Aber zur Ausstellung, dem Anlass der Reise.
Wer es irgendwie hinkriegen kann, und die Color
Improvisations vielleicht noch nicht gesehen hat, sollte sich wirklich
überlegen, in den nächsten Wochen einen Ausflug in den Norden der Republik
einzuplanen. Meiner Begeisterung für das Museum an sich habe ich ja schon einmal deutlich Ausdruck verliehen, und diese Begeisterung hält immer noch an.
Nun kommt noch die Ausstellung Color Improvisations dazu.
Das Museum bietet eine wunderbare Kulisse für die zahlreichen großformatigen Quilts.
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Bericht aus den Kieler Nachrichten (Dank an Ute Ebberfeld) |
Das Museum bietet eine wunderbare Kulisse für die zahlreichen großformatigen Quilts.
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Marina Kamenskaya |
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Randa Stewens, Uta Lenk, im Hintergrund Kathy Loomis |
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Uta Lenk, Jayne Willoughby Scott, im Hintergrund Cathy Shanahan |
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Bonnie Bucknam |
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Nancy Cordry, im Hintergrund Leslie Riley |
Toll ist, dass manche von ihnen an einem Stangensystem
aufgehängt sind, so dass man auch die Rückseiten betrachten kann. Das ist
besonders auffällig und lehrreich im Fall von Jayne Willoughby Scott. Ich will
nicht sagen, dass die Rückseite interessanter wäre als die Vorderseite, aber
die Rückseite hat durchaus ihre Reize und Qualität. Und es ist sicher spannend für manche Besucher, die auch mal intensiver studieren zu können.
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Jayne Willoughby Scott, Nightdrawing #14, Vorderseite |
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Jayne Willoughby Scott, Nightdrawing # 14, Rückseite |
Der zweite Teil der Ausstellung waren einige der neuesten
Quilts von Nancy Crow, die sich vor etwas mehr als einem Jahr in eine intensive
Auseinandersetzung mit Mono-Printing begeben hat. Wie ich bereits erwähnt
hatte, wird Nancy Crow auf dem Flyer typographisch als der wichtigere Teil der
Ausstellung gekennzeichnet, und auch in der Ansprache von Claire Benn, die eigens aus London angereist war, um die Laudatio zu halten, wurde
ausschließlich von den Quilts von Nancy geredet. Außerdem ist sie die Initiatorin und Kuratorin von „Color Improvisations“. Von der gestalterischen Qualität dieser Quilts war ich allerdings nicht besonders beeindruckt, da habe ich manches vermisst, was sie selbst in ihren Kursen als unbedingt notwendig bei der Komposition eines Quilts unterrichtet und erwartet. Ich glaube nicht, dass es daran lag, dass ich Nancys frühere Arbeiten kenne und deshalb mit einer bestimmten Seh-Erwartung gekommen ,zumal ich ja wegen des Berichtes im Mitgliederheft der Patchworkgilde Deutschland e.V. schon einige Bilder vorab gesehen hatte und also in ungefähr wusste, was mich erwartete.
Ich bewundere den Mut, den Nancy bewiesen hat, sich noch einmal auf einen völlig neuen Weg zu begeben und in völlig anderer Technik zu arbeiten. Claire Benn sagte in ihrer Ansprache: „Then I tell my students ‚no get to work, and do at least a hundred of these.’ Nancy is exceptional in that she did.“ (Übers.: “Und dann sage ich meinen Schülerinnen: ‘Und jetzt macht Euch an die Arbeit, und macht mindestens einhundert von diesen Teilen.’ Nancy ist außergewöhnlich darin, dass sie das tatsächlich getan hat.”)
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Claire Benn bei der Laudatio |
Es wird auch sicherlich sehr interessant sein, zu verfolgen, wie sich diese neue Richtung bei Nancy entwickeln wird. Aber vielleicht sollte auch eine etablierte Künsterin eine
neue Technik tatsächlich erst einmal so lange üben, bis sie sie wirklich beherrscht, und nicht gleich alle ersten hundert Übungsstücke als vollendete
Kunstwerke ausstellen. Von den vier Quilts, die auf diesem Bild zu sehen sind,
trägt der in der unteren rechten Ecke die Nummer 97. Er ist meines Erachtens der beste in der
Auswahl, und war tatsächlich auch in Realität interessant anzuschauen. Mit den meisten anderen konnte
ich in direktem Gegenüber leider nur wenig anfangen. Wenn ich diese vier nun auf diesem Bild betrachte, kommen mir die beiden schwarz-weißen zwar interessanter vor als zu dem Zeitpunkt, als ich davor stand. Aber wenn erst die Verkleinerung diesen Effekt hervorruft?
Auf die Nummern 100 und folgende der Serie bin ich sehr gespannt, denn ich bin mir sicher, dass Nancy eine ganz eigene Handschrift beim Drucken entwickeln wird.
Die Ausstellung läuft bis zum 10. März 2013.
Die "Color Improvisations" hab ich in Karlsruhe gesehen und war sehr beeindruckt. Finde ich eine gute Idee, auch die Rückseiten zu zeigen.
AntwortenLöschenUnd ich war sehr gespannt, was Nancy Crow jetzt macht, aber Neumünster, naja, zu weit..., also danke für deinen Bericht! Ich denke schon, dass wir (ich?) etwas bestimmtes erwarten, wenn wir ihren Namen lesen. Mutig von ihr, etwas Neues zu probieren und auch zu zeigen.
Hallo Susanne –
AntwortenLöschensoweit ich weiß, werden Nancy’s Quilts in Ste. Marie-aux-Mines zu sehen sein, vielleicht kannst Du sie ja da sehen. Auch ich finde es sehr mutig von ihr, diesen neuen Weg zu gehen. Und wie ich sagte: ich bin gespannt, was da noch kommt!
Aber ansonsten kann ich das Museum in Neumünster nur empfehlen – und mit einem Ausflug nach Hamburg lässt sich das doch gut verbinden. Für alle, die Color Improvisations noch nicht kennen, und es nächstes Jahr nicht ins Elsass schaffen.