Allmählich rückt der Abgabetermin für die Liste der in Ste.
Marie-aux-Mines auszustellenden Quilts näher. Dieser Abgabetermin liegt drei
Monate vor dem Ausstellungstermin. Das kann ich zwar einerseits gut verstehen,
weil die Organisation eines so großen Events eine ganze Menge Arbeit bedeutet,
und es für die Verantwortlichen sicherlich nicht so lustig wäre, in den letzten
drei Tagen vor Ausstellungseröffnung die Schildchen für die Quilts der
verschiedenen Ausstellungen auszudrucken. Andererseits wollen sie aber auch
möglichst neue Quilts in der Ausstellung hängen haben, und es ist ja nicht so,
dass ich in den letzten drei Monaten vor der Ausstellung gar nicht mehr nähen
will/werde/kann.
Also gebe ich gerne zu, dass ich den Termin um mindestens
sechs Wochen zu früh finde. Bei mir kommt außerdem noch dazu, dass unser
richtiger Familienurlaub dieses Jahr in den Pfingstferien stattfindet, die
wiederum direkt vor diesem Abgabetermin liegen. Ich muss und will meine Liste also
vor unserer Abfahrt fertig haben. Wir reisen auch mit dem Zug, und ich kann und
werde keine Nähmaschine mitnehmen (was ich durchaus schon gemacht habe, wenn
wir mit dem Auto unterwegs waren – allerdings glaube ich, nach den vergangenen
Monaten mit dieser ganzen Ausstellungsvorbereitung würde mein Mann dann zu
Recht wirklich sauer, wenn ich dieses Thema auch nur anschneiden würde).
Meine Datei mit der Liste der auszustellenden Quilts, anhand
derer ich mich orientiere, wie weit ich denn mit den Vorbereitungen
fortgeschritten bin, hat sich in den letzten Monaten tatsächlich bewährt. Wenn
ein Top angefangen wurde, kam es mit einem Arbeitstitel in die Liste, und
sobald es fertig genäht war, wurde die zu erwartende Größe zuzüglich des von
den Veranstaltern vorgegebenen Mindestabstandes beim Hängen in die
entsprechende Spalte eingetragen. Hin und wieder habe ich dann zusammengezählt.
Zwischenzeitlich kam ich mal deutlich über 30m. Darunter
befanden sich aber noch drei Quilts, die ich eigentlich noch aussortieren
wollte, weil sie nicht wirklich zu den beiden Serien passten und ich mir selbst
auch gar nicht so sicher war, ob ich sie jetzt eigentlich richtig gut fand.
Trotzdem war dieses Stadium für mich unter rein psychologischen Gesichtspunkten
wichtig – ich wusste, dass ich die zur Verfügung stehenden Wandmeter mit
Quilts, die den Vorgaben entsprachen, füllen konnte, selbst wenn ich für mich
selbst die Messlatte an Qualität an manchen Stellen noch ein bisschen höher
gehängt hatte. So konnte ich dann auch die Phase des Wartens auf die neue
Nähmaschine einigermaßen entspannt durchstehen. Wenn ich nicht vorher diese
30m-Marke überschritten gehabt hätte, wäre ich zu dem Zeitpunkt vermutlich
wirklich durchgedreht.
Direkt am Tag nachdem die neue Maschine gekommen war, habe
ich dann allerdings einen Entwurf, mit dem ich noch fest für die Ausstellung
gerechnet hatte, aussortiert. So gut er mir gefällt, musste ich mir doch
eingestehen, dass er im Moment nicht nähbar war. Das hatte nichts mit der neuen
Maschine zu tun, sondern mit ein paar technischen Tricks und Kniffen, die ich
erst nochmal in Ruhe trainieren muss – der Entwurf ist also erstmal nur
aufgeschoben, noch nicht aufgehoben, die bereits zugeschnittenen Stoffe bleiben
beisammen, vielleicht wird noch was draus.
Danach ging aber nochmal das Rechnen los – wie weit war ich
nun wirklich über die magische 29-m-Marke hinaus, wieviel brauchte ich noch?
Denn es wurde klar, dass ich die Liste würde abgeben müssen mit Angaben zu ein
oder zwei Quilts, die zum Abgabezeitpunkt vermutlich noch nicht fertig sein
würden. Oder sollte ich es doch dabei bewenden lassen, zwei der ganz frühen
Quilts aus der Serie Linienspiele ausstellen, und mich nicht drum scheren, dass
die nicht brandneu sind?
Jedenfalls habe ich erstmal den nächsten Linienspiel-Quilt begonnen. Ausgehend von dieser Zeichnung meines Sohnes, und das ist dann der Entwurf geworden:
![]() |
Originalzeichnung |
![]() |
daraus entstandener Entwurf |
Und der „Plus 1“, der in der Überschrift erwähnt wird? Das
ist ein Quilt zum diesjährigen Wettbewerbsthema. Als Jurymitglied bin ich
aufgefordert worden, ebenfalls einen Quilt zum Thema „Gestern Heute Morgen“
anzufertigen, der mit den Wettberwerbsquilts und den Quilts der zwei anderen
Jurymitglieder für ein Jahr auf die Reise gehen wird. Das war letztes Jahr zum
ersten Mal eingeführt worden, insofern war ich innerlich darauf vorbereitet,
dass diese Anfrage kommen würde. Entworfen ist er auch schon, den Titel weiß
ich ebenfalls. Ich werde einen alten handgewebten Leinen-Stoff verwenden, der in meiner Familie weitergereicht worden ist und noch von irgendwelchen Vorfahren von mir auf einem alten Gutshof gewebt worden ist.
Genäht wird der allerdings erst, wenn alle anderen fertig sind...
Genäht wird der allerdings erst, wenn alle anderen fertig sind...
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