Als ich mit meinem Mann Anfang Januar die Planungs-Session
hatte und feststellte, was ich mir für dieses Jahr alles vorgenommen hatte, bin
ich erst einmal in eine heftige Panik verfallen. Wie würde ich das denn alles
unter einen Hut kriegen? Mehrere Kurswochenenden, Stand bei den Patchworktagen
in Einbeck mit den dazu nötigen Färbevorbereitungen, die Abo-Lieferungen, und dazu noch 29m Quilts, die in Ste. Marie-aux-Mines hängen sollten....
Das Letzere schien mir das Schwierigste von allen. Zwar habe
ich natürlich lässig 29 laufende Meter an Quilts, die ich zeigen könnte, aber
die Organisatoren schreiben vor, dass bei einer Solo-Ausstellung in Ste. Marie
nur solche Quilts gezeigt werden dürfen, die a) neueren Datums sind und b) noch
nicht auf irgendwelchen großen europäischen Quilt-Events gezeigt worden sein
dürfen. Das finde ich auch durchaus verständlich und legitim, schließlich soll
es ja keine Retrospektive werden. Aber 29 laufende Meter klingt irgendwie doch
nach ziemlich viel.
Einige Tage – zumal zu der Zeit auch gerade meine Versuche,
meinen blauen Restequilt in die Form zu bringen, die ich wollte, alles andere
als funktionierten – überlegte ich, ob ich nicht doch noch für das Elsass
absagen sollte. Lieber nur noch schöne traditionelle Decken machen und die
Quiltkunst Quiltkunst sein lassen...
Schließlich habe ich mich aber zusammengerissen. Als erstes
habe ich mir nochmal klargemacht, dass es noch acht Monate bis zur Eröffnung
der Ausstellung sind, in denen ich, selbst wenn ich immer wieder durch
vielerlei andere Verpflichtungen unterbrochen würde, noch eine gute Anzahl
Quilts fertigstellen könnte. Dann habe ich eine Aufstellung der Quilts gemacht,
die ich potentiell hängen könnte und in einer Computerdatei gespeichert. Danach
wurde das Arbeiten wieder etwas konzentrierte, und ich konnte wieder besser
schlafen.
Die Vorschrift, dass nur Quilts gezeigt werden dürfen, die
noch nicht in Ste. Marie gehangen haben, schließt fünf meiner Quilts aus den
letzten drei Jahren aus. Zwei davon sind sowieso noch mit Color Improvisations unterwegs
und werden mir bis September auch noch nicht wieder zurückgeschickt worden
sein. Die Vorschrift bezüglich Quilts, die schon auf anderen großen
europäischen Quilt Events zu sehen waren, schließt vier weitere meiner Quilts
aus, von denen aber auch wiederum zwei mit Beyond Comfort auf Reisen sind und
nicht vor dem Herbst zurück sein werden.
Allerdings hatte ich inzwischen Antwort auf meine Anfrage
bekommen, wie es denn mit Quilts wäre, die ich auf meiner Solo-Ausstellung auf
der Abilmente in Vicenza, Italien gezeigt hatte – immerhin kein reiner
Quilt-Event: wenn ich mich auf zwei oder drei davon beschränken würde, dürfte
ich durchaus welche hängen, die schon in Vicenza zu sehen waren.
Außerdem hatte ich die Genehmigung erhalten, den
Wettbewerbsbeitrag, den ich letztes Jahr eingereicht hatte, und der derzeit
noch mit der Ausstellung unterwegs ist, aufzuhängen, auch wenn der dann ein
zweites Mal in Ste. Marie zu
sehen sein wird.
Inzwischen habe ich diese Datei mehrfach aktualisiert, z.B.
nachdem mir aufgefallen war, dass ein Quilt, der im Arbeitszimmer meines Mannes
gelandet ist und noch nie öffentlich zu sehen war, eigentlich der Anfang einer
neuen Serie war, nur dass ich es damals noch nicht wirklich wusste... Und Anfang dieser Woche habe ich dann nochmal richtig zusammengezählt – die Seitenlängen der „erlaubten“ älteren Quilts, die Seitenlängen der Quilts, an denen ich gerade aktuell arbeite, plus die 50-cm-Abstände zwischen den Quilts, die auf die 29m einzurechnen sind.
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Detail von Linienspiel XXIV: Tangle (2011), der in Ste. Marie zu sehen sein wird. |
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Detail von einem neuen Linienspiel, derzeit noch in Arbeit, wird in Ste. Marie zu sehen sein. |
Diese neueste Berechnung erbrachte die Summe 23,90m.
Der Stein,
der da plumpste, war riesig. Schließlich heißt das, dass ich aktuell nur 5m noch nicht wirklich abgedeckt habe. Bei immer noch sechs Monaten, in denen ich ja
weiter arbeiten will. Und an Ideen mangelt es derzeit wirklich nicht. Zwar
beinhaltet diese Rechnung die 1,80 Seitenlänge (plus 50cm) des Quilts, den ich
gerade bei der Triennale eingereicht habe. Sollte er angenommen werden, würde
die aktuelle Summe also auf 22m sinken. Aber selbst 7m erscheinen irgendwie machbar. Und da kommt gleich wieder Übermut auf – denn ein oder zwei der
Quilts, die derzeit auf der Liste stehen, könnten auch gut von neueren ersetzt
werden, wenn die Produktionsbedingungen günstig sein sollten...
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