Für meinen regelmäßig am Petersberg stattfindenden Kurs war
das Kursthema dieses Jahr „Zaubereien aus Resten“. Da ein paar der dort
regelmäßig teilnehmenden Teilnehmerinnen sich bei einem der vorigen Kurse
beschwert hatten, dass sie lieber nicht soviel mit Schablonen arbeiten wollten,
hatte ich mich intensiv auf die Rollschneider-taugliche Herstellung der
traditionell für Scrap-Quilts verwendeten Muster vorbereitet.
Für mich persönlich ist zwar gerade bei der Resteverwertung mit
traditionellen Mustern auch das Aufzeichnen der Formen, das Ausschneiden mit
Nahtzugabe und das Stecken ein wesentlicher und wichtiger Teil des
Recycling-Prozesses, denn dadurch wird ja auch der entspannende Teil der
Herstellung, sozusagen die „Zeit für mich“, verlängert. Aber wenn Kursteilnehmerinnen
das Bedürfnis haben, in der kurzen Zeit, die sie sich fürs Quilten abzwacken
können, schneller fertig zu werden, ist das natürlich ein gewichtiger Grund.
Begonnen haben wir mit der Problematik der Nahtzugabe...
Ein Quilt, den ich vor etlichen Jahren mal nach Anregung
durch „Successul Scraps“ von Judy Turner und Margaret Rolfe genäht habe,
fand so großen Anklang, dass mehrere Teilnehmerinnen sofort entschieden, ihre Arbeit nach demselben Muster anzulegen.
fand so großen Anklang, dass mehrere Teilnehmerinnen sofort entschieden, ihre Arbeit nach demselben Muster anzulegen.
Das Errechnen der benötigten Nahtzugaben, um schließlich ein
Rechteck zu erreichen, das in „fertig genähtem Zustand“ an der kurzen Seite
genau die halbe lange Seite misst, war in diesem Fall gar nicht so einfach –
aber aufgrund dieses Musters natürlich besonders wichtig. Beim Nähen der
Probeteile stellten wir fest, dass manche Nähmaschinen eine andere als die
üblicherweise angenommene Nahtzugabe von 0,75cm haben. Schließlich wurde für
alle beteiligten Nähmaschinen der Nahtzugabentest durchgeführt: durch Nähen
zweier Nähte in Füßchenbreite voneinander mussten alle ihre jeweils eigene
Nahtzugabe ermitteln und für ihre weiteren Berechnungen berücksichtigen.
Die Wichtigkeit der Kenntnis seiner eigenen Nahtzugabenbreite zeigte sich anschließend auch bei der Übung für den Block
„Flying Geese“, dessen besonders intensive Vorbereitung ich ja bereits hier beschrieben habe. Es war eindeutig eine Herausforderung, Verständnis für die
Notwendigkeit des unterschiedlichen Zuschnitts der Dreiecke und die darauf
basierenden unterschiedlichen Nahtzugaben zu entwickeln. Schließlich haben es
aber alle, die sich dieser Herausforderung gestellt haben, geschafft, und waren
stolz auf ihre kleinen Probestücke mit mehreren Flying Geese:
Von den 13 Teilnehmerinnen waren drei Anfängerinnen, die ich
schrittweise mit meinem "Anfängerprogramm" durch die ersten Übungen und Blocks
geführt habe. So konnten sie verschiedene Muster an kleinen Beispielen
ausprobieren, nebenbei mitbekommen, was die anderen gemacht und gelernt haben, und haben sich hoffentlich genügend Notizen gemacht, dass sie
dann zu Hause auch weiterarbeiten können.
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Mein auf mehrere Jahre angelegtes kunterbuntes UFO in keinesfalls endgültiger Form oder Anordnung... |
Das alles zwischen wunderbarem Salatbüffet, Nachmittagskaffee und weit weg von
Alltagspflichten, in abgeschiedener ländlicher Ruhe.
Bei wechselhaftem Schauer-Wetter,
das nicht unbedingt Lust darauf machte, nach draußen zu gehen – perfekte
Bedingungen für ein intensives und produktives Patchworkwochenende!
Der nächste Kurs am Petersberg Anfang Februar wird wieder
ein UFO-Fertigstellungskurs. Anmeldungen sind ab Mitte November über die
Homepage der KLVHS Petersberg möglich.
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