Nach dem Besuch im Quiltmuseum in York habe ich nachmittags
an einem kostenlosen Stadtspaziergang teilgenommen – den ich anschließend teuer
bezahlt habe. Da es mehr ein Stadtspazierstand war, und das bei doch immer noch
ziemlich kühlen Temperaturen, habe ich mich bei dieser Gelegenheit heftig
erkältet. Über die nächsten paar Tage habe ich das Ganze erstmal gründlich
ausgebrütet, und richtig ausgebrochen ist es dann, als ich wieder zu Hause war.
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Auf der Stadtmauer von York war es kalt... |
Von York aus ging es mit dem National Express Bus nach
Newcastle, wo ich mehrere Tage bei Liz Villalobos zu Gast war, die mich als
Vertreterin der Region 15E der britischen Gilde eingeladen hatte.
Am Freitag hatte sich die Textilkunstgruppe „it happens“
angeboten, mit mir einen Ausflug zu machen. Eigentlich wollten wir ganz viel
nordenglische Landschaft sehen, dann die derzeit laufende Ausstellung der
Gruppe in einer zum Museum umgewandelten Bleimine besuchen und anschließend in
einem kleinen ehemaligen Bahnhof, der zum Café umgewandelt worden war,
einkehren. Das nordenglische Wetter hatte die nordenglische Landschaft
allerdings so verschluckt, dass es dann ‚nur’ die Ausstellung und das Café
wurden.
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Die wunderschöne und angeblich sehenswerte nordenglische Landschaft... |
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The Garden Station in Langley, ein ehemaliger Bahnhof, nun Café |
„It happens“ hatten sich das Thema „heavy metal“ vorgenommen
und eine interessante Mischung verschiedener Interpretationen zusammengestellt,
die sich gerade im Kontext dieses Museums hervorragend machte. Der Leiter des
Museums, der sich kurz zu uns gesellte, äußerte seine Begeisterung über die
zahlreichen positiven Kommentare, die er bereits in der ersten Woche der
Ausstellung über die gelungene Kombination der Textilarbeiten mit dem Kontext
der Bleimine erhalten hatte.
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Blick in die Ausstellung von "it happens" |
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Ehemalige Bleimine, heute Museum |
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Sammelunterkunft der Arbeiter, die Betten sind mit echten alten Quilts aus der Gegend bestückt |
Samstag und Sonntag standen dann im Zeichen der zwei Kurse.
Sowohl „IQ“ in Eintagesversion als auch der Parkettkurs in Eintagesversion
fanden in sehr angenehmer Atmosphäre statt.
Parkettergebnisse nach einem Tag |
Gruppenphoto mit einem zusammengenähten Stück IQ |
Bei beiden Kursen bin ich zwar nach wie vor der Meinung,
dass sie als Zweitageskurse besser geeignet sind, aber es war ein lehrreiches
Unterfangen, diese Eintagesexperimente in England durchzuführen. Die
Konzentration auf diese kurze Zeit hat nochmal verdeutlicht, an welchen Stellen
der Kurse besondere Aufmerksamkeit geboten ist.
Und am Montag ging es dann per Zug nach Manchester, Flug via
Amsterdam nach München wieder nach Hause zurück. Der Aufenthalt in Amsterdam
gestaltete sich aufgrund ‚technischer Schwierigkeiten’ der Anschlussmaschine
deutlich länger als geplant, und dementsprechend später kroch ich dann leicht
angeschlagen, mittlerweile wirklich ziemlich heftig erkältet, aus der Maschine,
wo ich von meiner Familie erwartet wurde. Es ist doch schön, nach einer Reise
von den Lieben abgeholt zu werden, da kommt man auch nach der schönsten Reise
wirklich gerne wieder nach Hause.
Insgesamt kann ich sagen, dass es rundum gelungene zwölf
Tage waren. Ich glaube, in Großbritannien wird grundlegende Freundlichkeit im Umgang untereinander, auch mit Unbekannten, wesentlich höher wertgeschätzt als vielerorts in Deutschland. Jedenfalls habe ich mich insgesamt immer ganz besonders zuvorkommend behandelt gefühlt - auch wenn es sich nicht um einen Quilterkreis gehandelt hat! - habe viele nette und interessierte Leute kennengelernt, bin von
allen freundlich empfangen, familiär untergebracht und teilweise königlich
bewirtet worden. Margaret Ramsay, die in Nottingham im IQ-Kurs war, hat auf ihrem Blog ein wenig über den Kurs berichtet, Gillian Travis hat mich wie bereits gezeigt, ebenfalls erwähnt, und wer genau
hinschaut, kann mich auf dem Foto bei Linda Kemshall finden (ca. Mitte des
Bildes).
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