Nach meinen zwei Kurstagen blieb mir noch ein weiterer Tag,
um Ausstellungen im Silbertal anzuschauen.
Die ersten konnte ich bereits am Donnerstagabend, nach der
offiziellen Öffnungszeit, anschauen, als ich zur Eröffnungsveranstaltung der
Französischen Patchworkgilde in den Ausstellungsräumen in Liepvre mitgenommen
wurde und ein bisschen Zeit hatte, mich dort umzusehen.
Hier hingen die farbenfrohen und raffiniert gestalteten Werke
der Israelinnen Ita Ziv, Eti David und Rahel Elran:
Ita Ziv, Reflection 2, detail |
Ita Ziv, Lace 5, detail |
Nebendran war eine Auswahl aus Jonathan Holsteins
wunderbarer Sammlung meist alter/antiker Quilts. Besonders raffiniert fand ich
diesen: eine aus Stoffproben für Wollstoffe gefertigte Kinderdecke ohne großen
Firlefanz, rein funktional. Und doch so überwältigend schön.
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Die Kreuzstich-Stickerei wurde mit leicht rosa Garn ausgeführt, was der ganzen Erscheinung einen besonderen Touch verleiht. |
Als ich vor diesem alten Quilt stand, von dem mir Jonathan
Holstein im Gespräch erzählte, er habe ihn auf einem garage sale für ca. US-$
40 erstanden, habe ich es mal wieder tief bedauert, dass es mir nie möglich
sein wird, selbst einen alten Quilt zu machen! Obwohl ich ein paar
Stoffmusterbücher von Anzugstoffen zu Hause habe, die nur darauf warten,
endlich zum Einsatz zu kommen. Ich kann vielleicht diese Technik kopieren. Aber
richtig alt würde dieser Quilt während meiner Lebensspanne nicht mehr werden.
Hier noch ein paar weitere Beispiele aus Jonathan Holsteins
Sammlung.
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Courthouse Steps von ca. 1880 |
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Strippy Quilt von Anna Williams, ca. 1995 (nicht gequiltet - Anna Williams hat nur Tops genäht) |
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Dieser besondere grafische Effekt... |
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...entsteht aus handgestickten Namen, deren Besitzer eine Spende gegeben hatten - eine besondere Form des Fund-Raising in amerikanischen Kirchengemeinden des ausgehenden 19. Jahrhunderts |
In den weiteren Austtellungen im Espace Exposition - u.a. der Challenge der Association France Patchwork - durfte nicht fotografiert werden.
Am Freitag bin ich dann durch die Ausstellungsorte in Ste.
Marie-aux-Mines gezogen. Da ich am späten Nachmittag zur Aufsicht bei der
SAQA-Ausstellung "Deux" eingeteilt war, hatte ich mein Auto morgens am Espaces des Tisserands
abgestellt und wollte diesen Parkplatz auf keinen Fall im Laufe des Tages
aufgeben. Außerdem wollte ich die Preisverleihung für den Wettbewerb am frühen
Nachmittag mitbekommen, und so habe ich mich ausschließlich auf die Ausstellungen
in Ste. Marie beschränkt. Da waren einerseits die Däninnen in der Eglise de la Madeleine:
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"Threadpainting" in höchster Vollendung: Brigitte Busk, Moments in Time I und II |
In der Chapelle Saint-Joseph diesmal eine Einzelausstellung, von Ramona Conconi.
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"Fine Lines" von Ramona Conconi (CH) |
3 Russische Künstlerinnen waren diesmal in 'meiner' Kirche vertreten:
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Santorini Dyptich von Irina Voronina |
Nachmittags im Theater dann die Preisverleihung für den Wettbewerb. Da ich dieses Mal keinen eigenen Quilt im Wettbewerb hatte - auch frühere Jury-Mitglieder werden ausjuriert! - kann ich, glaube ich, deutlich meine Meinung zum neuen Ausstellungsort für die Wettbewerbsquilts sagen, ohne dass mir nachgesagt werden kann, dass meine eigene Empfindlichkeit betroffen gewesen sei. Ich halte es zwar für einen eindeutigen Gewinn, das die Chapell Saint-Joseph dieses Mal für eine Einzelausstellung zur Verfügung stand (s.o.), aber ich hoffe sehr, dass die Organisatoren sich für den Wettbewerb nochmal ein paar Gedanken machen. Die Präsentation im oberen Gang des Theaters war eindeutig viel zu eng - und das nicht nur direkt nach der Preisverleihung. Bevor man weit genug zurückgetreten war, um einen Quilt mit geringer Distanz zu betrachten, rannte man mit dem Rücken schon in die gegenüberliegende Stellwand. Da waren auch keine schönen Fotos zu machen.
Vor meiner Aufsichtsschicht noch ein Rundgang durch Espaces des Tisserands, wo mir aber ganz eindeutig die SAQA-Ausstellung "Deux" am besten gefallen hat. Jede ausgewählte Künstlerin hatte die Gelegenheit, zwei Quilts einzureichen. Die sich entweder direkt aufeinander bezogen haben, oder nicht unbedingt.
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Mary-Lou Alexander in "Deux" |
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Mary-Lou Alexander, Solar Fire |
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Mary-Lou Alexander, Civil Twilight |
Und abends ging es dann schon wieder eine erste Strecke in
Richtung Heimat. Nächstes Jahr nehme ich mir etwas mehr Zeit für das große
Ganze, da werde ich auch keine eigene Ausstellung oder
Unterrichtsverpflichtungen haben. Denn dieses Mal habe ich einfach schon wieder zuviel nicht gesehen.
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