Schon bevor ich vor ein paar Jahren in Dortmund meine Solo-Ausstellung bei den
Patchworktagen der Patchworkgilde Deutschland e.V. hatte, hatte ich vom
Lichtmuseum in Unna gehört, und wollte dorthin. Damals hat es nicht geklappt,
auch weil mein Sohn gerade diese Tage meiner Abwesenheit dafür ausgewählt
hatte, seinen ersten wirklich heftigen Brechdurchfall zu entwickeln, mein Mann
dementsprechend auf dem Zahnfleisch ging und ich einfach nicht noch länger
wegbleiben konnte. Seitdem habe ich davon geträumt, mir dieses Museum endlich
ansehen zu können.
Im Anschluss an meinen Ausflug nach Holland und Oberhausen
letzte Woche war es dann endlich soweit: die Rückreise erfolgte über Unna.
Das
Museum ist vom Bahnhof gut zu Fuß erreichbar, vermutlich gibt es auch eine Busverbindung, aber darum habe ich mich gar nicht gekümmert.
Mein Gepäck konnte ich dann im zib (Zentrum für Information und Bildung) einschließen, und mir so unbeschwert
nach dem Erwerb meiner Eintrittskarte noch ein paar Stunden in Unna um die
Ohren schlagen. Ein paar nette Gässchen mit Fachwerkhäusern,
ein längerer
Aufenthalt in einem Café („Waffelstübchen“ – zwar an der Straße gelegen, aber
bei gutem Wetter trotzdem sehr nett zum Draußensitzen, vor allem wenn man weiß,
dass es zu Hause in Strömen regnet!),
und ein Bosna-Quilt in der evangelischen
Kirche – da vergeht die Zeit ganz angenehm.
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Leider überhaupt nicht beleuchtet, und deshalb bei Besichtigung zu 'normaler' Besuchszeit völlig wirklungslos: Bosna Quilt in der ev. Kirche Unna |
Um zwei Uhr nachmittags beginnt die erste Führung, denn in
das Museum kommt man nur mit öffentlicher Führung rein. Die Ausstellungsräume
befinden sich in den ehemaligen Kellerräumen und –gewölben der Lindenbrauerei,
was dem Ganzen ein besonderes Flair verleiht. Offen verlegte alte Leitungen, Ablaufrinnen
für das schmelzende Einwasser, Kunstwerke in ehemaligen Gärbecken, und der
allmählich ausblühende Algenwuchs, verursacht durch das im Kunstwerk enthaltene
UV-Licht... Das hat schon was.
Leider war – natürlich – das Fotografieren nicht erlaubt, so
dass ich hier nicht mit eigenen Fotos einen Eindruck vom Inneren des Museums
vermitteln kann. Aber es ist eine äußerst sehenswerte Angelegenheit. Als ich
schon letzte Woche auf meinem englischen Blog über diesen Besuch berichtet
habe, und die Namen der im Museum mit Kunstwerken vertretenen KünstlerInnen
gegoogelt und mit meinem Eintrag verlinkt habe, ist mir im Nachhinein noch viel
deutlicher geworden, welche erstrangigen Namen in den ehemaligen
Brauereikellern versammelt sind. Für die entsprechenden Links verweise ich auf
den Eintrag auf dem englischen Blog...
Nur schade, dass man eben nicht auf
eigene Faust durchgehen und nach eigenem Gutdünken in den Räumen verweilen
kann, sondern in den Zeitrahmen einer Führung eingefügt wird. Den mit einem Kunstwerk von Mario Merz bestückten ehemaligen Turm der Anlage habe ich auch nicht im Nachtglanz gesehen, weil ich ja nachmittags wieder mit dem Zug fahren musste. Aber dieses Foto von einem Plakat kann ich zeigen:
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