Über mein derzeit laufendes Guerilla-Knitting-Projekt habe ich neulich bereits ein erstes Mal berichtet. Das waren aber erst die Vorläufer.
Für die drei oder vier ersten Restknäulchen ist das Stricken
mit einer Strickmaschine ganz lustig – aber danach wird das Mühledrehen
eine eintönig-langweilige und verdummende Tätigkeit.
Wenn sie fehlerfrei läuft, geht es erstaunlich fix.
Leider
hat sie aber die Tendenz, doch immer mal wieder Aussetzer zu haben, und dann flutscht
so eine Masche so schnell weg, dass eigentlich gar keine Chance besteht, das
Loch zu verhindern, zurückstricken geht nicht, man muss mühselige Auffangarbeiten unternehmen, die nie zu
einem auch optisch befriedigenden Ergebnis führen, sondern immer nur
Schadensbegrenzung darstellen!
Als weitere Möglichkeit nach einem solchen
Unfall kann man einfach „abketteln“ und einen neuen Schlauch anfangen.
Allerdings ist das Abketteln ebenfalls sehr mühsam, weshalb ich schließlich dazu
übergegangen bin, einfach einen Knoten zu machen. Außerdem könnte es
passieren, dass man schließlich mit sehr vielen kurzen Schlauchteilen dasteht.
Es ist also ein Balanceakt der Ruhe und Disziplin im gleichmäßig meditativen Drehen, um einen möglichst langen und
hoffentlich auch möglichst fehlerfreien Schlauch hinzukriegen.
Mein Sohn legte anfangs eine erstaunliche Geduld gepaart mit deutlichm Eifer an den Tag – was bedeutete, dass ich nach den Anfängen, die in meiner Verantwortung lagen, erstmal nicht für das Drehen, sondern nur für die Auffangarbeiten zuständig war. (Ob das tatsächlich eine
Arbeitsersparnis für mich war, lasse ich dahingestellt.) Im Laufe eines
Nachmittags hatten wir dann schon beachtliche Mengen an geschmackvoll
durchgemischtem Strickschlauch mit mehr oder weniger Fehlern produziert.
Dann sagte mein Sohn: „Jetzt müssen wir das Fahrrad aber zu
uns in den Garten holen, damit wir anfangen können, es zu umwickeln.“
Ich: „Na, das hat ja noch ein wenig Zeit, lass’ uns erstmal
noch etwas mehr stricken, denn was wir haben, reicht bestimmt noch nicht für
das ganze Rad.“
Wir machten allerdings eine Testwicklung am Lenker meines Fahrrades.
Dann fuhr ich völlig entspannt in die Klavierstunde, und als ich nach nicht
mal zwei Stunden wieder nach Hause kam, empfingen mein Sohn und mein Mann mich mit
den Worten: „Das Fahrrad ist weg!“
Ich, völlig orientierungslos (alle unsere Fahrräder standen
neben der Terrasse, wo sie hingehören): “Welches Fahrrad?“
Mein Sohn: „DAS Fahrrad! Es ist weg.“
Wir wussten ursprünglich nicht, ob die Stadtverwaltung es
abgeholt hatte, oder sich der wahre Besitzer doch noch besonnen hatte und nach
8 Wochen der Meinung war, es sei jetzt mal an der Zeit, das kaputte Fahrrad
abzuholen. Aber dass es ausgerechnet an dem Nachmittag passierte, als wir
angefangen hatten, unsere Aktion endlich in Angriff zu nehmen...
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Alles umsonst? |
Fortsetzung folgt...
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