habe ich gebraucht.
Vergangenen August hatte ich in Birmingham bei Lisa Walton den Kurs ‚Threads to Dye for (also ungefähr: 'Fäden färben
bis zum Umfallen’) mitgemacht. Färben kann ich ja, aber das ganze Gepfriemel mit
Fäden abwickeln etc. wollte ich mir doch lieber von jemand Erfahrenerem
erklären lassen, als selbständige Experimente und Versuchsreihen durchzuführen.
Der Kurs war lustig, denn Lisa ist kein Kind von
Traurigkeit, und auch in den lediglich drei Stunden, die er dauerte, haben wir
die wesentlichen Hinweise erhalten. Die meiste Arbeit ist letztendlich das
Abwickeln der Fäden, damit diese in einen leicht färbbaren Zustand gebracht werden.
Mitnehmen durften wir das „fertige“ Produkt in einer kleinen
Plastikschüssel, zum ersten Ausspülen im Hotel.
Das habe ich dort auch noch
gemacht, und getrocknet waren sie ebenfalls. Ich hatte keine Lust, dass evtl.
entdeckte Flüssigkeitsspuren beim Kofferdurchleuchten irgendwelche
Schwierigkeiten beim Rückflug verursachen könnten.
Das war’s dann allerdings. Irgendwie bin ich nie dazu
gekommen, das Schächtelchen weiter zu bearbeiten. Lisa meinte zwar, man könne
die Docken in einem Beutelchen für Nylonstrumpfhosen in die Waschmaschine
stecken, aber ich war in der Hinsicht sehr skeptisch. Immerhin hatte ich mal
von einem Freund, der ein Jahr lang durch Amerika gereist war, die Geschichte
gehört, dass er sich mit dort im Waschsalon mit einem Australier über die Länge
der Waschmaschinenlaufzeiten ausgetauscht hatte. Beide äußerten ihre
Verwunderung darüber – mein Freund darüber, dass die Maschinen in Amerika so
kurz liefen. Der Australier allerdings fand
die Laufzeiten erstaunlich länger als bei sich zu Hause. Deshalb war ich aufgrund meiner fehlenden eigenen Erfahrungen mit der Vergleichbarkeit von Laufzeiten der Waschmaschinen in Deutschland und Australien skeptisch, ob ich mir auf die Art ein Fadenwirrwarr herstellen sollte, und ließ
mein Kästchen einfach immer weiter im Keller stehen. Außerdem besitze ich keine
solchen Beutelchen, weil ich praktisch nie Nylonstrumpfhosen trage geschweige
denn anschließend in der Maschine wasche.
Als ich dann im April von Laura Wasilowsky hörte, dass sie ihre
gesamte Produktion per Hand auswäscht, habe ich mich entschlossen, das letzte
Spülen meiner ersten selbstgefärbten Fäden mit Synthrapol anzugehen.
![]() |
Nochmal im Spülgang |
![]() |
Trocknen |
Jetzt sind sie fertig.
Und ich bin gespannt auf die erste Gelegenheit,
wann ich sie verwenden kann.
Noch bin ich mir etwas unschlüssig, ob ich auf diesem Gebiet
in eine etwas ausgeprägtere Produktion einsteigen sollte. Erstens habe ich noch
keine zufriedenstellende Quelle von ungefärbtem Garn aufgetan. Und auf das
Abwickeln habe ich wahrlich keine große Lust. Aber ich schaue mal – demnächst
gehen wir auf eine Woche Familienfreizeit, und wenn da abends vielleicht nicht
viel los ist, könnte ich ja mal anfangen.
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