Ich hatte hier schon einmal in ersten Andeutungen von einem Quilt berichtet, den ich Anfang dieses Jahres begonnen und meiner Meinung nach
ruiniert hatte.
Er basiert auf einem Bild meines Sohnes, das dieser mir vor
mittlerweile über einem Jahr mit der Aufforderung „Mama, daraus kannst du einen
Quilt machen!“ geschenkt hatte. Die Inspiration ließ erstmal auf sich warten,
aber nach Weihnachten hatte ich dann begonnen. Nach ersten vielversprechenden
Anfängen hatte ich ihn allerdings wieder weggelegt, weil irgendetwas noch
fehlte, allerdings auch die ensprechende Idee.
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fehlt noch was... |
Dann wurde er im April wieder hervorgeholt, als ich mir
überlegte, dass ich ja auch versuchen könne, zwei Quilts für den Wettbewerb im
Elsass einzureichen. Aber nachdem ich nochmal etwas hinzugefügt hatte, war ich
mir sehr unsicher, ob er überhaupt noch irgendetwas taugte.
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jetzt hab ich's ruiniert... |
Nur der Zuspruch einer Freundin rettete das Top vor dem
endgültigen Ende. Mal wieder gedreht – eigentlich „zurück gedreht“, denn das
war ja die ursprüngliche Ausrichtung des Auftrags-Bildes gewesen.
Dann ging es aber auch plötzlich, und schnell wusste
ich, wie er zu quilten wäre. Auch das
Quilten ging schnell. Aber – danach hatte er eine ganz entsetzliche Beule.
Egal, wie sehr ich versuchte, ihn glattzustreichen, es war klar, dass diese
Beule nicht durch Randverarbeitungsaktivität auszugleichen wäre.
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Beule. |
Nun gut – jetzt hatte er schon soviel Hin und Her
mitgemacht, und zum letzten Mal endgültig verlorengeben konnte ich ihn nach
einem radikalen Versuch immer noch. Alle Überlegungen, vielleicht eine Art
Tortenteil herauszuschneiden und durch auffalende Verknotungen zu betonen als
sei es so gewollt wirkten unbefriedigend. Mein Mann, der mittlerweile in
Quilt-Dingen eine sehr gelassene Kommentatoren-Rolle übernommen hat, meinte: Du
musst ihn ganz durchschneiden. Also habe ich tief durchgeatmet und ihn schräg durchgeschnitten. Wohl
wissend, dass es nicht einfacher würde, ihn als Ganzes zu präsentieren – aber
einige Stege zwischen den schrägen Teilen, etwas versteifendes Gewebe in die
Ränder, um ein schlabberiges Umklappen der separierten Teile zu verhindern,
doppelte Arbeit mit den Rändern und Tunneln (ich mache ab einer bestimmten
Größe immer einen Tunnel oben und einen Tunnel unten).
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"Personality", 2011 |
Das Ganze natürlich unter enormem Zeitdruck, weil die Bewerbung
am 8. Juli in Frankreich sein, also vor meiner Abreise in die Schweiz
losgeschickt werden musste, und der Fotograf ja auch noch etwas Zeit braucht,
um die Datei endgültig fertigzustellen. Wirklich in letzter Minute vor meiner
Abfahrt fiel mir ein, dass ich ja die Unterlagen noch ausfüllen musste, in der
Hektik habe ich gerade für diesen Quilt einen falschen Titel angegeben, und den
Umschlag dann unterwegs eingesteckt. Ein paar Tage später bekam ich eine SMS von meinem
Mann, es wäre ein Brief von mir mit Adresse nach Frankreich wegen zu geringen
Portos zurück gekommen, er hätte nachfrankiert und wieder eingesteckt.
Spätestens da habe ich gedacht, nun ist es auch egal...
Von meinen beiden Einreichungen ist dieser unter größten
Mühen entstandene ausgewählt worden.
Die Nachricht kam natürlich während des Urlaubes, das hatte
ich aber vorher gewusst und mir ausgerechnet, dass es auch noch reichen müsste,
wenn ich einen eventuell angenommenen Quilt am Tag nach unserer Rückkehr
abschicken würde.
Das Ganze ist aber noch nicht zu Ende – ich hatte das Paket wegen
des geforderten „Internationalen Rücksendescheins“ offen zur Post mitgenommen,
um es dann dort mit der entsprechenden Ergänzung zu verschließen. Als ich
wieder zu Hause vor der Tür stand, merkte ich, dass ich den Haustürschlüssel
mit eingepackt hatte... Drei Minuten vor Filialschluss konnte ich die
Angestellten überzeugen, mich mein Paket, das noch nicht abgeholt worden war,
noch einmal öffnen zu lassen. (Wen wundert’s, dass ich dann bei den
Verantowrtlichen des Wettbewerbs um eine Bestätigung bat, dass der Quilt
angekommen ist? Bei dieser Geschichte hätte ja auch sonst noch alles möglich
passieren können...)
Der andere eingereichte Quilt, der wie ein kleines
Gesamtpaket von Anfang an geklappt hat und den ich für einen wirklich sicheren
Kandidaten gehalten hatte, wird hingegen sein Glück bei weiteren
Ausschreibungen versuchen.
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