Ich hasse Impulsartikel an der Kasse, und
Werbezeitschriften, die es trotz Aufkleber bis in unseren Briefkasten schaffen,
verfrachte ich ungelesen ins Altpapier. Trotzdem hatte ich im Frühjahr in
Reaktion auf eine Werbe-Mail von Bernina mit dem Zubehör des Monats einen
Applikationsfuß gekauft, der dann, als er nun einmal in meinem Besitz war, auch relativ bald zum Einsatz kam.
Nachdem der Trubel der ersten fünf Monate des Jahres jetzt
allmählich abgeflaut ist, habe ich mich dann endlich hingesetzt und mir das
Zubehörheft für meine Maschine gründlich angesehen. Die ich mittlerweile seit
einem Jahr habe. Aber, im Gegensatz zur alten 930er, die vollständig
ausgestattet mit jedem Fuß, den man sich nur irgendwie vorstellen kann, kam,
bringt die 820er nur eine gewisse Grundausstattung mit. Ein paar Sachen muss
man extra kaufen, und das habe ich nun getan.
Da ich den BSR-Fuß (für Nichteingeweihte:
Bernina-Stich-Regulator) meist ohne Aktivierung der Stichlängenautomatik
verwende, dabei dann aber das herumhängende Steckerkabel stört, habe ich mir nun
endlich einen Freihandquiltfuß gekauft. Außerdem einen Fuß, um Schnüre
aufzunähen, und einen für störungsfreie Satinstich. Außerdem noch zwei oder
drei weitere, die aber noch nicht gekommen sind, weil sie mit dem Computer-‚Auge’
erst bestellt werden mussten.
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3 neue Füße für die Maschine |
Jetzt ist vielleicht ein bisschen Zeit, mich wieder mal an
mein Vorhaben zu wagen, das Maschinenquilten so richtig gut zu üben.
Heute habe ich also auch mit Einstellungen rumexperimentiert
– ich bin eigentlich immer eher zurückhaltend, wenn es darum geht,
Fadenspannung etc. zu verstellen. Aber bei diesem überdimensionierten
Computerteil hat es den Vorteil, dass man einfach einmal ausschalten kann, und
beim nächsten Mal ist alles wieder in ‚Grundeinstellung’.
Hier sieht man oben links Freihandquilten in der
Grundeinstellung, und unten rechts mit veränderter Fadenspannung (unten weniger
straff), und verändertem Fußdruck (höher).
Der Unterschied ist deutlich, und so habe ich gleich ein
paar Flächen gequiltet.
Nur muss man sich merken, welche Einstellungen man verändert
hat, damit man beim nächsten Mal dran denkt...
Ein weiterer wesentlicher Schritt in Richtung
Vollständigkeit meiner Werkzeugkiste bestand darin, mir eine „Enthefter-Zange“
zu besorgen. Ein Versuch, einen kleinen Quilt auf Keilrahmen zu ziehen, hatte
mit Bollern an den Ecken geendet, und um die starken Heftklammern wieder zu
lösen, reicht der normale Tackernadelentferner nicht aus. In den hiesigen
Schreibwaren- oder Büroläden gab es aber keine große Zange, und so musste ich
sie mir über einen Versand bestellen. Unerhoffter Nebeneffekt dieser
Bestellung: eine tschechische Vokabel, die so nicht in meinem Wörterbuch steht!
Der zweite Versuch, den Quilt auf den Rahmen zu ziehen, war
wesentlich erfolgreicher, ich habe einiges kapiert.
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Shapes VI, 30 x 30 cm, 2013 |
Und ich vermute, dass ich, weil ich sie nun habe, die Zange kein weiteres
Mal brauchen werde. Aber es ist gut, eine zu haben...
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