In der ersten Woche dieses Monats war es so dunkel und trüb,
dass ich mich mehrere Tage hintereinander nicht aufraffen konnt, zur Linde
aufzubrechen. Die ersten Fotos stammen vom 6.12.:
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6.12., 8:56 Uhr |
Am 7.12. habe ich einen weiteren Anlauf gestartet – zur Zeit
ist es deutlich schwieriger, den Weg bei meiner Walking-Tour so einzurichten,
dass die Linde mitgenommen werden kann, weil wegen einer Brückenbaustelle meine
‚lange Route’ noch wesentlich länger geworden ist – und auch an diesem Tag sah
es noch nicht besser aus, so dass ich mich entschlossen habe, nur diese Fotos
aus der Ferne gelten zu lassen:
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7.12., 12.02 Uhr |
Erst ein paar Tage später wurde es wieder etwas
freundlicher:
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12.12., 7:46 Uhr |
19.12., 8:32Uhr |
Am 25. bin ich dann noch einmal den langen Weg gegangen, und
beim Blick von weitem fiel mir jetzt endlich auf, dass der im Februar so
grausam verstümmelte Ast sich mächtig angestrengt hat:
Es wird sicher noch dauern, bis die Silhouette wieder etwas
ausgeglichener aussieht, und vermutlich wird sie noch lange gerupft wirken.
Aber es hat mich getröstet, dass der Lebenswille des Baumes stark genug ist,
dass schon nach einem Dreivierteljahr Neuwuchs deutlich erkennbar wird.
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25.12., 12:04 Uhr |
Da wir am 28. in Urlaub gefahren sind, wurde an dem Tag, auf
dem Weg hinaus aus der Stadt, der letzte Stopp am Baum eingelegt. Versöhnliche
Abschiedsfotos im Schnee:
28.12., 9:33 Uhr |
28.12., 9:32 Uhr |
Damit ist dieses Baumprojekt erstmal abgeschlossen. Mein
persönliches Fazit? Die Linde ist mir im Laufe dieses Jahres ans Herz
gewachsen, aber so innig wie bei Daily Oak ist die Liebe nicht geworden. Der
deutlich längere Weg als zur Eiche hat einerseits dazu beigetragen, weshalb ich
auch kein einziges Mal zweimal am Tag hingegangen bin. Andererseits waren die
Perspektivmöglichkeiten wegen ihrer Lage am vorbeiführenden Weg und der Tatsache,
dass man wegen des sie umgebenden Feldes nicht drumherum gehen konnte, weniger
interessant und variabel als bei der Eiche. Dort konnte ich einfach mal
drumherumstapfen, hier hätte ich mir vermutlich den Zorn des Bauern zugezogen,
der ja – meine bösartige Vermutung – durch seine brutale Stutzaktion schon
gezeigt hatte, dass er für diese Linde nicht gerade ein besonders empfindliches
Gespür hat.
Aber ich habe sie, nachdem mein Sohn und ich sie in ihrem
Umfang ausgemessen hatten, der Landshuter Sektion des LBBV gemeldet, die just
in diesem Jahr einen Aufruf zur Meldung von ‚Baumgiganten’ (Bäume mit einem
Durchmesser von mehr als einem Meter) gestartet hatten. Ob ihr das was bringt?
Vorbeischauen werde ich sicherlich immer mal wieder. Ich könnte ja überlegen,
ob ich mein Walking-Strecke nach den verflossenen Baumprojekten ausrichte –
jeweils an der Eiche vorbei, und anschließend den Schwenk zur Linde gemacht?
Das ist jedenfalls eine saftige Strecke, Bewegung kriege ich dann auf jeden
Fall genug!
Einen neuen Baum habe ich mir noch nicht gesucht, aber mein
Mann hat mich neulich auf eine gute Idee gebracht, die ich erstmal in
Augenschein nehmen werde, wenn wir aus dem Urlaub zurück sind.
Hallo Uta,
AntwortenLöschenein schönes neues Jahr! Mein Tipp: Wie wäre es mit der "Zeigerpflanze für die bayrischen Biergärten" - der Kastanie? Viele Grüße aus Bietigheim von Kirsten
Hallo Kirsten - leider sind ja sehr viele Kastanien in Bayern krank, die Blätter werden früh braun und fallen ab. Außerdem gibt es in unserem unmittelbaren Umfeld keinen Biergarten, der welche hätte, und durch die Linde habe ich ja deutlich festgestellt, dass die Entfernung von unserem Haus ein wichtiger Faktor bei der Ausübung ist. Oder es wird kein tägliches Projekt... Aber ich denke nochmal drüber nach, ab 6. sind wir ja wieder zu Hause.
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