City, North Carolina)


Es ist besser, man nimmt die Kamera nicht mit, und glücklicherweise hatte ich das auch nicht getan. Obwohl der Wasserstand niedrig ist, kann man ziemlich nass werden. Es ist toll - man trägt den Reifen hoch und lässt sich dann runtertreiben. Es dauert. Mit drei Fahrten ist man fast den ganzen Tag beschäftigt.
Und es ist sehr entspannend.

Dann noch ein Stop am Obst- und Gemüsestand

 

bevor es durch die Smoky Mountains wieder ein bisschen nach Westen ging, zu den nächsten Freunden.



Donnerstag, 24. August 2017

Sonnenfinsternis

Ein Grund, weshalb unsere Reiseroute durch die USA so liegt, wie sie liegt, ist die Tatsache, dass ich die Sonnenfinsternis erleben wollte. Ich hatte 1999 die Sonnenfinsternis in Deutschland mitbekommen, und damals Glück, weil wirklich pünktlich zur totalen Verdunkelung ein Wolkenloch auftrat, so dass ich die Korona sehen konnte. Das wollte ich meinem Sohn auch zeigen, und unsere Reiseroute führte uns von Louisville, Kentucky,




nach Süden, in die Music City Nashville. 


Dort wohnt eine ehemalige Kollegin und Freundin, die ich seit 20 Jahren nicht gesehen hatte (inzwischen ist sie auch zur Quilterin mutiert), und wir haben die Gelegenheit genutzt, unsere Freundschaft wieder aufzufrischen. Unter anderem durch den Besuch in einem Quiltladen, der in seiner Fülle so erschütternd war, dass es nicht zu beschreiben ist.

Ehrlich gesagt: ich war froh, dass ich keine bedruckten/kommerziellen
Stoffe mehr kaufe! Ich hätte überhaupt nicht gewusst, wo ich anfangen
soll. Und der Koffer ist ja sowieso schon voll...

Wir waren Kanufahren, Eis essen bei den amerikanischsten Fast-Food-Etablissements, die man sich vorstellen kann (sehr zur Begeisterung meines Sohnes), und dann am Montag eben der Hauptprogrammpunkt Sonnenfinsternis. Dolph hatte extra einen Beobachtungsort gewählt, an dem die totale Verdunkelung zwanzig Sekunden länger zu sehen sein würde als direkt bei ihnen am Haus, wir sind frühzeitig hingefahren, haben die Wartezeit mit Spielen und Baden verbracht. Dann wurde es dunkler. Und dunkler.




Und die ersten Wolken zogen außerdem schon länger auf. 




Die Grillen wurden lauter. Der Sonnenuntergangsmodus im 360-Grad-Rundumblick war deutlich  zu sehen  – daran konnte ich mich von 1999 her gar nicht mehr erinnern, vermutlich, weil es damals bei mir eigentlich ziemlich wolkig war.
Direkt zur totalen Verdunkelung war dann aber tatsächlich eine Wolke vor der Sonne, so dass wir die Korona nicht zu sehen bekommen haben. Erst direkt danach konnte ich noch dieses Foto machen.



Trotzdem war es beeindruckend. Mein Sohn hat sich mit der Erstellung einer instagram-story vergnügt (das Warten auf die Verdunkelung fand er doch eher lästig langweilig), und alle waren zufrieden. (Obwohl mir das Korona-Erlebnis ein kleines bisschen fehlte...) Und wir haben beschlossen, 2024 die nächste in Little Rock auch gemeinsam zu erleben, weil Deb und Dolph dort ein Haus haben und das dann wieder eine gute Gelegenheit ist, um sich zu sehen. Obwohl man natürlich hoffen kann, dass sich vorher noch eine andere Gelegenheit ergibt.
Hier kann man die Termine der nächsten möglichen Sonnenfinsternisse finden:
In der südlichen Hemisphäre scheinen viel öfter Sonnenfinsternisse aufzutreten. Woran das wohl liegt? Gibt es dafür eine Erklärung? In die Antarktis würde ich natürlich auch gerne mal fahren, und eine Kombination mit einer Sonnenfinsternis wäre sicherlich eine wunderbare Erfahrung - aber Little Rock ist vielleicht eine etwas realistischere Perspektive.

Samstag, 19. August 2017

Reise-Reflektionen

Meine 'frühe' Abreise aus Birmingham, vor Ende des Festivals und sehr früh am Morgen, war bedingt durch anschließende Reisepläne, denn schon am nächsten Tag bin ich mit meinem Sohn in die USA geflogen.
Wir sind im Moment in Kentucky, haben ausgeschlafen, und heute noch geht es los, wenn wir unser Mietauto abgeholt haben, Richtung Süden.
Hier ein paar erste Foto-Reflektionen...