Im September hat nach dem Kurs im Elsass hier auch wieder
ein wöchentlicher Kurs an der VHS angefangen. Nach dem ersten Versuch eines
Patchworkkurses Anfang des Jahres, der gerade genügend Teilnehmerinnen hatte,
um zustande zu kommen, ist es dieses Mal etwas knapper. Zwar waren sechs
angemeldet, die Mindestteilnehmerzahl, aber eine von diesen ist nicht ein
einziges Mal gekommen – jetzt kommt noch ein Abend. Und für den
Fortsetzungskurs, der nach den bayer. Herbstferien beginnen soll, sieht es eher
düster aus. Dabei hatte ich auf dem Stoffmarkt in Erding noch Gespräche mit
Leuten aus Landshut, die sich beklagten, dass nie ein Kurs in der Stadt
angeboten würde. Meinen Hinweis, dass am nächsten Tag einer anfangen würde,
beantworteten sie mit „ja in der VHS, da schaue ich gar nicht mehr ins Programm
rein, weil da nie etwas läuft“. Für das Frühjahrs-/Sommersemester haben die
Verwaltung und ich ausgemacht, dass wir noch einen weiteren Versuch starten.
Aber öfter dann sicherlich auch nicht.
Diejenigen Teilnehmerinnen, die kommen, sind aber dafür eine
ganz nette Gruppe, und es macht Spaß, mit ihnen zu arbeiten.
Dieses Mal hatte ich, weil ein paar von ihnen ja bereits den
„Patchworkkurs für Anfänger“ besucht hatten, das Thema Log Cabin gewählt. Das
ist meiner Meinung nach ein Muster, das sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittenere nähen
können.
Schließlich war auch mein allererster größerer Quilt ein Log
Cabin, den ich mir mit meiner Metall-Leisten und Minimatte-Grundausstattung
nach dem Abitur genäht habe. Mittlerweile sieht er ja etwas abgeschabt aus,
aber ich benutze ihn immer noch. Und schon aus rein historischen Gründen muss
der auf jeden Fall aufgehoben werden. (Irgendwann ist es dann doch mal ein alter Quilt...)
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Mein erster größerer Quilt - praktisch völlig ungequiltet, weil ich damals noch nicht wusste, wie das geht. |
Ein paar Jahre später folgte dann ein
zweiter, wieder in Blau, diesmal mit zwei unterschiedlichen Streifenbreiten,
was zum Verzerrungseffekt führt.
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Der zweite, auch hier noch ungequiltet... |
Gearbeitet hatte ich damals nach diesem Buch von Bonnie Leman und Judy Martin, mittlerweile
ein Klassiker in der Geschichte der Patchworkbücher:
Im Elsass hatte ich dieses Jahr noch die Neuausgabe im
Buchstand, diesmal nur von Judy Martin, entdeckt und mitgenommen, zwischenzeitlich hatten sich ohnehin schon
einige Log Cabin Bücher bei mir angesammelt. Weil ich immer noch vorhabe,wieder
zu dem Muster zurückzukehren. (Allerdings sind mir die in der Neuauflage gezeigten Projekte "too fancy". Nur die veränderte Technik, dass sie jetzt nicht mehr für die strip-Methode plädiert, finde ich interessant und v.a. ihre Gründe bedenkenswert.)
Als ich den Kurs vor einem Jahr schon einmal hier bei uns in
der Stadt gehalten habe, habe ich zu Demonstrationszwecken auch nochmal einen
Reste-Log-Cabin angefangen, allerdings war der (natürlich?) noch nicht fertig.
Das war eine gute Ausgangsbasis, als die VHS mich bat, am Tag der offenen Tür,
mit dem das Programm vorgestellt werden sollte, mich nähend zu präsentieren.
Der Erfolg: eine weitere Anmeldung für den Kurs. Der Aufwand hatte
sich also gelohnt. Außerdem wurde ich mit Foto in der Lokalzeitung abgebildet.
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Zwar wurde der Patchwork-Kurs als 'Nähkurs' bezeichnet, aber auf das Bild bin ich mehrfach angesprochen worden. |
Womit ich nicht gerechnet hatte, weil es für mich selbst
eigentlich nie ein wirkliches Problem war, und beim letzten Kurs auch nicht als
eine große Schwierigkeit auftrat, war, dass es in diesem Kurs den
Teilnehmerinnen etwas schwerfiel, die Richtung der Drehung der Blöcke
einzuhalten. Zwar hatte ich in die Unterlagen mit hineingeschrieben, dass sie
darauf achten sollten, den Block vor dem Annähen des nächsten Streifens jeweils
so hinzulegen, dass der letzte, gerade angenähte Streifen Richtung Nähmaschine
zeigte. Aber trotzdem kam es zu ein paar Unfällen. Die ich dann teilweise erst
bemerkte, als schon so viele weitere Streifen angenäht waren, dass ich es für
grausam hielt, ein Auftrennen vorzuschlagen. Gerade bei Anfängerinnen, die sich
selbst noch nicht besonders sicher sind, will man ja lieber ein solche
negatives Erlebnis vermeiden. In diesem Fall ist es jedenfalls gelungen, aus
dem Unfall noch einen guten Ausweg zu finden:
Für den letzten Abend am kommenden Montag bereite ich gerade
noch Unterlagen vor, in denen die „Chimney and Cornerstones“-Varianten
beschrieben werden. Hoffentlich gelingt es mir, alles so genau zu formulieren,
dass keine weiteren Unfällt passieren!
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Muster für weitere Kursunterlagen |
Und trotzdem bin ich weiterhin der Meinung, dass Log Cabin ein gutes Anfängermuster ist, es entwickelt einen Sog, der nicht mehr loslässt. Und wenn ich mal keine Art Quilts mehr machen werde, werde ich bestimmt wieder Log Cabins nähen.
Liebe Uta,
AntwortenLöschenich weiß genau, wovon Du redest, auch mein erster großer Quilt war ein "Log Cabin", allerdings habe ich das Muster "selbst erfunden" und bin hinterher aus allen Wolken gefallen, dass dieses Im-Kreis-Ansetzen ein ganz altes Muster ist. Und auch mich hat Log Cabin nie wieder losgelassen, es ist bis heute das Muster, was ich am liebsten näe und das mir immer wieder gefällt.
Liebe Grüße
Heidi