In den Tagen seit meiner Rückkehr aus Birmingham habe ich
eine Balance zu finden versucht, um die verbleibenden nunmehr nur noch knapp
drei Wochen vor der Ausstellung im Elsass für die noch anstehenden Fertigstellungen
zu nutzen, andererseits aber meinen Sohn, der ja Schulferien hat, aureichend zu
würdigen... Nicht immer einfach. Viele Schwimmbadbesuche – und leider war es ja
in den letzten Tagen so heiß, dass viele andere Leute auch im Schwimmbad waren.
Wenn das Schwimmbecken voll ist, habe ich als ehemalige Wettkampfschwimmerin,
die es gewohnt war, auf abgetrennten Bahnen zu trainieren, die alle in einem
Kreis ‚beschwammen’, aber extreme Schwierigkeiten damit, mich slalomartig
zwischen den Sommergelegenheitsschwimmern durchzuschlängeln. Dann bleibe ich
lieber ddraußen, oder mache nur ein paar Wassergymnastikübungen an einer Stelle
– oder gehe lieber gleich mit meinem Sohn zum Rutschen. Eigentlich gehe ich selbst
nur ins Schwimmbad, wenn es regnet, dann ist das Becken leer. Glücklicherweise
hat mein Sohn aber seine Begeisterung für Asterix-Hefte entdeckt, und auch
andere Bücher können ihn zeitweise so fesseln, dass für mich durchaus mal etwas
Zeit tagsüber zum Arbeiten herausspringt. Während ich so in den letzten Tagen
dasaß und vor mich hin stichelte, habe ich nochmal rückwärtig über das Festival
of Quilts in Birmingham nachgedacht.
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Auf der Zielgeraden: Linienspiel XXIX |
Nach etlichen Jahren als Besucherin von Quiltausstellungen
wundere ich mich immer mehr, wieviel manche Leute dort wie viele Quilts fotografieren.
Ich frage mich, ob diese vielen Fotos tatsächlich mal wieder angesehen werden.
Ich gebe zu, dass ich bei meinem allerersten Ausstellungen durchaus auch
etliche Fotos gemacht habe. Allerdings habe ich dann ganz schnell festgestellt,
dass ich diese Fotos in den allerseltensten Fällen jemals wieder angesehen
habe. Stattdessen waren handschriftliche Notizen, die ich mir über eine
bestimmte Technik oder ein Detail an einem Quilt, das mir aufgefallen war,
wesentlich nützlicher, denn die habe ich später nochmal wieder hervorgeholt,
und eventuell sogar als Inspiration genutzt. Das hat sich auch mit dem
Blog-Schreiben nicht wesentlich geändert – Quilts auf Ausstellungen
fotografiere ich nur wenige.
In Birmingham war es ja so, dass die in den Wettbewerben ausgestellten
Quilts lediglich mit Titel und Nummer beschriftet waren, und man sich den Namen
aus dem Katalog heraussuchen musste. Interessanterweise fielen mir einige
Quilts auf, die von Personen stammten, die ich kannte. Ein paar davon habe ich
bereits hier abgebildet, hier sind noch ein paar weitere.
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Ita Ziv, Windows (6) |
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Judith Maggi-Fritschi, Cabin Fever |
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Mag Ramsay, Rules the Waves |
Womit ich beim nächsten Thema gelandet bin, das mir bei
diesem Ausflug besonders wichtig geworden ist: die vielen begegnungen mit
Leuten aus anderen Ländern. So hat Maggie Farmer mir einige Einsichten in
englische Lebensweisen verschafft, an die ich zumindest zu diesem Zeitpunkt
nicht ohne sie herangekommen wäre. Die Begegnung mit den Frauen aus Israel habe
ich schon erwähnt, auch die Gespräche mit Aina Muze und ElinaLusis-Grinberga und mit Jana Sterbova vom Prague PatchworkMeeting waren interessant und schön. Zugegeben, von Ita Ziv hatte ich vor einiger Zeit die
Ausstellung in München gesehen und ihren Stil erkannt, und als ich beim
Nachblättern im Katalog Mag Ramsays Namen las, fiel mir auch ein, dass sie den
Quilt mal auf ihrem Blog gezeigt hatte. Aber er war mir nicht als ‚den hast Du
doch schon irgendwann mal gesehen’ aufgefallen, sondern in der Masse der ausgestellten Quilts hervorstechend. Mag Ramsay habe ich dann ja
auch noch endlich persönlich kennengelernt, was eine sehr nette Begegnung war.
Um solche Begegnungen nach Möglichkeit noch auszubauen habe
ich mich dann auch entschlossen, Mitglied bei der Britischen Gilde, der
Quilter’s Guild of the British Isles zu werden.
Die Solo-Ausstellungen waren insgesamt beeindruckend, und
wenn man alles genau und einigermaßen in Ruhe sehen will, muss man tatsächlich
mindestens zwei Tage einplanen. Ich habe nicht alles in Ruhe gesehen!
Die Verkaufsstände haben mich einigermaßen kalt gelassen.
Seitdem ich selbst färbe, kaufe ich tatsächlich nur noch selten Stoff. Außer
Bali-Stoffen – und als Maggie Farmer einen auspackte, den sie gefunden hatte,
hatte ich nichts Besseres zu tun, und mir von genau dem gleichen Stoff
ebenfalls einen Meter zu kaufen, weil mir spontan dazu eine Idee für einen
Quilt gekommen war:
Sonst noch ein weiteres Stück afrikanischer Stoff vom African Fabric Shop, für das mir ebenfalls sofort eine Idee gekommen ist. An Knopfständen bin ich standhaft vorbeigegangen.
Eingeknickt bin ich allerdings beim Stand von Oliver Twist: handgefärbte Woll-,
Seiden- und Quiltgarne.
Da wird mein Wollwickler mal wieder zum Einsatz kommen.
Vielleicht könnte ich meinen Sohn überreden? Dann wäre er vielleicht für ein kleines Weilchen beschäftigt...
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