Gestern habe ich einen Husarenritt der besonderen Art
hingelegt. Ich glaube, so etwas kann nur ich mir ausdenken: morgens um sieben
mit dem Zug losfahren, mit leerem großem Koffer – dreimal umsteigen – um kurz
vor eins in Alfeld zu sein, Ausstellung abbauen, und abends um sechs wieder mit
den ganzen Quilts im Koffer in den Zug steigen – diesmal nur zweimal umsteigen
– um dann um Mitternacht wieder zu Hause zu sein. Am letzten Adventswochenende.
Ohne Sitzplatzreservierung. Eigentlich bestes Material für eine weitere meiner
Bahn-Erlebnisreisen-Geschichten. Aber nix da.
Ich hatte vorgesorgt: für jede Strecke einmal Umsteigen
eliminiert, weil ich mit dem Auto bis Landshut gefahren bin und es dort am
Bahnhof abgestellt habe. Ich wollte nicht naiv auf die Pünktlichkeit der
abendlichen Züge im Adventsverkehr vertrauen und vielleicht den letzten
Anschlusszug verpassen, um dann eine Nacht am Landshuter Bahnhof zu verbringen.
Aber wie es so ist: wenn man für Eventualitätaten gewappnet ist, braucht man
sie nicht, das gilt ja oft auch für den vorsichtshalber mitgenommenen
Regenschirm. So war ich schon kurz nach Sonnenaufgang in Regensburg.
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Ein (vorerst?) letztes Mal im Anmarsch auf das Fagus Werk |
Das Abbauen war dann kurz und schmerzlos – bis auf diese kleine
Begegnung mit dem Tode. Das Mäuschen lag in einer der Abteilungen auf dem
Boden. Erstarrt vor soviel Kunstbewunderung?
Und so sieht dann eine eingepackte Ausstellung aus:
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Bis auf die auf Holz gezogenen 40 x 40 cm Teile: alle Quilts im Koffer. |
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Der Rest des mitzunehmenden Gepäcks: die kleinen, die gebündelten Stangen, und mein Reiserucksack |
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Kommt per Post: die Verpackungsfolie |
Am Bahnsteig erregten Gabi Weimer und ich noch relativ wenig
Aufsehen,
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Das Manövrieren einer solchen Stangen-Konstruktion muss geübt werden! |
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Gabi Weimer - der rote Koffer ist allerdings meiner! |
aber als wir mit unseren schweren Koffern und anderen Teilen in den
Zug einstiegen, wurden uns schon ein paar skeptische Blicke zugeworfen. Besonders als ich nach dem Umstieg in Göttingen meine
gebündelten Stangen ins ICE-Gepäcknetz hievte, war mir die Aufmerksamkeit des gesamten Großraumabteils sicher.
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Wie abgemessen: das Transportwägelchen ließ sich hervorragend verkeilen, keinerlei Absturzgefahr für darunter sitzende Fahrgäste - jedenfalls, solange niemand dranfasst! |
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