Zwei der spannendsten und am meisten inspirierenden Bücher,
die ich im letzten Jahr gelesen habe, waren die Bücher von India Flint, „Second
Skin“ und „Eco Color“. Dass es anderen Leuten ähnlich geht, hat Judith Mundwiler neulich in ihrem Texismus-Blog-Eintrag beschrieben.
Meine Faszination ging einerseits so weit, dass ich
angefangen habe, beim Ausspülen der Milchflaschen, Sahne-, Kefir- und
Joghurtbecher benutztes Wasser in Plastikflaschen zu sammeln und einzufrieren,
um so allmählich ein kleines Reservoir an Protein für das Fixieren anzulegen.
Leider hat mein Sohn vor einigen Wochen aber, als er sich ein Eis aus dem
Tiefkühlschrank holen durfte, die Tür nicht richtig geschlossen, was ich erst
nach ca. zwei Tagen bemerkt habe. Der Großteil des Inhaltes musste weggeworfen
werden, darunter diese Proteinsammlung, und bevor der Rest des
Tiefkühlschrank-Inhaltes nicht aufgebraucht und der Schrank vollständig
abgetaut ist, fange ich jetzt erstmal nicht wieder mit dem Sammeln an. Aber
irgendwann werde ich das auch mal probieren. Diese Art von Naturfärben spricht
mich wesentlich stärker an als das Sammeln von Zwiebelschalen...
Eine andere Wirkung hatten die Bücher aber auch in meiner
Einstellung zum Flicken von Kleidungsstücken. Was ich bisher einfach überhaupt
nicht gerne gemacht habe, und wenn es denn sein musste, dann natürlich in der Art,
wie wir es früher im Handarbeitsunterricht gelernt haben – möglichst
unauffällig etc. Nach der Lektüre von „Second Skin“ fasste ich den Entschluss,
das Problem in Zukunft anders anzugehen. Flicken, ja gerne, aber auffällig,
sozusagen als Stilmerkmal. Die ersten beiden Teile sind inzwischen behandelt
worden. Einerseits habe ich ein Sommertop, das ich als zweite Wahl gekauft
hatte, und das an den Nähten begann, ein wenig auszufransen, mit Stoffresten
ergänzt.
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Ausfransen an den Rändern... |
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... kann mit diversen Formen... |
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... kaschiert werden. |
Als ich es das erste Mal in geflicktem Zustand trug, hat
mein Mann mit so einem ganz bestimmten Tonfall gefragt, ob das Absicht sei.
Sonst hat eigentlich niemand etwas gesagt.
Andererseits habe ich eine leichte Jacke/Bluse, von der ich
mittlerweile nicht mal mehr weiß, wie dieses Loch hineingekommen ist
kreativ aufgepeppt.
Die habe ich jetzt im geflickten Zustand
noch nicht getragen. Mal sehen, ob es dann irgendwelche Reaktionen gibt. Auf
der Vorderseite ist auch noch ein deutlich sichtbarer Fleck, den ich momentan mit einer Brosche
überdecke, aber vielleicht fällt mir dafür ja auch noch etwas ein.
India Flint hat übrigens neulich auf ihrem Blog berichtet,
dass bei dem Gebrauchtbücherportal des großen Datensammlers horrende Preise für
ihr Buch verlangt werden, das offensichtlich momentan vergriffen ist.
Aber sie hat für alle, die gerne eines hätten, sich diesen horrenden Preis allerdings nicht leisten können, die Information gegeben, dass eine Neuauflage
in Vorbereitung ist. Definitv eine Empfehlung wert – mein Tipp für den
Weihnachtswunschzettel!
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