... in den Niederungen anhaltend zäher Nebel. Das ist eine
der grässlichsten Radioansagen, die ich kenne, und die man insbesondere in
dieser Jahreszeit leider sehr häufig zu hören bekommt. Wenn es wenigstens so
ein richtiger Nebel wäre, bei dem man kaum die Hand vor den Augen sehen kann –
aber meistens handelt es sich ja um diesen bleigrauen Wolkendeckel, der einem nur
schwer auf dem Gemüt liegt, keine Wolkenstruktur, trüb.
Mein Wunsch, irgendwo in die Alpennähe zu ziehen, um
wenigstens nach statistischer Wahrscheinlichkeit in den Bereich der
Sonneneinstrahlung zu gelangen, hat sich leider noch nicht realisieren lassen.
So gilt es, andere Methoden zu entwickeln, um mit der unangenehmen Wetterlage
fertig zu werden.
Vor genau 10 Jahren habe ich in genau dieser Jahreszeit aus
lauter Verzweiflung einen Quilt genäht, der in meiner Entwicklung einen großen
Aufbruch bedeutete: „Mehr Licht!“ entstand aus einem zerschnittenen und neu
kombinierten UFO und ist mir auch heute noch einer meiner liebsten Quilts. Den
hätte ich auch schon mehrere Male verkaufen können, wollte mich aber bisher
einfach noch nicht davon trennen. Als ich ihn damals fertiggestellt hatte, fand
ich ihn einfach überwältigend großartig toll. Heute weiß ich natürlich, dass
auch er eigentlich nur ein kleiner Schritt in meiner Entwicklung war, aber immerhin
ein Anfang. Und wie heißt es so schön – wichtig ist nicht die Länge des
Schritts, sondern die Richtung, in die er gegangen wird, oder so ähnlich.
In den folgenden Jahren bin ich im November, wenn es sich
finanziell irgendwie einrichten ließ, auf die Kanarischen Inseln geflogen. Das
ist aber natürlich nicht jedes Jahr möglich, da viele andere Deutsche auch auf
diese Idee kommen und um dieses Jahreszeit dort Hauptreisezeit, also auch
Höchstpreiszeit herrscht. Außerdem geht mein Sohn jetzt in die Schule, da ist
man angebunden.
Dieses Jahr habe ich also die bereits hier auf dem Blog
erwähnten blauen Reste weiterbearbeitet, allerdings noch nicht zu einem Ende gebracht.
Meine Maschine brauchte eine kleine Wellness-Kur, da sie Stiche auslässt und
auch mit der Fadenspannung einige Probleme hatte, und ich wollte für die blauen
Reste wirklich kein Risiko eingehen, weshalb ich sie erst mal nur an der
Pinnwand hängen habe.
Und so habe ich auch einige Aufräumarbeiten unternommen. In
meinem Arbeitszimmer standen so viele nicht-ausgeräumte Kisten herum, dass man
zeitweise kaum noch gehen konnte. Materialien von Kursen, die ich in letzter
Zeit (oder auch schon länger her) unterrichtet habe, angesammelte
Zeitungsausschnitte, usw. Diese Kisten habe ich mir eine nach der anderen
vorgenommen, und schau mal einer an – darunter gibt es einen Fußboden! Und
obwohl ich den Inhalt der Kisten bzw. auch die Kisten selbst an ihren Platz im
Regal geräumt habe, waren da auf einmal Lücken im Regal. (Die mussten
eigentlich auch dort sein, schließlich hatte ich im Januar durch meine
Stoff-Party einiges an Stoffen aussortiert, nur war dieser Platz irgendwie
nicht in der Realität aufgetaucht.)
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Kleinere Lücken... |
Und beim Zusammenruckeln der Lücken wuchs der Platz ins fast
Unermessliche!
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Plötzlich gibt es da Platz! |
Das gibt fast ein Gefühl der Freiheit, denn nun kann ich
endlich mal alle meine Kunst-Bildbände gesammelt an einem Ort und griffbereit
aufbewahren. Also ein großes Erfolgserlebnis während dieser trüben Nebelzeit.
Und Trost gab es vorgestern auch noch, allerdings nur in
Form von Hoffnung: ein Einheimischer sagte meinem Mann, es gäbe einen
schneereichen Winter, denn soviel Nebel gebiert den Schnee. Wollen wir hoffen, dass er recht behält, denn meine mit
Schnee gefärbten Stoffe sind bereits deutlich dezimiert.
Vielleicht könnte aber doch jemand die Sonne hier vorbeischicken?
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