Mittwoch, 15. Juni 2011

„Beyond Comfort“ – SAQA-Ausstellung in Birmingham und anderswo

Am vergangenen Mittwoch bin ich mit einem großen Paket zur Post marschiert, um zwei weitere meiner Quilts auf Reise in die USA zu schicken. „Illuminated“ und „Gelbes Band“ waren im Herbst beide für die SAQA-Ausstellung „Beyond Comfort“ ausgewählt worden, die zum ersten Mal im August beim Festival of Quilts in Birmingham gezeigt wird. Die Ausschreibung verlangte, dass man etwas machen sollte, was man noch nie vorher gemacht hatte.

„Illuminated“ ist der Quilt, den ich im letzten Jahr beim Wettbewerb in Ste.-Marie-aux-Mines eingereicht hatte, bei dem ich aber die Größenvorgaben falsch verstanden hatte. Das Thema dort war „wenn sich die Materialien begegnen“ gewesen, und da mein Ergebnis auch den Bedingungen für „Beyond Comfort“ entsprach, nämlich seine eigene Komfort-Zone zu verlassen, beschloss ich, ihn ein zweites Mal ins Rennen zu schicken. Es würde zu weit führen, hier die gesamte Entwicklungsgeschichte von „Illuminated“ zu erzählen, ehrlich gesagt weiß ich nicht mal mehr, ob ich die einzelnen Stadien und Überlegungen noch zusammen bringen würde. Zu einem Zeitpunkt hatte ich jedenfalls überlegt, echte geschmiedete Silberstücke zu integrieren, dies scheiterte aber an den Kosten für die Stücke, die mein Augenmerk auf sich gezogen hatten. Ich wollte aber unbedingt etwas machen, das einen gewissen Glanz in den Quilt bringen würde, und kam schließlich auf die Idee mit der LED-Schnur, von der nach der gerade vorher zu Ende gegangenen Weihnachtssaison noch ein Exemplar im Elektro-Laden vorhanden war, als ich nachfragte. Weitere kleine Glanzpunkte sind die Rocailles-Perlen, die auf Fischleine aufgezogen und dann verstrickt wurden (schon lange bevor ich vom Guerilla Knitting Award 2012 gehört hatte!)

"Illuminated" (2010) - Detail.

"Illuminated" von Uta Lenk - Gesamtansicht. 100 x 100 cm.

„Gelbes Band“ sollte eigentlich in einem ganz anderen Format erscheinen. Ich wollte einen ganz schmalen, langen Quilt machen, der von der Decke herunterhängen sollte, sich eventuell sogar auf dem Boden zusammenrollen. Aber sogar eine Ausschreibung mit dem Titel „Beyond Comfort“ gibt Größenvorgaben (warum eigentlich eine Mindestbreite und –höhe? Maximalbreite und –höhe kann ich ja noch verstehen...) und mein ursprünglicher Plan passte da nicht rein. Fast hätte ich die Idee dann ganz aufgegeben. Aber dann kam mir die Idee mit dem jetzigen Arrangement.

"Gelbes Band" von Uta Lenk (2010).
Beide diese Quilts sind jedenfalls eindeutig ‚anders’ als was ich bisher gemacht habe, und mit der Serie „Linienspiele“ haben sie gar nichts mehr zu tun. Sie haben mir einen ersten Eindruck davon vermittelt, wie es nach den Linienspielen weitergehen könnte. Zwar glaube ich nicht, dass ich mit denen schon abgeschlossen habe. Aber ich habe schon mal hineingeschnuppert in das, was danach kommen könnte, wenn es Zeit wird, diese Komfort-Zone zu verlassen...

Kommentare:

  1. Liebe Uta, mit "Illuminated" hast du eindeutig deine "Comfort Zone" verlassen. Ich finde ihn fantastisch und würde ihn sehr, sehr gerne mal in Natura sehen! Für mich haben die sog. modernen Quilts bzw. Textilkunstwerke oft so etwas Beliebiges. Wenigstens hier auf dem kleinen Bild wirkt "Illuminated" dagegen auf mich wie ein sehr stimmiges und spannendes Gesamtkunstwerk. Congratulations!

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  2. Vielen Dank, Carola. Da empfehle ich Dir eine Reise nach Birmingham, das ist die erste Gelegenheit, und ich weiß noch nicht genau, wann er wieder zurück kommt, weil die Ausstellung ja auch noch an anderen Orten gezeigt werden soll. Also: auf nach England!

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