Freitag, 26. September 2014

Ste. Marie-aux-Mines

Wie ich bereits vor einigen Tagen geschrieben hatte, habe ich es dieses Mal in Ste. Marie-aux-Mines tatsächlich geschafft, fast alle Ausstellungen zu sehen. Das erforderte eine systematische Planung, denn als Regionalvertreterin hatte ich mich für drei Male als Aufsicht bei der SAQA-Ausstellung Wide Horizons IV eingetragen, außerdem war am Freitagmittag das Treffen für SAQA-Mitglieder, einen Vormittag hatte ich mich für einen Longarm-Quilting-Kurs angemeldet, und ein bisschen 'shoppen' wollte ich ja auch. Samstag früh waren wir extra mit dem ersten Shuttle-Bus nach Rombach gefahren, um uns von dort aus wieder schrittweise nach Ste. Marie zurück zu arbeiten. Allerdings habe ich die Ausstellung mit den Afghanischen Blättern nur zur Hälfte gesehen. Obwohl wir so früh dort waren, war die Kirche, nachdem ich die erste Hälfte gegen den Strom gesehen hatte, so gerammelt voll (ungefähr drei Busladungen auf einmal waren dort ausgespien worden, die Leute standen Schlange, um in die Kirche reinzukommen!), dass ich völlig verstört aufgegeben habe. Bei solchen Massen zeigt sich auch der Nachteil der mit fest installierten Kirchenbänken ausgestatteten Kirchen als Ausstellungsraum: man kann nur direkt im schmalen Spalt zwischen Bank und Wand stehen, keinen Abstand von den Werken nehmen, um vielleicht etwas andere Perspektiven wirken zu lassen - und wenn dann noch Hunderte von Leuten sich dicht an dicht daran vorbeischieben, bleibt entweder keine Muße, um sich etwas anzuschauen, beziehungsweise keinerlei Möglichkeit, einen Blick von der Kirchenmitte aus auf die kleinen Werke zu erhaschen.
Bei den Musik-Interpretationen der Network Quilter hat mir Randa Stewens' Interpretation der Cello-Suite von J.S. Bach gut gefallen, auch wenn das Foto ihnen überhaupt nicht gerecht wird:


Randa Stewens, drei von sechs Sätzen über J.S. Bach

In Liépvre war die Strahlungsausstellung, die ich eine der eindrücklichsten Ausstellungen dieses Jahr fand - sie wird nicht nur im April in Prag, sondern auch noch im Dezember und Januar in zwei Teilen in München und Freising gezeigt.

In 'meiner' Kirche in Ste. Marie, wo ich vor zwei Jahren meine Ausstellung hatte, war dieses Mal Jana Sterbova aus Tschechien, mit einer Ausstellung mit ausschließlich roten Quilts, und alle waren praktisch gleich groß. Ein sehr geschickter Schachzug, um den Eindruck der Einheit deutlich zu verstärken. Mein Favorit war dieser - er bekommt von mir einen 'Red Dot':

Jana Sterbova, Red Dots

Jana Sterbova, Red Dots, Detail

Eine große Ausstellung war aus Australien geschickt worden. Die waren mir teilweise eindeutig zu bunt, oder zu realistisch/bildlich. Dieses Diptych war mein australischer Favorit:

Dianne Firth, Flow # 3

Dianne Firth, Flow # 3, Detail

Kate Dowty aus England bestach durch feinsinnige Naturdarstellungen:

Kate Dowty, Yellow Fields

Die mit Kettenstich bestickten Indigo-Arbeiten von Anne Woringer habe ich schon bei anderen Gelegenheiten gesehen - sie gefallen mir immer wieder.


Anne Woringer, Crop Circles II

Anne Woringer, Crop Circles II, Detail

Besonders beeindruckt war ich von den großformatigen Quilts von Lisa Karlsson aus Schweden.

Lisa Karlsson, Kajsa
Die sind wirklich alle noch fürs Bett gemacht, und farblich sehr harmonisch und beeindruckend. Lisa sagt von sich selbst, dass sie eigentlich überhaupt nie geschaut hat, was andere im Bereich Patchwork machen, und so hat sie einen ganz eigenen Stil entwickelt.

Lisa Karlsson

Lisa Karlsson

Lisa Karlsson

Für mich waren das die Höhepunkte, wenn auch die anderen Ausstellungen viele interessante Quilts zu bieten hatten. Aber nach zwei Tagen rauscht einem der Kopf...

Kommentare:

  1. Danke auch von mir für die Fotos,; so konnte ich wenigstens ein bisschen teilnehmen.

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  2. Weitere Berichte und Fotos über das EPM in Ste. Marie-aux-Mines findet man bei Frauke Schramm http://quilthexle.blogspot.de/ und von Gudrun Heinz auf dem Bernina Blog http://blog.bernina.com/de/2014/09/europaeisches-patchwork-meeting-impressionen2/

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