Das Projekt „Knit-Swirl“, das ich im Weihnachtsurlaub
angefangen hatte, und worüber ich hier berichtet habe, hat eine Zeitlang gute
Fortschritte gemacht. Allerdings habe ich dann irgendwann gemerkt, dass ich es
geschafft habe, auch da einen wesentlichen Rechenfehler zu begehen – ich habe
nämlich eigentlich nur die Maschenzahl für die x-Achse der Berechnung
angepasst, die y-Achse, also die Höhe des Strickstücks habe ich völlig außer
Acht gelassen.
Als ich das gemerkt habe, habe ich mich intensiv mit einer
Strickexpertin beraten, die mir vorschlug, die Reihenzahl zwischen den
Abnehmpunkten sukzessive zu vergrößern. Das schien mir plausibel, und ich habe
diesen Vorschlag befolgt.
Allerdings hat mir die Wirkung nicht so wirklich gefallen –
was ich daran gemerkt habe, dass der Elan, mit dem ich die ganze
Geschichte angefangen hatte, zu dem Zeitpunkt, wo es dann hätte darum gehen
müssen, die Rückseite/Ärmel-Passage der Jacke in Angriff zu nehmen, ziemlich
abrupt vollkommen erloschen ist. Das Strickzeug lag im Korb, und da lag es, und lag es, und
obwohl ich mir vorgenommen hatte, zügig daran weiter zu arbeiten, blieb es bei
diesem Vorsatz, ohne dass etwas passierte.
Bis mich dann neulich der Rappel und der Ehrgeiz packte. Ich
habe da, wo ich zu dem Zeitpunkt gerade war, einfach abgekettet
und diesen Ring zu
einem neuen Schal umgewidmet:
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Ein "Loop" der besonderen Art - und die heraushängenden Fäden habe ich auch noch vernäht! |
Und dann habe ich mit anderer Wolle – diesmal der in den Anleitungen im
Buch verwendeten Stärke etwas ähnlicher – noch einmal von vorne angefangen.
Maschenprobe. Ausrechnen – diesmal mit Berücksichtigung der
zusätzlichen Dimension, jedenfalls hoffe ich, dass es geklappt hat.
Und dann
noch einmal anschlagen:
***********
Bis zu diesem Punkt hatte ich den Blog-Eintrag vorbereitet,
mit den ersten Bildern versehen, und ca. die Hälfte der Maschen angeschlagen.
Dann habe ich alles – ohne schon ein Foto zu machen – in meinen kleinen Koffer
eingepackt und bin mit meiner Familie zur Geburtstagsfeier meines Vaters
gefahren. Als Zugbeschäftigung hatte ich mir noch ein anderes Strickzeug mitgenommen,
das erst fertiggemacht werden sollte, bevor ich mich richtig an den neuen Swirl
werfen wollte. Dieser Schal für eine Freundin wurde auf der Zugfahrt auch
fertig.
Mein Koffer allerdings wurde in der Straßenbahn gestohlen.
Neben meinem Lieblingsbackgammonspiel, allen Ladegeräten für die verschiedenen
elektronsichen Utensilien, die man heutzutage so mit sich rumschleppt, meinem
neuen Spanisch-Wörterbuch, einem kleinen handgebundenen Buch von Susanne Muuss,
das ich seit kurzem als Tagebuch verwende und diversen gebrauchten
Kleidungsstücken befanden sich darin eben zwei Knäuel der schönen teuren
gelb-melierten Wolle, die ich als Hauptfarbe für den neuen Versuch meines
Knit-Swirls ausgewählt habe, vier Knäuel diverser gelber Alpaka-Töne, die die
‚Hintergrundfarbe’ bilden sollten, die erst am Samstag gekaufte neue lange
Rundstricknadel und das Knit-Swirl Buch. (Der gerade fertig gestellte Schal allerdings war nicht drin, den hatte ich im Rucksack.)
Der Polizist hat mir bei der Meldung wenig Hoffnung gemacht, dass der Koffer
wieder auftaucht, obwohl der betreffende Wagen durch Videoüberwachung zumindest
die Chance bietet, dass herausgefunden werden kann, wo der Koffer die Bahn
verlassen hat, bevor ich entdeckte, dass er nicht mehr da ist. Rein rechnerisch
ist der Schaden nicht hoch, weil es sich bei den meisten Dingen um
gebrauchte Teile handelt, deren Wert nicht mehr wirklich beziffert werden kann.
Aber emotional hängt viel daran, und wenn man von den Kosten für die
Wiederbeschaffung ausgeht, ist der Schaden eben doch nicht unerheblich.
Besonders ärgerlich ist aber, dass wirklich gar nichts darin war, was den
Dieben irgendetwas bringt. Für die völlig nutzlos, es ist wirklich nichts drin,
was sie verwerten könnten – und für mich hängt soviel dran. Ich habe in der
Nacht danach jedenfalls nicht gut geschlafen.
Und das Projekt Knit-Swirl ...?
Ich weiß nicht so recht. Irgendwie ist jetzt die Luft raus...
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