Während ich auf eine Entscheidung bezüglich meiner in
Reparatur befindlichen Nähmaschine warte, um mit meinen Quiltarbeiten
fortfahren zu können, habe ich wieder meine „alte“ Bernina ausgepackt und das
nächste Linienspiel begonnen. Der Entwurf war schon in der vergangenen Woche
allmählich entstanden, eine Weiterentwicklung aus der Zeichnung, die dem Quilt
Linienspiel XXIV: Tangle zugrundeliegt.
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Linienspiel XXIV: Tangle |
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Entwurf für Linienspiel XXX, ohne Schablonenteile für den Hintergrund |
Das erkennt man nicht mehr unbedingt,
aber dafür waren ja auch etliche Stunden Zeichenarbeit und Veränderungen nötig,
die von den Nöten mit der muckenden Nähmaschine etwas ablenkten.
Bei den Linienspielen greife ich immer wieder zum Prinzip
der ‚halb geschlossenen Nähte’. Bei den IQ-Kursen, die ich im Laufe des letzten
Jahres unterrichtet habe, stelle ich immer wieder fest, dass das Wissen um
diese Methode bei weitem nicht so verbreitet ist, wie ich dachte.
Ich selbst habe halbe Nähte kennengelernt, als es mal darum
ging, das Parkettmuster mit dem Namen „Langriemen“, manchmal auch als „Fischgrätmuster“
bekannt, zu nähen.
Und in den letzten
Jahren ist das Arbeiten mit halben Nähten bei den verschiedenen Linienspielen
immer mehr zur Geltung gekommen.
Die Notwendigkeit für halbe Nähte entsteht in Situationen
wie beispielweise dieser (Ausschnitt aus Linienspiel XXX, derzeit in Arbeit):
Der Ausschnitt zeigt einen Bereich, wo mehrere Linien sich
überkreuzen. Um den Effekt herzustellen, kann man nicht einfach nur ein Stück
ruckzuck an das andere nähen.
Hier ist derselbe Ausschnitt noch einmal zu sehen, in Stoff
zugeschnitten:
Als erstes werden drei Stücke soweit aneinander genäht, dass
auf der linken Seite eine Länge entsteht, an die ein weiteres Stück in seiner
Gesamtheit angenäht werden kann. Allerdings werden die Nähte zwischen diesen
drei Stücken eben nicht ganz geschlossen, sondern es bleibt jeweils auf der
rechten Seite ein Stück von mindestens ca. 3 cm ‚offen’ – die Naht wird erst
einmal nur halb genäht:
Anschließend kann an die Seite, die bereits durch drei Teile
entstanden ist, ein weiteres Stück angenäht werden, diesmal in seiner ganzen
Länge.
Hier eine ‚Rückansicht’ des nächsten, wiederum nur halb
angenähten Teiles:
Dadurch entsteht wieder eine längere Seite, an die weiter
angenäht werden kann:
Und so weiter, und so fort:
Irgendwann kann dann jeweils die halbe Naht ganz geschlossen
werden. Und so fügt sich eins zum anderen.
Sali Ute, eine interessante Technik. Muss das unbedingt auch einmal ausprobieren!
AntwortenLöschenFröhliches Sticheln
Edith