Meine Bemühungen, mich mit meiner Nähmaschine zusammen
tiefer in die Kunst des Maschinenquiltens zu begeben, habe ich in erstenAnsätzen bereits geschildert. Die Geschichte ist aber bei weitem noch nicht zu
Ende.
Meine allerersten Bemühungen im Dezember hatten erstmal zu einer
gemeinsamen Reise zum Händler im Bayerischen Wald geführt, der die
Fadenspannung einstellte und technische Aufrüstung empfahl: eine besondere
Spulenkapsel für das Freihandquilten.
Anschließend folgte der motivierte Anfang, die Überlegungen
zur Systematik des Vorgehens, die ersten Versuche und auch ein paar Erfolge.
Soweit, so gut. Ganz schnell dann die erste heftige
Frustration: ständiges Reißen des Fadens. Alle Bemühungen, durch Veränderung
der Fadenspannung zu einem besseren Resultat zu kommen blieben letztendlich
ohne befriedigendes Ergebnis. Immer wieder riss der Faden.
Erkundigungen bei Bekannten und Maschinenquiltexpertinnen
führten schließlich zu der Vermutung, der Faden könnte alt sein – bei drei
Jahren?
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Mit drei Jahren zu alt? |
Nun gut – weitere Erkundigungen, Kontaktaufnahme, Einkauf
neuer Quiltgarne von einer anderen Firma. Das erforderte die Anschaffung eines
besonderen Spulenhalters für die Maschine, um die großen konischen Spulen
adäquat unterzubringen.
Trotzdem: weiterhin reißender Faden, dazu kam wieder das
Auslassen von Stichen, weswegen ich ursprünglich im Dezember mit ihr unterwegs
gewesen war.
Wutentbrannt schickte ich die Maschine wieder ein.
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Abtransport zur Verschickung |
Nach mehreren Telefongesprächen mit diversen Beschäftigten
der Firma (unter anderem einer Testerin der Maschine, die zugab, selbst nicht
viel vom Maschinenquilten zu verstehen, aber felsenfest behauptete, keinerlei
Beanstandungen zu finden), dem Nachschicken des Fadens und einer Abwesenheit
der Maschine von über 10 Tagen, kam sie am Montag zurück. Telefonisch war mir
mitgeteilt worden, die Maschine wäre in Ordnung, sie hätten nur den Fußdruck
des Nähfußes etwas angepasst und könnten sonst keinerlei Probleme feststellen. Es liegt an mir.
Erst habe ich ihr einen Tag Zeit gelassen zur Akklimatisierung.
Gestern dann der Versuch im Guten. Ich habe sorgfältig alles vorbereitet, die
Einstellungen, mit denen die Maschine zurückgekehrt war, übernommen – und so
sah das Ergebnis des ersten Nähversuchs aus:
Wohlgemerkt – die neu angeschafften Fäden!
Da ist mir dann endgültig der Geduldsfaden gerissen. Mit
Herrn Gruber, dem Nähmaschinenhändler aus dem Nachbarort, bei dem ich vor der
Anschaffung dieser Unglücksmaschine eigentlich immer meine Maschinen habe
richten und reinigen lassen, hatte ich schon während ihrer Abwesenheit
telefoniert. Gestern also hat er mir ein gutes Angebot gemacht – er nimmt sie
in Zahlung, und ich bekomme was anderes. Nun nimmt die Geschichte hoffentlich doch
noch ein gutes Ende.
Und die anderen Fäden kriegen sicherlich noch eine weitere Chance, und ich bin überzeugt davon, dass sie sie auch gut nutzen werden.
Von einer lieben Freundin erhielt ich auf diesen Post hin folgende Mail mit Hinweis auf Abhilfe bei den reißenden Fäden.
AntwortenLöschenLiebe Uta,
Habe gerade deinen Post auf dem Blog gelesen, das habe ich auch hinter mir, aber dann, bevor ich eigentlich die Maschine aus dem 4. Stock werden wollte, und zwar mit ziemlichen Schwung, kam die Erleuchtung, und auch die Lösung somit....
http://www.daystyledesigns.com/magicgeniewashers.htm
Seit ich diese Teflon-Dinger in der unteren Spuhle hab, reisst KEIN Faden mehr, ehrlich, die Maschine schnurrt und ich auch, hätte nie gedacht, dass es funktionniert!
Ich habe es bei Leah bestellt, und nun nähe ich auch normal damit und quilte damit.
Liebe Grüsse
Judith
Vielleicht hätte ich die Maschine also doch nicht aus dem Fenster werfen müssen... Aber ich hatte ja auch eine extra angeschaffte Spule fürs Freihandquilten! Nun - ich wollte wenigstens allen, die dies lesen, den Hinweis geben.
Probiert es aus!
Liebe Uta,
AntwortenLöschenals interessierte, aber für dich unbekannte Blogleserin möchte ich dir auch meine Erfahrung mit dem Maschinenquilten erzählen. Nach deinem Bericht kann ich mir gut vorstellen, dass es an der Maschine liegt.
Ich habe eine Janome Memory Craft 6600, zum MQ einfach ideal. Extra-Spulen oder Teflon brauche ich dabei gar nicht. Nur die Nadel muss ich fleißig wechseln, weil auf stumpfe Nadeln reagiert sie sehr sensibel. Am ehesten brechen Metallfäden, und da hab ich jetzt herausgefunden, wenn ich mit halber Geschwindigkeit quilte, bricht auch der nicht mehr. Durch den schnellen Durchlauf des Fadens in der Nadel entsteht Hitze, die den Faden brechen lässt.
Ich wünsch dir weiterhin viel Geduld und Freude am Üben.
Angelika
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es mir sehr gut getan, wieviele Leute mir auf diese Posts hin persönlich geschrieben haben. Herzlichen Dank für Eure Kommentare, Ermutigungen und Beschreibungen Eurer eigenen Erfahrungen mit diesem Thema. Ich fühle mich nicht mehr ganz so allein und verlassen!
AntwortenLöschenHallo Uta,
AntwortenLöschenich lese regelmäßig deinen Blog und gebe hier einen guten Tip zum reibungslosen MQ ab: eigentlich ist jede hochwertige Nähmaschine zum MQ geeignet auch ohne extra Spule und ich quilte auch mit Garn das schon uralt ist (drei Jahre??). Aber ich benutze immer Topstitchnadeln (70,75 oder 80). Die haben ein ovales Öhr, das den Faden schon und dann reißt nichts mehr. Ich arbeite mit einer Bernina 440 QE und bin damit sehr zufrieden. Das Umstellen vom normalen Nähen zum MQ geht per Knopfdruck und Füßchenwechsel. Supereinfach.
LG
Martina aus dem Saarland
Hallo Martina - vielen Dank für die Tipps. Topstitch-Nadeln, Füßchenwechsel, Transport versenken bzw Stichlänge auf 0 stellen, Fadenspannung verändern - glaub mir, ich habe das alles im Programm! Aber freut mich natürlich für Dich, dass Deine Maschine so zickenlos arbeitet. Ich drücke Dir die Daumen, das das immer so bleibt!
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